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Bundesliga: Leverkusen verliert Spitzenposition

Den Ton in der Liga gibt derzeit der VfB Stuttgart an, der nach dem Unentschieden gegen Leverkusen die Tabellenführung übernahm. Der Brasilianer Ewerthon rettete den BVB mit seinem Treffer zum 3:2 gegen den HSV.

Fünf verrückte Minuten und ein begeisternder Endspurt haben Borussia Dortmund vor der dritten Niederlage binnen einer Woche bewahrt. Beim 3:2 (0:1) gegen den Hamburger SV stoppten Jan Koller mit zwei Toren in der 64. und zwei Minuten später per Foulelfmeter sowie Ewerthon (69.) die Talfahrt des BVB und machten die Hoffnungen von Klaus Toppmöller vom ersten Sieg als HSV-Trainer in der Fußball-Bundesliga zunichte. Dabei hatte es am Sonntagabend nach der Führung der Hanseaten durch Bastian Reinhardt (14.) und Bernardo Romero (60.) noch nach dem ersten Auswärtssieg der Hamburger seit dem 30. November 2002 ausgesehen. Dank des sechsten Siegs im sechsten Heimspiel vor 78.000 Zuschauern im Westfalenstadion verdrängten die Borussen mit 22 Punkten Bayern München (21) von Platz vier der Tabelle; der HSV ist mit nur neun Zählern 13.

Ausfälle hemmten Angriffsspiel

Ohne 13 Verletzte bzw. Gesperrte aus der Dortmunder "Weltauswahl" musste Matthias Sammer gleich sieben Regionalliga-Amateure in den Kader holen, von denen Salvatore Gambino zum ersten Mal und David Odonkor von Beginn an spielen durften. Doch die jüngsten Ausfälle von Tomas Rosicky und des gesperrten Sebastian Kehl hemmten das BVB-Angriffsspiel, so dass zwingende Torchancen Mangelware blieben. Besonders frustrierend wirkte, dass wie in Bochum und Gladbach gleich der erste Angriff wieder zum Rückstand führte. Einen Mahdavikia-Freistoß konnte Christian Wörns noch abwehren, doch Jarolims Schuss lenkte Reinhardt mit Glück und seinem rechten Fuß an Keeper Roman Weidenfeller ins BVB-Tor.

"Toppis" Anfangserfolg hielt nicht

HSV-Hoffnungsträger Toppmöller durfte sich für seinen Offensiv-Mut nach den Ausfällen von Nationalspieler Christian Rahn sowie des operierten Bernd Hollerbach eine Stunde lang auf die Schultern klopfen. Statt bedingungslos zu mauern hatte der Coach Stefan Beinlich im Mittelfeld aufgeboten - und sah sich durch die rasche Führung bestätigt. Doch dann wurde es kurios - dank Koller. Zunächst verkürzte er nach einem gewonnenen Kopfballduell gegen Reinhardt auf 1:2. Dann schaffte er den Ausgleich per Strafstoß, nachdem Tomas Ujfalusi den Argentinier Juan Fernandez gefoult hatte. Schließlich war es Ewerthon, der nach Flanke von Ricken den Siegtreffer markierte.

Leverkusen verspielt Tabellenführung

Durch eine "Nullnummer" am Betzenberg hat Bayer 04 Leverkusen die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verspielt. Das 0:0 beim 1. FC Kaiserslautern reichte der Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler zum Abschluss des 11. Spieltages am Sonntag nicht, um Spitzenreiter VfB Stuttgart wieder von Platz eins zu verdrängen. Leverkusen blieb im siebenten Spiel in Serie ohne Niederlage und rangiert mit 26 Punkten nun einen Zähler hinter den Schwaben, aber vor Werder Bremen (25), auf Platz zwei. Auch wenn Kaiserslautern am Ende der insgesamt schwachen Partie dem Sieg näher war: Das torlose Remis ist ein kleiner Erfolg für die "Roten Teufel", die erst zum zweiten Mal in den letzten sieben Spielen gegen "Angstgegner" Leverkusen im Fritz-Walter-Stadion nicht als Verlierer vom Platz gingen.

Wenig Höhepunkte

Während die Leverkusener für das DFB-Pokal-Achtelfinale den vermeintlich leichten Gegner TSG Hoffenheim aus der Regionalliga Süd zugelost bekamen, taten sie in Kaiserslautern zu wenig, um in der Bundesliga den Platz an der Sonne zurückzuerobern. In der an Höhepunkten armen ersten Halbzeit spielte sich das Geschehen zumeist im Mittelfeld ab, wo sich beide Teams in der Zahl der Fehlpässe übertrumpften. Ein Schuss von Lauterns Markus Anfang aus halblinker Position, den Bayer-Keeper Jörg Butt über das Tor lenkte (32.), war die einzige nennenswerte Chance in der ersten Halbzeit.

Erst nach Pause gab Hristow Gas

Beide Trainer hatten ihre Mannschaften nur auf einer Position verändert. Augenthaler konnte den angeschlagenen Kapitän Jens Nowotny und Abwehrchef Lucio aufbieten, beorderte aber Hanno Balitsch an Stelle von Yildiray Bastürk ins Mittelfeld. Erik Gerets bot den Bulgaren Marian Hristow nach seiner Rot-Sperre wieder auf. Doch der mit vier Treffern zweitbeste Schütze der Pfälzer strahlte erst nach der Pause Torgefahr aus.

Mehr Chancen in 2. Halbzeit

In der zweiten Halbzeit kamen beide Teams mit dem festen Vorsatz aus der Kabine, mehr für das Spiel nach vorn zu tun. Und hatten prompt Chancen. Dimitar Berbatow spielte Robson Ponte per Hacke frei, doch Ponte traf nur den Pfosten (49.). Auf der Gegenseite wurde Butt mit glänzenden Paraden bei zwei Kopfbällen von Hristow (55., 60.) zum wertvollsten Bayer-Spieler. Doch Augenthaler wollte sich mit dem Halten des Ergebnisses nicht zufrieden geben. Der Bayer-Coach stärkte mit Oliver Neuville und Daniel Bierofka in der Schlussphase noch einmal die Offensive. Doch mehr als ein guter Freistoß durch Neuville (86.) sprang nicht mehr heraus.

DPA

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