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Bundesliga im stern-check Wie brutale Schläger den Fußball beschämen


Die Fußball-Bundesliga hat nach den Terroranschlägen den ersten Schritt zurück in die Normalität gemacht. Es gab viele Tore, spektakuläre Siege - und Gewaltexzesse, die mehr als sonst beschämend sind.
Von Tim Schulze

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Es ist beschämend. Da fand der erste Bundesliga-Spieltag nach den Pariser Attentaten statt. Überall vor den Stadien gab es verschärfte Sicherheitskontrollen. Vor dem Anpfiff wurden in den Arenen Schweigeminuten abgehalten, um die Opfer zu würdigen und Solidarität mit Frankreich zu demonstrieren. Doch selbst unter diesen Umständen gibt es stumpfsinnige Menschen, die sich als Fußball-Fans ausgeben, aber in Wahrheit nur Randale wollen. Die schlimmste Gewaltorgie fand auf Schalke statt, Hunderte Bayern- und Bochum-Hooligans versuchten, das Stadion zu stürmen. Sie griffen brutal normale Schalke-Fans an - es war ein Gewaltexzess. Auch anderswo gab es Ausschreitungen. Bremer Anhänger randalierten in einem Zug und Fans von Hannover nahmen eine Regionalbahn auseinander. Der deutsche Fußball hat ein massives Gewaltproblem. Das ist an diesem Wochenende auf traurige Weise wieder einmal deutlich geworden.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Es war ein richtiges Schlitzohr-Tor. Gladbachs Ibrahim Traoré schob die Kugel mit dem Außenrist durch die Hosenträger von Hannovers Keeper Ron Robert Zieler. Es war der Treffer zum 1:0. Danach jubelte der 27-Jährige demonstrativ, indem er sich einfach nur hinstellte, die Brust herausstreckte und mit erhobenen Haupt in die Ferne blickte. Es war ein Jubel für die Pariser Opfer und für Mutter und Bruder, die im Stadion weilten. Beide leben in Paris. Traoré ist dort aufgewachsen. Das Spiel endete 2:1 für Gladbach.

Gewinner des Spieltages

Kaum zu glauben, aber wahr: Hertha BSC steht auf dem Champions-League-Qualifikationsplatz. Die Berliner sind unter Trainer Pal Dardei zu einer wahren Heimmacht geworden. Sie haben alle sieben Heimspiele gewonnen - so kann man es weit bringen. Gegen Hoffenheim kam das nötige Glück hinzu: Im Schneegestöber am Sonntag herrschten miese Bedingungen und Hoffenheim war phasenweise die bessere Mannschaft. Doch wenn es nicht optimal läuft, hilft eben das Glück aus. Ein Eigentor der Gäste brachte den Sieg.

Verlierer des Spieltages

Es war die höchste Niederlage unter Trainer Viktor Skripnik: Werder Bremen kassierte in Wolfsburg eine glatte 0:6-Klatsche. Das Peinliche daran war die Art, wie Werder Fußball spielte. Oder anders ausgedrückt: Werder spielte gar nicht Fußball. Wer sich so kampflos in die Niederlage begibt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn der Abstieg droht. Das nächste Spiel ist das Nordderby gegen den Erzrivalen HSV. Wenn die Werder-Profis dann nicht Gas geben, hat die Mannschaft mit ihren Fans ein ernstes Problem.

Das Bild des Tages

Es war kein normaler Spieltag. Der 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga stand noch ganz unter dem Eindruck des Terrors in Paris. Es gab verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und Einlasskontrollen in allen Stadien. Einige Partien fingen deshalb später an, doch abgesehen von den schlimmen Gewaltszenen, die einige Fans lieferten (siehe oben) und die nichts mit den Pariser Anschlägen zu tun hatten, blieb es ruhig.


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