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Istanbul Başakşehir FK: Nach Aus beim FC St. Pauli: Cenk Şahin will bei Erdogans Lieblingsklub trainieren

Nachdem der türkische Fußball-Profi Cenk Şahin die Syrien-Offensive der Türkei öffentlich begrüßte, stellte ihn der Zweitligist FC St. Pauli frei. Nun will der Mittelfeldspieler bei Istanbul Başakşehir FK trainieren. Der Verein gilt als Lieblingsklub des türkischen Präsidenten Erdogan.

Der türkische Fußballprofi Cenk Şahin

Der türkische Fußballprofi Cenk Şahin 

DPA

Cenk Şahin, 25, will nach seiner Freistellung beim deutschen Zweitligisten FC St. Pauli beim türkischen Verein Istanbul Başakşehir FK trainieren. Der Erstligist gilt als Lieblingsklub des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Der Mittelfeldspieler, der die Syrien-Offensive der Türkei öffentlich begrüßte und damit "den Werten" des FC St. Pauli widersprochen habe, veröffentlichte am Dienstag ein Bild von seiner Landung in in der Türkei. Auf der Instagram-Seite von Başakşehir postete der Verein dazu, dass der Präsident Göksel Gümüşdağ den Fußballspieler Sahin "mit offenen Armen" empfangen würde. "Die Türen des Vereins stehen ihm immer offen. Das hier ist sein Zuhause", so Gümüşdağ. "Wenn die erforderlichen Prozeduren abgeschlossen sind, kann er, wenn er möchte, bei uns mittrainieren."

Auf Instagram postet Cenk Şahin seine Ankuft in Ankara (Türkei)

Auf Instagram postet Cenk Şahin seine Ankuft in Ankara (Türkei)

Der Verein zeigte auf seiner Instagram-Seite auch ein Instagram-Video, dass den Präsidenten an der Seite von Sahin zeigt. Dahin sage der Profi, dass er für den "Zuspruch sowohl von den anderen türkischen Klubs als auch innerhalb der Bevölkerung sehr froh" sei. "Wir Türken halten an solchen Tagen immer zusammen", wird der Fußball-Profi zitiert.

Trainings- und Gastspielerlaubnis für Şahin

Şahin begann seine Profi-Karriere bei Istanbul Başakşehir FK, bevor er 2016 zum FC St. Pauli nach Deutschland wechselte. Sein dortiger Vertrag soll zunächst seine Gültigkeit behalten. Die Hamburger erteilen Şahin, der mit einer Ablösesumme in Höhe von 1,3 Millionen Euro der zweitteuerste Profi der Vereinsgeschichte ist, eine Trainings- und Gastspielerlaubnis. Damit darf er sich in seiner türkischen Heimat, wo er sich derzeit aufhält, einem anderen Verein anschließen. Ein Transfer ist jedoch erst im Winter möglich.

Klub-Boss Gümüşdağ signalisierte, dass er für einen möglichen Wechsel aufgeschlossen ist. Laut "Bild"-Zeitung sagte er in dem Instagram-Video, dass "die Türen" für Şahin ab Januar 2020 offen stünden, sollte er zurückkehren wollen. "Cenk ist nicht nur ein guter Spieler, sondern auch ein türkischer Fußballer. An solch schlimmen Tagen halten wir als Türken zusammen", wird Gümüşdağ zitiert.

FC St. Pauli lehnt "kriegerische Handlungen ab"

Am Montag verkündete der FC St. Pauli, den 25-Jährigen nicht mehr einsetzen zu wollen. Şahin werde vom "Trainings- und Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung freigestellt". Nach zahlreichen Gesprächen "mit Fans, Mitgliedern und Freund*innen, deren Wurzeln in der Türkei liegen" sei der Vereinsführung bewusst geworden, "dass wir differenzierte Wahrnehmungen und Haltungen aus anderen Kulturkreisen nicht bis ins Detail beurteilen können und sollten", heißt es in der Mitteilung. "Ohne jegliche Diskussion und ohne jeglichen Zweifel lehnen wir dagegen kriegerische Handlungen ab. Diese und deren Solidarisierung widersprechen grundsätzlich den Werten des Vereins."

Sahin hatte am vergangenen Freitag bei Instagram die Syrien-Offensive der Türkei begrüßt und seine Solidarität bekundet. In seinem Posting schrieb er: "Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!" Daraufhin hatten die Fans des FC St. Pauli den Verein aufgefordert, sich sofort vom Spieler zu trennen.

Laut "Bild" begrüßte Şahin den Militärgruß türkischer Nationalspieler im EM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich. Erneut hatten einige Spieler salutiert und so ihre Sympathie mit der Politik von Erdogan gezeigt. "Ich war sehr stolz darauf, als nach dem Tor gegen Frankreich die Spieler salutierten", soll Şahin in dem Instagram-Video an der Seite von Klub-Boss Gümüşdağ gesagt haben.

Quellen: Instagram, "Bild", Nachrichtenagentur DPA

fs

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