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Bundesliga im stern-Check: Kleiner Götze ganz groß, großer Götze ganz klein

Der fünfte Bundesliga-Spieltag war ein sehr gemischter für die Familie Götze. Während Mario beim BVB den nächsten Nackenschlag hinnehmen musste, kam sein kleiner Bruder Felix aus dem Grinsen nicht mehr raus.

Mario Götze (l.) vom BVB und sein kleiner Bruder Felix vom FC Augsburg

Mario Götze (l.) ist beim BVB aktuell nicht mal gut genug für die Bank, sein kleiner Bruder Felix wird zum zweiten Mal beim FC Augsburg eingewechselt und macht gleich sein erstes Tor 

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So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Der FC Schalke 04 taumelt immer tiefer in die Krise. Im fünften Spiel setzte es für Coach Domenico Tedesco die fünfte Niederlage. Verliert Königsblau am Wochenende erneut, wäre das ein unrühmlicher Startrekord. Erklären kann sich das in Gelsenkirchen niemand, lief es doch letztes Jahr noch recht prächtig: für die Champions League qualifiziert und - das ist im Revier besonders wichtig - die Saison endlich mal wieder vor dem BVB abgeschlossen. Doch nun der total verkorkste Start. "Das habe ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können", sagte Sportvorstand Christian Heidel nach der fünften Pleite. Noch wackelt der Trainerstuhl auf Schalke nicht offiziell, aber Heidel machte klar: "Wir müssen am Samstag gewinnen". Da empfangen die "Knappen" den FSV Mainz 05.

Gewinner des Spieltags

Der FC Bayern ist nach seinem ersten nicht gewonnenen Spiel zwar selbstverständlich weiter auf Dominanzkurs in der Bundesliga. Trotzdem hat Felix Götze dem Rekordmeister zumindest mal den Dienstagabend ein bisschen vermiest. Kurz vor Schluss drückte der sechs Jahre jüngere Bruder von Dortmunds Mario den Ball mit der Brust zum 1:1 über die Linie und stibitze den Bayern damit die ersten Punkte in dieser Saison. Das Grinsen war ihm nach seinem ersten Tor im zweiten Bundesliga-Spiel verständlicherweise ins Gesicht gemeißelt. Dies werde "wohl noch etwas anhalten", gab er mit hochrotem Kopf zu Protokoll - und berichtete: Selbst seine Ex-Kollegen aus München hätten sich für ihn gefreut. Schöne Geschichte. 

Verlierer des Spieltags

Während es beim kleinen Götze also rund läuft, ziehen über dem großen dunkle Gewitterwolken auf: BVB-Coach Lucien Favre befand Weltmeister Mario Götze zum zweiten Mal in Folge nicht genug für den 18er-Kader. Zu allem Überfluss stellten sich die Kollegen ohne Götze dann in der Offensive sensationell gut an, zerlegten Nürnberg mit 7:0 in seine Einzelteile. Und als wäre das nicht schon Nackenschlag genug für Götze, vermeidet es Coach Favre weiterhin geradezu stoisch, dem Offensivmann in Interviews zumindest ein bisschen Licht am Ende des Tunnels anzudeuten. Zunächst sprach er kurz und knapp von einer "sportlichen Entscheidung" für Götzes Ausbootung. Daraufhin gefragt, ob der 26-Jährige denn wieder seine Chance bekommen werde, überlegte er zunächst seltsam lange - um schließlich ein knappes: "Wir haben noch viele Spiele, viele viele Spiele" herauszubringen. Es sieht nicht gut aus für Mario Götze beim BVB. 

Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

Berlins Javairo Dilrosun (am Ball) schießt das 0:1

Berlins Javairo Dilrosun (am Ball) schießt das 0:1

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Javairo Dilrosun hat am Dienstagabend ein Tor geschossen aus der Kategorie: Darf so nicht fallen. Nach schönem Zuspiel von Ibisevic lief Dilrosun links im Strafraum eigentlich gen Außenlinie zu. Alles rechnete mit einem Zuspiel. Doch der Berliner nagelte das Leder einfach flach in die kurze Ecke, knapp am Fuß von Bremens Keeper Pavlenka vorbei. Es war der 1:2-Anschluss kurz nach der Pause. Am Ende ging die Partie aus Berliner Sicht mit 1:3 verloren. Ein schönes Tor war es trotzdem. 

Bild des Tages

BVB-Fans protestieren mit einem Banner gegen Montagsspiele
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Einige aus dem BVB-Fanblock hatten sich am Wochenende mal wieder von ihrer hässlichsten Seite gezeigt. Gegen Hoffenheim hissten sie ein Banner mit Dietmar Hopp im Fadenkreuz eines Zielfernrohres. Nun zeigen die Anhänger der Borussia: Sie können auch gesittet ihre Meinung kundtun. "Egal in welcher Liga, egal in welcher Stadt, Montagsspiele gehören abgeschafft", hieß es auf einem Plakat auf der Südtribüne am Mittwoch. Viele andere Anhänger in den anderen Stadien protestierten ebenfalls. Edle Absichten, aber den DFL-Verantwortlichen wird es vermutlich weiter egal sein, was der gemeine Fan so will.

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