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Bundesliga-Finale: Bremen bleibt erstklassig - Stuttgart steigt ab

Was für ein Bundesliga-Finale: Werder Bremen hat sich in der sprichwörtlich letzten Minute vor der Relegation gerettet. In genau die muss Eintracht Frankfurt. Für den VfB Stuttgart stand der Abstieg schon in der ersten Halbzeit fest.

Jubelnde Speiler und Trainer von Werder Bremen

Grenzenloser Jubel: Werder Bremen gelang durch das späte 1:0 gegen Eintracht Frankfurt der Klassenerhalt. Danach gab es kein Halten mehr.

Der VfB Stuttgart ist erstmals seit 41 Jahren wieder aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Die Schwaben verloren am 34. Spieltag mit 1:3 beim VfL Wolfsburg und müssen wie Hannover 96 in die 2. Liga. Auch Eintracht Frankfurt droht noch der Absturz - die Hessen unterlagen nach dramatischer Schlussphase bei Werder Bremen mit 0:1 und müssen in die Relegation. Die Hanseaten schafften hingegen den direkten Klassenverbleib.

Borussia Mönchengladbach sicherte sich durch das 2:0 bei Darmstadt 98 endgültig Platz vier und den Startplatz in der Champions-League-Qualifikation. Der FC Schalke 04 trennt sich nach der Saison von Trainer André Breitenreiter und startet nach dem 4:1 bei 1899 Hoffenheim wie auch der FSV Mainz 05 in der Gruppenphase der Europa League. Hertha BSC muss durch das 0:0 in Mainz in die Qualifikation zum zweitklassigen Europapokal.

Der FC Bayern München feierte die 26. Meisterschaft standesgemäß mit einem 3:1 über Hannover 96, Robert Lewandowski krönte sich mit 30 Treffern zum Torschützenkönig. Alle Ergebnisse im Überblick:

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 3:1 (2:0)

Die besten Sprüche der Bundesliga-Saison
1. Spieltag

"Es macht Spaß, uns zuzuschauen, auch wenn ich selbst nicht zugeschaut habe." (Der zweifache Torschütze Thomas Müller zum 5:0-Sieg des FC Bayern München im Eröffnungsspiel der 53. Bundesliga-Saison gegen den Hamburger SV)

2. Spieltag

"Man entwickelt ja ein Gefühl für Situationen. Vor dem Spiel war alles irgendwie nett. Der Blödsinn ist ja nur, dass man dann auch noch bestätigt wird." (Bayern Münchens Sportchef Matthias Sammer zum frühen Rückstand nach nur neun Sekunden beim 2:1-Sieg in Hoffenheim)

3. Spieltag

"Das ist nichts, was wir im Labor ausprobieren." (VfB-Stuttgart-Trainer Alexander Zorniger verteidigte nach dem 1:4 gegen Eintracht Frankfurt sein offensives Spielkonzept)

4. Spieltag

"Wir sind alle nur Menschen. Du schreibst auch manchmal Scheiße." (Leverkusens Angreifer Stefan Kießling auf die Frage eines Journalisten zu den Gründen für das 0:1 gegen Darmstadt)

5. Spieltag

"Der Trainer hat ja gesagt, ich komme mit dem Putzeimerchen vorbei, aber das war gar nicht nötig. Alles hat schön nach Meister Proper gerochen." (Klaus Rüdiger Fritsch, Präsident des SV Darmstadt 98, nach dem "Spiel des Jahres" gegen den FC Bayern München. Vor der Saison hatte er angekündigt, dass man in der Uralt-Arena am Böllenfalltor noch einmal durchwischen werde, wenn der Rekordmeister kommt) 

6. Spieltag

"Jetzt sind wir Tabellenletzter, ein Platz, der den Leistungen entspricht. Abstieg ist nicht möglich." (Clubchef Martin Kind nach dem 1:3 von Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart)

7. Spieltag

"Lewy hat eine kleine Krise. Er hat nur zwei Tore gemacht. Aber wir drücken mal ein Auge zu." (Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer nach dem 3:0 in Mainz über den Doppelpack von Robert Lewandowski, der im Spiel zuvor gegen Wolfsburg fünfmal getroffen hatte)

