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Neuer DFB-Sportdirektor: Fußballdenker Dutt

Robin Dutt tritt das Erbe von Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor an. Der heute vorgestellte Dutt scheiterte in Leverkusen, versteht sich aber im Gegensatz zu Querkopf Sammer mit dem Bundestrainer.

Drei Wochen nach dem Abschied von Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor hat der Deutsche Fußball-Bund den ersehnten Nachfolger gefunden. Robin Dutt soll laut dem Deutschen Fußballbund (DFB) den wichtigen Führungsposten übernehmen. Der DFB stellte den 47-Jährigen in Frankfurt am Main vor.

Zwischen Löw und Sammer war es in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen gekommen, auch wenn sich beide zuletzt arrangiert hatten. Dem DFB ist daher an einem guten Verhältnis zwischen Bundestrainer und Sportdirektor gelegen. Dutt beginnt seine Arbeit am 1. August. Der Kontrakt läuft bis 2016.

Der eher überlegt auftretende Dutt ist nun Nachfolger von Querdenker Sammer, der Anfang Juli zum FC Bayern München als Sportvorstand gewechselt war. Zuletzt war auch der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, Stefan Kuntz, als möglicher Sportdirektor gehandelt worden. Der Europameister von 1996 hatte Kontakte zum DFB aber dementiert.

Er wollte sich "Zeit für die privaten Dinge des Lebens nehmen"

Dutt hatte eigentlich noch ein wenig mit einem neuen Jobantritt warten wollen. Zuletzt hatte er der "Welt" in einem Interview verraten: "Ich werde den Saisonstart in Deutschland abwarten und denke, dass ich dann schon wieder eine spannende Aufgabe bekomme." Einen Wechsel ins Ausland schloss er aus. Bei seiner nächsten Station wolle er sich "auch Zeit für die privaten Dinge des Lebens nehmen", hatte Dutt in der Zeitung angekündigt.

Der 47-Jährige war am 1. April bei Bayer nach nur neun Monaten entlassen worden. Zuvor hatte die Werkself fünf Pflichtspiele in Serie verloren. Damit war auch die Europa-League-Qualifikation in Gefahr geraten. Der Jupp-Heynckes-Nachfolger Dutt hatte von Beginn an keinen leichten Stand unter dem Bayer-Kreuz und sorgte mit widersprüchlichen Aussagen für Verwirrung und Unverständnis. Auch sein Schlingerkurs in der Personalie Michael Ballack hatte ihn an Ansehen gekostet.

Dutt hat sich einen Namen gemacht vor allem als Trainer des SC Freiburg. Die Breisgauer betreute er als Nachfolger von Urgestein Volker Finke von 2007 bis 2011. Mit Offensivfußball führte er den SC als Zweitligameister 2009 zurück in die Bundesliga.

Ähnlich forsch trat Dutt bisher nicht auf

Dutt tritt in große Fußstapfen. Sammer hat den DFB als Sportdirektor von 2006 bis 2012 entscheidend mitgeprägt. Sein Abgang am 2. Juli nach München als Nachfolger für Christian Nerlinger kam für Beobachter überraschend. "Wir lassen Sammer nur sehr schweren Herzens gehen. Er hat mit seiner Kompetenz und Leidenschaft viel für die Talentförderung in Deutschland bewegt und dem Verband mit seiner Art unglaublich gut getan", hatte DFB-Präsident Niersbach damals gesagt. Jetzt begrüße Niersbach den Nachfolger: "Ich bin mir sicher, dass Robin Dutt mit seinen Qualitäten die erfolgreiche Arbeit von Matthias Sammer fortsetzen und aufgrund seiner Erfahrung neue Impulse einbringen kann."

Der ehrgeizige Sammer hingegen sieht den FC Bayern nun als reizvollere Aufgabe. Der neue starke Mann in München wolle eine "Aufbruchstimmung erzeugen" und den Dreifach-Vize der vergangenen titellosen Saison auf Anhieb wieder zur Nummer 1 in Deutschland machen, hatte er bei seiner Präsentation unter Blitzlichtgewitter erklärt. Ähnlich forsch trat Dutt bisher nicht auf. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Joachim Löw und allen anderen DFB-Trainern. Und ich empfinde es als unglaublich reizvolle Herausforderung, mit den größten Talenten unseres Landes den Fußball weiter voranzubringen", erklärte er bei seiner Vorstellung als neuer DFB-Sportdirektor.

In seiner künftigen Funktion verantworte Dutt die gesamte Jugend- und Talentförderung sowie die Optimierung der Trainerausbildung des Verbandes. Daneben gehört zu seinen Aufgaben die Führung und Steuerung der U-Trainer.

jar/DPA / DPA

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