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Bundesliga-Schlusslicht: Die gruseligen Fakten zur dramatischen HSV-Krise

Immer noch ein tieferer Tiefpunkt: Das 0:3 in Köln setzt ein weiteres Ausrufezeichen hinter den katastrophalen Saisonstart des HSV. Ein Blick auf die Fakten belegt: Selbst für die Hamburger Verhältnisse der letzten Jahre steht es gerade besonders schlimm um den Liga-Dino.

HSV

Der neue Trainer des HSV, Markus Gisdol, fühlt sich schon nach wenigen Spielen ziemlich allein gelassen im Volkspark

Kurz vor dem 80. Geburtstag von Uwe Seeler steht der Hamburger SV so schlecht da wie noch nie in der Fußball-Bundesliga. Sechs Tage vor dem Ehrentag des HSV-Idols am Samstag kassierte der HSV beim 1. FC Köln nach einem Hattrick von Anthony Modeste (60./82./86.) in Unterzahl eine 0:3 (0:0)-Niederlage und bleibt damit Tabellenletzter. In den neun Erstliga-Spielen in dieser Saison haben die Hamburger gerade einmal zwei Punkte gesammelt. Der Trainerwechsel von Bruno Labbadia am fünften Spieltag zu Markus Gisdol ist wirkungslos verpufft.

"Das Ergebnis ist sehr bitter. Wir haben ein wirklich gutes Auswärtsspiel gemacht bis zur 60. Minute", sagte Gisdol bei Sky. Nach einer Stunde sah HSV-Stürmer Bobby Wood die Rote Karte. Hamburgs Keeper René Adler meinte: "Wir müssen einfach weitermachen. Wir können ja nicht aufhören zu spielen."

Wie dramatisch die Lage beim Bundesliga-Dino aber tatsächlich ist, belegt ein Blick auf die erstaunlichen Fakten rund um den missratenen Saisonstart der Hamburger:

Torflaute

Seit sieben Spielen oder 596 Minuten ist die Mannschaft ohne eigenen Torerfolg - das ist die längste Flaute in der Geschichte des Bundesliga-Gründungsmitglieds. Die "Tor-Krepierer" ("Hamburger Morgenpost") übertrafen damit sogar den bisherigen Minusrekord um 67 Minuten. Ebenfalls einmalig in der Liga-Historie: Ganze zwei Treffer in neun Spielen sind den "Rothosen" bisher gelungen - beide erzielt von Stürmer Bobby Wood, der zu allem Überfluss jetzt in Köln die Rote Karte wegen Tätlichkeit sah ...

Platzverweise

... apropos Rote Karten: Trainer Markus Gisdol sprach nach Woods Platzverweis von einer "Tätlichkeit, die nicht zu entschuldigen ist." Kapitän Johan Djourou stimmte ein: "Die Rote Karte von Bobby passierte aus Frust. Das darf er nicht machen, das ist Disziplinlosigkeit." Mag sein, aber es passt zur desolaten Disziplin der Truppe, die in den letzten drei so wichtigen Spielen drei Platzverweise kassierte: Cléber in Mönchengladbach (0:0), Dennis Diekmeier gegen Frankfurt (0:3), und nun Wood in Köln. Die bittere Ironie: Der HSV hat damit in dieser Saison bisher mehr Rote Karten kassiert als Tore geschossen.

Gisdols Negativrekorde

Falls sich die Verantwortlichen rund um Boss Dietmar Beiersdorfer irgendeinen positiven Effekt von ihrem jüngsten Trainerwechsel erhofft haben, sollten sie jetzt nicht weiterlesen: Seit Markus Gisdol das undankbarste Bundesliga-Amt der letzten Jahre übernommen hat, stellt er einen traurigen Rekord nach dem anderen auf - mit drei Niederlagen und einem Unentschieden ist Gisdol bereits schlechter gestartet als jeder andere HSV-Coach in 54 Jahren. In den vier Spielen hat die Mannschaft zudem keinen einzigen Treffer erzielt - den bisherigen Negativrekord dieser Art hält der damalige Bochum-Trainer Helmuth Johanssen übrigens seit 1979. Gisdol kann ihn am Samstag gegen den BVB zumindest schon mal einstellen ...

tim mit DPA

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