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Bundesliga im stern-Check Warum die Skripnik-Entlassung Werder Bremen lange schaden wird

Viktor Skripnik schlägt sich während seines letzten Spiels als Trainer von Werder Bremen beide Hände vor das Gesicht
Nicht mehr Trainer bei Werder Bremen: Viktor Skripnik
© Roland Weihrauch/DPA
Ein brutales Foul, eine unfaire Fan-Aktion und eine Trainerentlassung, die nur Verlierer kennt - der 3. Bundesliga-Spieltag im stern-Check.

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Eigentlich war da schon alles zu spät. Werder Bremen lag in Mönchengladbach schon 0:4 hinten, da fasste sich Serge Gnabry ein Herz. Im Halbfeld erwischte er die Flanke von Aron Johannsson und zog volley ab. Der Ball flog über Gladbachs Torhüter Yann Sommer hinweg und unter der Latte ins Tor. Doch wie gesagt: Da war schon alles zu spät. Nicht nur für das Bremer Team, sondern besonders für Werders Trainer Viktor Skripnik.

Aufreger des Tages

Das Foul war so brutal wie unnötig. Kurz vor Ende der Partie FC Augsburg gegen FSV Mainz 05 feiert der Mainzer Neuzugang José Rodriguez sein Bundesliga-Debüt. Es läuft die Nachspielzeit, Mainz führt 3:1. Da rauscht Rodriguez in Höhe der Mittellinie dem Augsburger Dominik Kohr in die Beine. Rodriguez läuft weiter, Kohr bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Selbst Gegenspieler, die seine Verletzung sehen, wenden sich ab oder haben Tränen in den Augen. Rodriguez sieht die Rote Karte. Kohr wird mit einer offenen Wunde an Schien- und Wadenbein erst vom Platz getragen, dann bekommt er Schmerzmittel und wird in eine Klinik gebracht.

Mainz-Coach Martin Schmidt entschuldigte sich sofort für das brutale Foul seines Spielers, trotzdem schäumte Augsburgs Präsident vor Wut: "So ein Arschloch!"

Rodriguez entschuldigte sich nach dem Spiel persönlich und via Facebook. Trotzdem dürfte ihm zu recht eine lange Sperre drohen. Doch früher als Kohr wird er wohl trotzdem wieder auf dem Platz stehen.

Verlierer des Tages:

"Unglücklich" ist noch eine wohlwollende Umschreibung für das Agieren von Werders Geschäftsführer Frank Baumann. Baumanns Vorgänger Thomas Eichin musste in Bremen gehen, weil er ein Kritiker von Coach Viktor Skripnik war. Und Eichin war nicht der Einzige in Bremen, der mit einem neuen Trainer in die neue Saison gehen wollte. Baumann aber verlängerte Skripniks Vertrag noch vor Saisonbeginn bis 2018. Nach dem Pokal-Aus und dem 0:6-Liga-Auftakt bei den Bayern hatte Baumann mit Blick auf den Trainerposten noch gesagt: "Wir werden die nächsten Monate dort definitiv nichts verändern."

Drei Wochen und zwei Niederlagen später sind Frank Baumanns Aussagen nichts mehr wert. "Wir sind auf der Busfahrt zu der Entscheidung gekommen, Viktor freizustellen. Er war sehr enttäuscht", erläuterte Baumann am Sonntag die erste Trainerentlassung der 54. Bundesliga-Saison. Klar, Baumann ist ein Geschäftsführer-Frischling. Aber wie soll er einen neuen Trainer von Bremen überzeugen, wenn auf seine Aussagen so wenig Verlass ist?

Werder Bremen genießt bislang den Ruf, ein solider geführter Verein zu sein, in dem mehr Ruhe herrscht als etwa beim Nordrivalen HSV oder auf Schalke. Nach nur fünf Monaten im Amt droht Baumann, diesen Ruf zu zerstören. Das wird Werder langfristig schaden - denn was hat dieser Verein derzeit noch anderes als seinen Ruf?

Gewinner des Tages:

Es war eine rauschende Nacht in Köln: Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren war der 1. FC Köln Tabellenführer der Bundesliga. "Olé, olé, Deutscher Meister FC" oder ein "Europapokal-Lied" (Sportdirektor Jörg Schmadtke) hallte durch das Stadion. Der Sportdirektor gab eine eigene Interpretation, wie die Kölner Fans mit diesen Situationen mittlerweile umgehen: "Ich nehme das so wahr, dass sie sich ein wenig selber auf den Arm nehmen, dass sie mit einem Augenzwinkern sagen: Hey Jungs, wir haben schon verstanden." Ob er damit wohl richtig lag? Die Tabellenführung hielt zwar nur vom Abpfiff am Freitagabend bis zum Führungstor der Bayern am Samstagnachmittag, aber das dürfte den Domstädtern herzlich egal gewesen sein. Endlich, endlich stand man wieder einmal da, wo die Effzeh-Fans ihren Verein am liebsten sehen.

Bild des Tages:

Langeweile in der Bundesliga? Muss da das Stadionmagazin als Ausgleich herhalten? Ist doch bislang alles gar nicht so schlimm. Klar, die Bayern ziehen vorne weg. Aber wer hätte schon gedacht, dass Schalke nach drei Spieltagen noch nicht gewonnen hat und schärfster Bayern-Verfolger die in der Vorbereitung kriselnde Hertha ist? Eben. Jeder Bundesliga-Start bietet Überraschungen. Darum: Schleunigst aufs Spielfeld schauen, der Herr!
Langeweile in der Bundesliga? Muss da das Stadionmagazin als Ausgleich herhalten? Ist doch bislang alles gar nicht so schlimm. Klar, die Bayern ziehen vorne weg. Aber wer hätte schon gedacht, dass Schalke nach drei Spieltagen noch nicht gewonnen hat und schärfster Bayern-Verfolger die in der Vorbereitung kriselnde Hertha ist? Eben. Jeder Bundesliga-Start bietet Überraschungen. Darum: Schleunigst aufs Spielfeld schauen, der Herr!
© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
mit DPA

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