Bundesliga Rostocks Untergang


Der 1. FC Nürnberg hat mit einer couragierten Leistung seine schwarze Heimserie beendet und den Abstiegskrimi gegen den FC Hansa Rostock mit 3:0 gewonnen. Nur ein Wunder kann Rostock jetzt noch retten.

Der überragende Maik Wagefeld mit seinen ersten beiden Bundesliga-Toren (59. Minute/88.) und Torjäger Marek Mintal mit seinem 22. Saisontreffer (68.) entschieden am Sonntag vor 32 855 Zuschauern das Kellerduell der Bundesliga.

Durch den ersten Heimsieg seit dem 6. November 2004 (4:0 gegen Wolfsburg) kletterte Nürnberg auf den 13. Tabellenplatz und hält weiter fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Dem Vorletzten Rostock steht das Wasser sechs Spieltage vor dem Saisonende hingegen bis zum Hals. Die Mannschaft von Trainer Jörg Berger trennen nun schon sechs Punkte vom rettenden Ufer, und nächster Gegner im Ostseestadion ist der Tabellendritte VfB Stuttgart.

"Wir haben einen Riesenschritt gemacht, um die Klasse zu halten. so muss es weiter gehen", sagte Nürnbergs Kapitän Tommy Larsen, der sich mit der Mannschaft drei Tage im Trainingslager vorbereitet hatte. "Nürnberg hat verdient gewonnen", resümierte Rostocks Trainer Jörg Berger und malte ein düsteres Zukunftsbild: "Wenn wir uns nicht steigern, haben wir keine Chance."

Galgenhumor in Rostock

Hansa-Kapitän Mathias Schober flüchtete sich in Galgenhumor: "Wunder gibt es immer wieder. Rechnerisch ist der Klassenerhalt noch möglich", sagte der Torwart, der beklagte, dass seine Mannschaft im Kabinengang von einem Nürnberger Betreuer als "Ossi-Pack" bezeichnet worden sei. "So muss man sich wirklich nicht beschimpfen lassen, zumal die Nürnberger selber so genannte Ossis in der Mannschaft haben." Wagefeld zum Beispiel, der vor der Saison aus Dresden kam. "Ich war ein bisschen sauer, dass ich die letzten beiden Spiele nicht ran durfte", erklärte der zweifache Torschütze seine Trotzreaktion.

Auch ohne das verletzte Sturmduo Robert Vittek (Innenbandriss) und Markus Schroth (Schambeinentzündung) hatten die Gastgeber Rostock von Beginn an unter Druck gesetzt. Obwohl beiden Teams im Aufbau immer wieder leichte Fehler unterliefen, entwickelte sich ein munteres Spiel, und der "Club" erarbeitete sich verheißungsvolle Chancen.

Nürnberg behielt die Nerven

Mario Cantaluppi setzte einen Freistoß aus 18 Metern an die Querlatte (23.), bei Mintals Schuss (33.) und Wagefelds Freistoß- Hammer aus 30 Metern (37.) war Schober im Hansa-Tor auf dem Posten. Schließlich legte Markus Daun nach einer Ecke den Ball Schober aus Nahdistanz direkt in die Arme. Der Nürnberger Not-Sturm mit Daun und dem jungen Stefan Kießling war überfordert, aber auch die Rostocker konnten sich vor dem gegnerischen Tor kaum in Szene setzen. Dem wieder genesenen Finnen Jari Litmanen gelang außer einem Abseitstor (56.) nicht viel.

Nach der Pause begann das von Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf angekündigte "Geduldsspiel", in dem seine Mannschaft die Nerven behielt. Der agile Wagefeld erzielte nach missglücktem Versuch von Sven Müller mit einem Linksschuss aus 25 Metern ins rechte untere Eck die Führung. Kurz darauf war der bis dahin blass gebliebene Mintal in seiner unnachahmlichen Art zur Stelle. Dem starken Wagefeld blieb es vorbehalten, zwei Minuten vor dem Ende das 3:0 zu besorgen.

Gerd Münster/DPA


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker