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Bundesliga-Vorschau: Stoppt "Trap" die Bayern?

Der 15. Spieltag steht ganz im Zeichen des Süd-Gipfels zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München. Mit einem Sieg im Schwabenland und Ausrutschern der Konkurrenz könnten Ballack und Co. die Herbstmeisterschaft perfekt machen.

Zu schwach für Siege, zu stark für Niederlagen - doch ausgerechnet beim Wiedersehen zwischen Giovanni Trapattoni und Bayern München wollen die Remis-Könige des VfB Stuttgart die Fußball-Bundesliga an der Spitze wieder spannend machen. "Ich werde die Bayern mit Zuneigung begrüßen, aber ich will gewinnen", verspricht der "Maestro" den Verfolgern aus Hamburg und Bremen Unterstützung. Sechs Punkte Vorsprung hat Rekordmeister Bayern auf den HSV, acht auf Werder. Vor Jahresfrist gab es vor dem 15. Spieltag zwischen den "Roten" aus München und dem VfL Wolfsburg lediglich eine Differenz von zwei Zählern.

Der VfB hatte damals 26 Punkte, jetzt sind es nur 18. Im Süd-Derby muss der ehemalige VfB-Coach Felix Magath Brasiliens Weltmeister Lucio ersetzen, kann aber nach drei Spielen wieder auf Michael Ballack zurückgreifen. Die Bayern können vorzeitig zum 15. Mal inoffizieller Herbstmeister werden und halten den 20. Titel dann schon fast in Händen. In zwölf Fällen war dies am Saisonende gleichbedeutend mit dem Gewinn der Meistertrophäe. Unter diesen Umständen würde Trapattoni im Beisein von Bundestrainer Jürgen Klinsmann "am liebsten selbst mitspielen".

Werder immer noch ohne K&K-Sturm

Der Hamburger SV will den drohenden Alleingang der Bayern mit aller Macht verhindern. Und hätte der HSV nicht selbst Personalprobleme, wäre die Aufgabe gegen den 1. FC Köln sicherlich leichter, zumal die Rheinländer seit acht Partien ohne Sieg sind, von Rang 4 auf 15 stürzten und ohne Acht anreisen. Doch "warum sollte uns das nicht auch gelingen", erinnerte FC-Coach Uwe Rapolder an das 0:1 des HSV gegen den VfL Wolfsburg, einzige Heimniederlage der Hamburger in dieser Saison. Die HSV-Profis bestreiten gegen Köln schon das 30. Pflichtspiel, doch Trainer Thomas Doll will sich oben festsetzen: "Wir wollen noch einmal alles rausholen und unsere Fans glücklich nach Hause schicken."

Zwischen dem Tabellen-Dritten Werder Bremen und dem MSV Duisburg sind die Vorzeichen statistisch eindeutig: Die beste Offensiv- Abteilung (39 Tore) trifft auf die schwächste (12). Doch bei Bremen fallen die Top-Angreifer Miroslav Klose und Ivan Klasnic verletzt aus, Torsten Frings ist gesperrt. Dagegen hat Ralf Rangnick mit den Profis des Tabellen-Vierten Schalke 04 vor der Partie bei Arminia Bielefeld keine personellen Probleme: "Klar, wir wollen in Bielefeld gewinnen." Der Schalker Coach warnt aber davor, die Gastgeber zu unterschätzen: "Dann gewinnt man dort schon gleich gar nicht."

Kaiserslautern gegen Frankfurt abgesagt

Hans Meyer würde bei seiner Rückkehr nach Mönchengladbach ein Unentschieden als Erfolg für den 1. FC Nürnberg einordnen. "Bei neun Punkten aber nicht", sagte der als "Club"-Retter auserkorene ehemalige Borussen-Coach. Von 1999 bis 2003 war Meyer Cheftrainer der "Fohlen", die 2001 gemeinsam mit Nürnberg in die 1. Liga aufstiegen. Bei den Gastgebern bahnt sich eine Trennung von Giovane Elber an, der Trainer Horst Köppel der Unwahrheit bezichtigte, 10.000 Euro Strafe zahlen muss und sich öffentlich entschuldigen soll.

Peter Neururer hat Großes vor. In seiner dritten Partie als Chefcoach von Hannover 96 will der 50-Jährige erneut ungeschlagen bleiben und als Trainer endlich einmal einen Erfolg beim BVB feiern: "Es ist mir leider noch nie gelungen, dort etwas zu holen." Den einzigen Sieg der Niedersachsen in Dortmund gab es am 22. August 1964. Das für Samstag geplante Südwest-Derby zwischen dem Tabellen- Letzten 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Frankfurt ist von der Deutschen Fußball Liga (DFL) wegen baulicher Sicherheitsbedenken im Fritz-Walter-Stadion abgesetzt worden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

DPA/kbe

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