8. Spieltag

"Wahrscheinlich hat er sich vor dem Schuss schon in die Hose gemacht." (Der Mainzer Torwart Loris Karius über den Darmstädter Elfmeter-Fehlschützen Sandro Wagner beim 2:3 zwischen den "Lilien" und Mainz)

9. Spieltag

"Wir müssen uns zusammensetzen und uns wahrscheinlich auf die Fresse hauen. [...] Das ist kein Bundesliganiveau." (Hoffenheims maßlos enttäuschter Eugen Polanski bei "Sky" nach der 2:4-Niederlage seiner Mannschaft beim VfL Wolfsburg)

10. Spieltag

"Es ist egal, ob man mit Vierer-, Fünfer- oder Sechserkette spielt. Die Bayern finden immer ihre Lücken." (Kölns Torhüter Timo Horn nach dem 0:4 beim FC Bayern)

11. Spieltag

"Wir sind alle Interimstrainer, ich habe nur keinen Vertrag." (Borussia Mönchengladbachs André Schubert auf die Frage, ob er sich auch nach dem sechsten Ligasieg noch als Interimscoach fühle)

12. Spieltag

"Zur Brust nehmen ist schwer. Er ist ein kräftiges Kerlchen." (Mönchengladbach-Trainer André Schubert auf die Frage, ob er sich Granit Xhaka wegen dessen Gelb-Roter Karte im Spiel gegen Ingolstadt mal "zur Brust" nehmen wolle)

13. Spieltag

"Die haben versucht, ihren Bus vor dem eigenen Sechzehner zu parken." (Bayern-Profi Thomas Müller über die defensive Taktik von Gastgeber Schalke 04 beim 3:1-Sieg der Bayern im damaligen Topspiel)

14. Spieltag

"Ich habe kein General-Lob verteilt." (Ingolstadt-Trainer Ralph Hasenhüttl zur Pausenansprache beim 0:4 in Hannover)

15. Spieltag

"Die Niederlage tut nicht gut, aber sie zeigt, dass unsere Mannschaft von diesem Planeten ist und menschlich agiert." (Bayerns Matthias Sammer nach dem 1:3 der Münchner in Mönchengladbach)

16. Spieltag

"Ich habe den Schiedsrichter Eierkopp genannt. Im Rheinland, wo ich herkomme, ist das keine Beleidigung." (Kölns Manager Jörg Schmadtke über Schiedsrichter Guido Winkmann, der ihn beim 1:1 in Bremen auf die Tribüne verbannt hatte)

17. Spieltag

"Sie glauben es nicht, aber wir haben tatsächlich ein Festgeldkonto." (Sportvorstand Horst Heldt auf die Frage, wie der verschuldete FC Schalke 04 die damals geplanten Wintertransfers finanzieren wolle)

18. Spieltag

"Der hat auch die Handschuhe an, dann muss er die Bälle halten." (Hoffenheims damaliger Trainer Huub Stevens nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen über seinen starken Torhüter Oliver Baumann)

19. Spieltag

"Er lässt das Bein stehen und ich komme nicht durch. Soll ich rüberspringen? Ich bin doch kein Hürdenläufer." (Bayer Leverkusens Stürmer Stefan Kießling zu dem an ihm verursachten Elfmeter beim 3:0 gegen Hannover 96)

20. Spieltag

"Es hilft nichts, wenn sie nachts noch zusammen schlafen." (Der damalige Hannover-Trainer Thomas Schaaf auf die Frage, ob ein Kurz-Trainingslager helfen könnte) 

21. Spieltag

"Ich hatte Schmetterlinge im Bauch. Es war, wie in eine alte Wohnung zurückzukehren. Man kennt alles und fühlt sich wohl." (Der davor nur als Reservist eingesetzte Dortmunder Abwehrspieler Neven Subotic über sein erstes Saisonspiel vor heimischer Kulisse; Dortmund gewann 1:0 gegen Hannover)

22. Spieltag

"Das kleine gallische Dorf Gladbach hat heute gewonnen." (Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl nach dem 1:0-Derbysieg gegen den 1. FC Köln)

23. Spieltag

"Das Spiel besteht daraus, dass sie herumblöken und sich fallen lassen. Das ist eine ekelhafte Mannschaft." (Hamburgs Mittelfeldspieler Lewis Holtby nach dem 1:1 gegen den FC Ingolstadt)

24. Spieltag

"Ganz einfach: zack, zack, zack." (Der dreifache Bremer Torschütze Claudio Pizarro nach dem 4:1 bei Bayer Leverkusen auf die Frage, wie er das gemacht habe)

25. Spieltag

"José Mourinho ist frei. Vielleicht schaffen wir es mit dem." (Abwehrspieler Marco Russ zur damaligen Trainerdiskussion bei Eintracht Frankfurt nach dem 1:1 gegen Ingolstadt)

26. Spieltag

"Mein Papa und mein Onkel sind hier, sie haben aus Ungarn im Auto ein halbes Schwein und Rotwein mitgebracht." (Hertha-Trainer Pal Dardai zu den familiären Feierlichkeiten nach dem 2:0-Sieg gegen Schalke)

27. Spieltag

"Dreckige Siege fühlen sich auch gut an." (Torwart Ralf Fährmann vom FC Schalke 04 nach dem schmeichelhaften 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach)

28. Spieltag

"Wenn ich Fifa-Präsident werden kann, kannst du die Champions League gewinnen." (Gianni Infantino im ZDF über den Mainzer Trainer, seinen Schweizer Landsmann Martin Schmidt)

29. Spieltag

"Also, trainieren tun wir das nicht." (Trainer Jürgen Kramny zum damals bereits sechsten Eigentor seines VfB Stuttgart in dieser Saison; der VfB unterlag den Bayern mit 1:3)

30. Spieltag

"Es bleibt unten schön kuschlig in der Region, in der wir uns befinden. Kuschlig ist Gott sei Dank nicht so schlecht im Leben - vor dem Kamin. In der Tabelle eher ungünstig." (Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann über die damalige Situation im Abstiegskampf) 

31. Spieltag

"Meine Frau trägt einen kleinen Ball in sich." (Kölns werdender Vater Marcel Risse zu seinem Torjubel mit dem angedeuteten Schnuller nach seinem 3:1 und der Armwiege nach seinem 4:1)

32. Spieltag

"Ich habe mich nirgendwo angeboten. Das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe. Das habe ich nicht nötig." (BVB-Kapitän Mats Hummels über Aussagen des ehemaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, dass der Weltmeister selbst an die Tür der Münchner geklopft habe)

33. Spieltag

"Es ist das achte Weltwunder." (Flügelspieler Marcel Heller zum Coup des Außenseiters Darmstadt 98, der sich vorzeitig die weitere Bundesligazugehörigkeit sicherte)

Lange Zeit war den Stuttgartern die Brisanz der Lage nicht anzumerken. Nach einem leidenschaftslosen Auftritt lag das Team von Trainer Jürgen Kramny durch die Gegentreffer von Maximilian Arnold (11.) und André Schürrle (29.) hinten. Erst nach dem Freistoßtor des zukünftigen Wolfsburgers Daniel Didavi (78.) kam noch einmal kurz Hoffnung für die Schwaben auf. Der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte war jedoch spätestens durch den Bremer Siegtreffer gegen Frankfurt und das 3:1 von Wolfsburgs Schürrle in der Nachspielzeit nicht mehr zu verhindern.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0)

Papy Djilobodji ist der gefeierte Held von Werder Bremen. In der 87. Minute stocherte der senegalesische Verteidiger den Ball über die Linie und sicherte den Hanseaten als Tabellen-13. den Klassenverbleib. Die Eintracht muss nach dem ernüchternden Saisonfinale als Tabellen-16. in die Relegation und spielt am 19. und 23. Mai gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg.

