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Bundesliga im stern-Check: Sotos Horror-Verletzung schockt die Bundesliga

Von wegen Royal Baby - die größte Spannung überhaupt bietet der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga. Während Stuttgart die Felle wegschwimmen, wittert man in Hamburg und Paderborn Morgenluft.

Von Ingo Scheel

Am Boden, aber noch nicht am Ende: Freiburgs Sascha Riether nach der 1:2-Niederlage gegen Paderborn

Am Boden, aber noch nicht am Ende: Freiburgs Sascha Riether nach der 1:2-Niederlage gegen Paderborn

Die Ergebnisse des Spieltages

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Der Aufreger des Spieltages

Es sah zunächst nach einem ganz normalen Zweikampf aus, es war etwa eine halbe Stunde gespielt zwischen Mainz und dem Hamburger SV. Dann jedoch ging Hamburgs van der Vaart einen energischen Schritt nach vorn, just als Gegenspieler Soto von Mainz 05 zu einem Schuss ausholte. Mit dem Unterschenkel traf er den Schritt des Hamburgers, dabei verbog sich Soto derart grausam das Bein, das man vor dem heimischen TV-Gerät die Hände vor die Augen schlug.

Laut Teammanager Axel Schuster riss sich der Kolumbianer das vordere Kreuzband, das Innenband und den Meniskus. "Das Knie war nicht mehr da, wo es hingehört. So etwas haben ich noch nicht gesehen", sagte Clubmanager Christian Heidel im TV-Sender Sky.

Sein Kontrakt läuft in Mainz aus und sollte nicht verlängert werden. Nach der Verletzung will Heidel helfen. "Er kann noch einen Vertrag unterschreiben", sagte er. "Mainz lässt Spieler in einer solchen Lage nicht hängen. Deshalb das Angebot für einen Einjahresvertrag." Soto spielt seit 2007 bei den Rheinhessen und gilt als Publikumsliebling.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Seit Klaus Fischer immer noch die absolute Königsdisziplin in Sachen Haltungsnote beim Torschuss: der gelungene Fallrückzieher. Direkt verwandelte Ecken hin, Fernschüsse her, ob Kunstschuss, Bogenlampe oder - hallo, Uwe Reinders - einfach mal so ins Tor geschmissene Einwürfe, der größte Hingucker ist und bleibt der Fallrückzieher. Am Wochenende tat es Hannovers Salif Sane dem einstigen Schalker Wunderstürmer gleich und es blieb dem geneigten Zuschauer - ganz unabhängig von Vereinsfarben und Vorlieben - nichts anderes als anerkennender Applaus. Salif, das war erste Sane!

Nur fliegen ist schöner: Hannovers Salif Sane bei der Torschuss-Kür schlechthin - sein Fallrückzieher schlug zum 2:2-Endstand in Wolfsburg ein

Nur fliegen ist schöner: Hannovers Salif Sane bei der Torschuss-Kür schlechthin - sein Fallrückzieher schlug zum 2:2-Endstand in Wolfsburg ein

Der Gewinner des Spieltages

Gojko Kacar jubelt völlig entfesselt nach seinem 2:1-Siegtreffer für den HSV in Mainz

Gojko Kacar jubelt völlig entfesselt nach seinem 2:1-Siegtreffer für den HSV in Mainz

Anno 2010 kam Gojko Kacar von Hertha BSC Berlin zum Hamburger SV. Angekommen scheint er erst jetzt zu sein, da er beinah schon wieder die Koffer packen muss. 57 Spiele hat der Serbe für den HSV absolviert, dabei vier Tore erzielt. Sein Potential konnte er nie ausschöpfen, die Irrungen und Wirrungen des Vereins unter der Raute taten ihr übriges. Wenn Kacar spielte, blitzte sein Können da und dort auf, mehr war nicht. Jetzt, da seine Geschichte beinah auserzäht ist, macht Kacar sich und dem Verein und den Fans noch einmal ein Riesending von einem Geschenk. In der 87. Minute versenkte er mit unglaublicher Wucht und Präzision die Kugel im Gebälk der Mainzer. Schauen Sie einmal in das Gesicht von Kacar: Aussortiert, aufgestellt, reingehängt - und abgeliefert.

Verlierer des Tages

Andernorts gibt es Kellerkinder, die an diesem Wochenende jubeln durften. Und sich das vollkommen verdient hatten. Die Paderborner etwa entpuppen sich in diesem so hochspannenden Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga als ganz zähes Leder. Die Hannoveraner kommen auch noch einmal auf die Beine und liefern mit, siehe oben, Sanes Tor des Jahres auch noch etwas fürs Auge. Und im ganz hohen Norden scheint das Motivationsseminar des Herrn Labbadia tatsächlich anzuschlagen. Nur in Stuttgart - da steht Stevens und seiner Truppe das Wasser nun mindestens bis zur Halskrause. Drei Punkte Abstand bis zum Relegationsplatz, nur noch drei Spieltage bis zum Final Countdown. Das wird ganz, ganz eng für die einst so stolzen Schwaben, den Deutschen Meister von 2007.

Bild des Tages

Nichts für schwache Nerven - das grausame Bild des 31. Spieltages: Der Mainzer Elkin Soto verbiegt sich im Zweikampf mit Rafael van der Vaart das Bein, in seinem Knie geht buchstäblich alles kaputt.

Nichts für schwache Nerven - das grausame Bild des 31. Spieltages: Der Mainzer Elkin Soto verbiegt sich im Zweikampf mit Rafael van der Vaart das Bein, in seinem Knie geht buchstäblich alles kaputt.

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