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Borussia Mönchengladbach Kramers Attacke gegen die eigenen Fans - und wie Borussen-Anhänger kontern

Christoph Kramer im Trikot von Borussia Mönchengladbach fasst sich an den Kopf
Gladbach-Profi Christoph Kramer: Seine Empfehlung, statt die Mannschaft auszupfeifen lieber Bratwurst zu essen oder nach München zu ziehen, ist bei vielen Fohlen-Fans nicht gut angekommen.
© Marius Becker/DPA
Schwören Gladbach-Fans weiter geschlossen "Stein und Bein" auf ihre Borussia, wie sie vor jedem Spiel singen? Christoph Kramer hat da nach Pfiffen gegen das eigene Team seine leisen Zweifel und empfiehlt: lieber eine Bratwurst holen oder nach München ziehen.

Nicht jeder Bundesliga-Profi traut sich, seine Meinung zu vertreten. Christoph Kramer, Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach, ist da eine rühmliche Ausnahme - nicht immer zu seinem Vorteil. Viel Kritik hat der Weltmeister, der im Finale von Rio k.o. ging, beispielsweise dafür eingesteckt, dass er - nachvollziehbar oder nicht - das Wechselsystem im Profi-Fußball mit Ablösesummen in die Nähe des Menschenhandels rückte.

Nun hat sich Kramer wieder deutlich geäußert. Nach dem schwachen Spiel der Elf vom Niederrhein gegen den Abstiegskandidaten FC Augsburg (1:1) beschwerte er sich über die unzufriedenen Fohlen-Fans, die den Auftritt ihres ersatzgeschwächten Teams mit Pfiffen bedachten. "Dann sei einfach ruhig, hol dir ne Bratwurst, oder mach irgendwas, aber pfeife halt nicht (...)", ging der 26-Jährige die Borussen-Anhänger an. Und weiter: "Wenn sie entertained werden wollen, dann sollen sie am Samstagabend DSDS schauen oder nach München ziehen."

Christoph Kramer löst Fan-Diskussion aus

Mit der Empfehlung, doch lieber Bayern-Fan zu werden als die Borussen auszupfeifen, war schon Gladbach-Manager Max Eberl im vergangenen Herbst aufgefallen, der nach Pfiffen für Ex-Fohlen-Trainer André Schubert im Champions-League-Spiel gegen Manchester City (1:1) sogar von "dummen Menschen" gesprochen hatte - und sich später dafür entschuldigte. Auch Kramer erntet nun reichlich Widerspruch aus den Fan-Reihen.

Vor allem die Diskrepanz zwischen den Top-Gehältern der Profis, den mauen Darbietungen auf dem Platz und den Kosten für einen Spielbesuch stößt vielen Fans auf. Ein Borussen-Anhänger fragt, ob Kramer wohl auch den Koch lobt, wenn ihm im Restaurant das Essen nicht schmeckt:

Es geht um mehr als nur die Wurst

Eher in der Minderheit sind die Fans, die unerschütterlich den Standpunkt vertreten, dass man die eigene Mannschaft schlicht nicht auspfeift. Ein Gladbach-Fan versucht es in einem Post auf der Facebook-Seite des Gladbach-Fanzines "Torfabrik" sachlich: "Gerade unsere Fans standen trotz schlechter Leistung immer hinter der Mannschaft. Dann muss man ihnen auch einmal zugestehen, ihren Unmut zu äußeren. Gerade nach dieser Arbeitsverweigerung."

Das Fanzine lieferte mit einem Foto selbst einen charmanten Beitrag zur Diskussion, hatte sich Kramer doch einmal dazu geäußert, welchen Anteil eine Bratwurst an einem gelungenen Stadionbesuch hat. Und siehe da: Auch nach Kramers Lesart geht's nicht nur um die Wurst.

dho

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