FC Bayern München - Hannover 96 3:1 (2:0)

Beim letzten Auftritt von Trainer Pep Guardiola vor heimischem Publikum schossen sich die Bayern schon einmal für das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund in einer Woche warm. Lewandowski traf aus zwölf Metern (12.) und knackte damit als erster Bundesliga-Profi seit Dieter Müller vor 39 Jahren die Marke von 30 Saisontoren. Bevor die Münchner die Schale zum historischen vierten Mal hintereinander erhielten, erzielte Mario Götze (28./54.) seinen ersten Doppelpack für die Bayern seit 15 Monaten. Artur Sobiech (66.) markierte nur noch den Ehrentreffer für den Absteiger.

SV Darmstadt 98 - Borussia Mönchengladbach 0:2 (0:1)

Erstmals seit mehr als einem halben Jahr feierte Gladbach wieder einen Auswärtssieg und beseitigte auch die letzten Zweifel am vierten Platz und dem Sprung in die Champions-League-Playoffs. Thorgan Hazard (31. Minute) und André Hahn (63.) erzielten die Treffer für die Gäste. Dem Aufsteiger tat die Niederlage nicht mehr weh, die Hessen hatten vor dem letzten Spieltag den Klassenverbleib perfekt gemacht.

FSV Mainz 05 - Hertha BSC 0:0

Zum Abschied von Manager Christian Heidel erreichten die Mainzer erstmals direkt die Gruppenphase der Europa League. Bei den lange besseren Herthanern musste Niklas Stark in der 88. Minute mit Gelb-Rot vom Platz, nach dem Absturz der vergangenen Wochen muss der Hauptstadtclub schon Ende Juli wieder in der Europa-League-Qualifikation ran.

1899 Hoffenheim - FC Schalke 1:4 (1:2)

Schon vor der Partie verkündete Breitenreiter seinen baldigen Abgang. Der neue Schalke-Manager Christian Heidel habe ihm "sehr offen und direkt" die Entscheidung zur Trennung nach der Saison mitgeteilt. Augsburgs Markus Weinzierl bleibt heißer Kandidat für die Nachfolge. Dem neuen Trainer bleibt zumindest die Qualifikationsrunde zur Europa League erspart, als Fünfter startet Schalke kommende Saison in der Gruppenphase. Klaas-Jan Huntelaar (7.), Marvin Matip (15.), Leroy Sané (56.) und Fabian Schär (89./Eigentor) trafen für die Gäste, Hoffenheims Mark Uth (41.) erzielte nur noch den Anschluss.

Borussia Dortmund - 1. FC Köln 2:2 (1:2)

Der Tabellenzweite aus Dortmund verpasste eine gelungene Generalprobe fürs Pokalfinale gegen den FC Bayern. Nach der Führung durch Gonzalo Castro (11.) trafen Anthony Modeste (27.) und Milos Jojic (44.) für die Kölner. Marco Reus (22.) schaffte zumindest noch den Dortmunder Ausgleich. Als Neunter beendeten die Kölner erstmals seit 1992 die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz.

FC Augsburg - Hamburger SV 1:3 (1:1)

Im womöglich letzten Spiel von Weinzierl als FCA-Trainer verabschiedeten die Augsburger den Coach mit einer Niederlage. Durch das 1:3 fielen die Schwaben im Mittelfeld der Tabelle noch hinter Hamburg zurück. Nach der Augsburger Führung durch Alfred Finnbogason (11. Minute) drehten Michael Gregoritsch (36./75.) und Nicolai Müller (62.) die Partie.

Bayer 04 Leverkusen - FC Ingolstadt 3:2 (2:1)

Trotz eines ordentlichen Auftritts konnten die Ingolstädter ihrem Trainer Ralph Hasenhüttl vor dem Wechsel zu RB Leipzig kein erfolgreiches Ende seiner Amtszeit bescheren. Matthew Leckie (16.) brachte den Aufsteiger zwar in Führung, Charles Aranguiz (31.), Kevin Kampl (37.) und Stefan Kießling (62.) sicherten dem Champions-League-Starter aus Leverkusen aber den vierten Heimsieg in Serie. Moritz Hartmann (69.) erzielte per Foulelfmeter nur noch den Ingolstädter Anschluss. 

mod/DPA

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