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Wechsel zu Juventus: Höwedes schreibt Brief zum Schalke-Abschied - mit deutlicher Botschaft an die Verantwortlichen

Benedikt Höwedes verlässt ziemlich überraschend seinen Herzens-Verein Schalke 04. Auf Facebook richtet er warme Worte an die Schalker-Fans - und kühlere an Trainer und Vereinsführung.

Benedikt Höwedes

Benedikt Höwedes ist nach sechzehn Jahren kein Spieler von Schalke mehr - und das schmerzt ihn

Sechzehn Jahre sind eine lange Zeit. Ganz besonders im schnelllebigen Bundesliga-Alltag. Sechzehn Jahre war Benedikt Höwedes beim FC Schalke 04. Erst als Jugendspieler, dann im Bundesliga-Kader und zuletzt als Schalker Kapitän. Doch dann bekam Schalke Domenico Tedesco als Trainer. Und der setzte vor Saisonstart Höwedes als Kapitän ab. Schlimmer noch: Die ersten beiden Saisonspiele saß Höwedes auf der Bank. Vom Kapitän zum Bankdrücker. Tedesco hätte nur noch deutlicher zeigen können, dass er Höwedes nicht will, wenn er die Identifikationsfigur Höwedes auf die Tribüne gesetzt hätte. Doch dann hätte er wohl die Schalker Anhängerschaft gleich gegen sich aufgebracht.

Höwedes selbst hat die Reißleine gezogen und wechselt kurz vor Transferschluss zum Juventus Turin. Doch leicht fiel ihm das nicht. Auf Facebook hat er einen Brief an die Schalker Fans geschrieben. "Ich gehe als Spieler, aber ich bleibe als Fan", schreibt er in Großbuchstaben über seine Worte an die Fans. "Hätte man mich vor 4 Wochen gefragt, ob ich in dieser Transferperiode ins Ausland gehe, hätte ich ihn für verrückt erklärt", fängt Höwedes seinen Brief an. "Seit heute ist es Realität. Und ehrlich gesagt bin ich immer noch etwas sprachlos."

Benedikt Höwedes' Liebeserklärung an Schalke 04

Mehrfach habe er zu anderen Vereinen wechseln können, habe sich aber stets für seinen Jugendverein entschieden, schreibt er. Und einen Wechsel in der Bundesliga habe er kategorisch ausgeschlossen - aus vollster Überzeugung. "Der FC Schalke 04 ist für mich mehr als nur eine Station", schreibt Höwedes. "Der Verein ist seit 2001 für mich als Fan, Jugendspieler und Profi ein wesentlicher Teil meines Lebens, dem ich bedingungslos vertraut habe." Doch dieses Vertrauen hat gelitten, nicht nur wegen des Kapitänsamtes. "Reisende kann man aufhalten, wenn man will." Da klingt schon Bitterkeit und Enttäuschung mit.


Der Abschied würde dem Verein und ihm selbst viele Diskussionen ersparen. Denn sein größter Wunsch sei es, dass der FC Schalke 04 eine erfolgreiche Saison spiele und nächste Saison wieder in Europa vertreten sei.  Und dann verspricht Höwedes etwas: "Ich werde als Fan im Stadion stehen und der Mannschaft die Daumen drücken, wenn es meine Zeit zulässt."

Hoffen auf eine Rückkehr?

Aber es gibt noch Hoffnung. Auf Schalke hat schon lange kein Trainer mehr lange durchgehalten. Erst recht keine sechzehn Jahre. Vielleicht gibt es ja eine Chance auf eine Rückkehr, sollte Domenico Tedesco irgendwann nicht mehr Schalke-Trainer sein. Der Brief klingt jedenfalls so, als würde Benedikt Höwedes sich nicht lange dagegen wehren.

Alle Schalke-Fans und Fußball-Romantiker können hier noch einmal feuchte Augen kriegen:


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