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Champions League: Gladbach macht sich Mut: "Gegen Pep sind wir unbesiegt"

Diese Lose in der Champions League haben es in sich. Ob beim BVB, in München oder in Gladbach - überall war nach der Auslosung Begeisterung zu spüren. Die Topclubs Europas geben sich in diesem Herbst in Deutschland die Klinke in die Hand.

Tafel der ausgelosten Gruppen für die Champions League

Die acht Gruppen der Champions League 2016/2017: Die deutschen Clubs spielen in den Gruppen C, D, E und F.

Hammerlos! Hammergruppe! Die Begeisterung bei Club-Verantwortlichen und Fans kannte nach Ende der Gruppen-Auslosung für die Champions League kaum eine Grenze - nicht in München, nicht in Dortmund und schon gar nicht in Mönchengladbach. Während dort Vorfreude auf die ganz großen Duelle gegen Atlético, Real und Barca herrscht, ging das Leverkusener Los beinahe ein wenig unter.

"Das ist sicher die ausgeglichenste aller Gruppen, da ist alles möglich", kommentierte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler das Bayer-Los. "Mit Monaco haben wir aus dem vierten Topf wohl einen der schwierigsten Gegner gezogen. Tottenham ist sehr stark, auch Moskau als russischer Meister. Aber natürlich gehen wir optimistisch in diese Gruppenphase. Wir wollen uns durchsetzen." Die Chancen, zumindest den zweiten Rang und damit die K.o.-Runde der Königsklasse zu erreichen, stehen in der Tat nicht schlecht. Alle Clubs scheinen auf Augenhöhe.

Coach Roger Schmidt fühlte sich an eine ähnliche Vorrunde vor zwei Jahren erinnert. Auch seinerzeit hatte es Bayer mit Monaco zu tun, dazu Zenith St. Petersburg und der FC Kopenhagen. "Damals sind wir am Ende Zweiter geworden", sagte Schmidt. "Und auch jetzt haben wir das Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, um ins Achtelfinale einzuziehen."

Bayern haben Rechnung mit Atlético offen

Ein Ziel, das natürlich alle vier deutschen Clubs verfolgen. Die größten Chancen dürften wie üblich Dauermeister Bayern München und Rivale Borussia Dortmund haben - auch wenn es die beiden mit den letztjährigen Finalisten aus Madrid zu tun bekommen. Besonders reizvoll die Chance der Bayern auf eine Revanche gegen Alético Madrid. "Ich freue mich vor allem, wieder zweimal gegen Atlético Madrid spielen zu dürfen", sagte Torwart Manuel Neuer. "Da bekommt man schon einen Vorgeschmack auf die K.o.-Spiele, für die wir uns natürlich als Gruppenerster qualifizieren möchten.

"Es ist eine schwierige Gruppe, da müssen wir aufpassen. Atlético hat den FC Bayern ja schon in der vergangenen Saison aus dem Wettbewerb geworfen. Rostow hat mich bei dem hohen Sieg gegen Ajax Amsterdam überrascht. Und Eindhoven ist letzte Saison nur knapp im Elfmeterschießen an Atlético gescheitert. Diese Gruppe wird nicht einfach", kommtierte Bayerns neuer Trainer Carlo Ancelotti die dem FC Bayern gestellte Aufgabe. 

"Das Spiel gegen Atlético ist keine Revanche für die vergangene Saison, das ist abgehakt", meint Bayern-Kapitän Philipp Lahm. "Jetzt geht es wieder bei Null los." Javi Martinez und Thomas Müller sind dagegen der Ansicht, dass man "noch eine Rechnung offen" habe gegen Atlético. "Gegen Atlético wollen wir zeigen, dass wir es besser können als im zurückliegenden Halbfinale", kündigte Müller an. Jérôme Boateng warnte wie die anderen Bayern-Spieler vor dem PSV Eindhoven - vor allem, da die Niederländer in der vergangenen Saison gegen Bayern-Schreck Atlético erst im Elfmeterschießen scheiterten.

BVB gegen Real - schon ein Champions League-Klassiker

"Wir haben die Auslosung mit großer Vorfreude erwartet, es ist eine reizvolle Gruppe, schwer und attraktiv gleichermaßen", kommentierte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel die Gruppe mit Real, Sporting Lissabon und Legia Warschau. "Gegen Real zu spielen, ist für Dortmund schon fast ein Klassiker. Wir freuen uns auf den Titelverteidiger."

Die Erinnerung an die großen Duelle gegen Cristiano Ronaldo und Co. sind noch frisch. Nun soll es positive Neuauflagen geben. "Madrid ist ein schönes Los, auch wenn wir da schon oft gespielt haben. Aber dadurch kennen wir sie auch", meint Marcel Schmelzer. Und weiter: "Sporting ist neu für uns. Und Legia: Als erste polnische Mannschaft seit 20 Jahren die Gruppenphase zu erreichen, heißt schon was. Wir sind gewarnt. Aber natürlich wollen wir uns in dieser Gruppe durchsetzen und weiterkommen."


"Sporting Lissabon und Legia Warschau haben international vielleicht nicht mehr den ganz großen Namen, sind aber sehr starke Mannschaften", warnt BVB-Sportdirekor Michael Zorc vor den vermeintlichen Underdogs in der Gruppe. Sorgen, die sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke offenbar nicht macht. Er freut sich: "In Lissabon haben wir ein für uns neues, attraktives Ziel auf unserer europäischen Fußball-Reiseroute."

Ter Stegen freut sich auf die Heimkehr

Die Gladbacher Fußball-Reiseroute für die Borussen vom Niederrhein in absolute Fußball-Hochburgen des Kontinents: Barcelona, Manchester und Glasgow. "Es ist eine schöne Gruppe, sir stellen uns den Herausforderungen", sagte Sportdirketor Max Eberl. "Ich freu mich, dass wir gegen den FC Barcelona spielen und dort auf Marc-André ter Stegen treffen." Der gebürtige Gladbacher steht im Barca-Tor und ist ebenfalls begeistert von dem Los. "Natürlich wird die Partie gegen Borussia ein Spiel sein, das ich niemals vergessen werde. Ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell nach Hause zurückkomme und freu mich sehr darauf." Patrick Hermann hatte gleich Kontakt zu seinem ehemaligen Team-Kameraden aufgenommen: "Ich habe ihm schon eine SMS geschickt."

Nicht zu vergessen: Die Herren Messi, Neymar und Luis Suarez bringt ter Stegen gleich mit in den Borussia-Park. "Wir haben erneut eine Hammergruppe bekommen", kommentierte Team-Kapitän Lars Stindl die Auslosung für die Fohlen. "Wir wollten unbedingt in die Champions League und freuen uns darauf, uns diesen hochkarätigen Aufgaben stellen zu dürfen. Es werden sechs richtig tolle Spiele." Alle Borussen sind vor allem gespannt auf die Auswärtspartie in Glasgow, wo man ein stimmungsvolles Match erwartet. "Champions League-Abende im Celtic Park sind etwas Besonderes", stellt Oscar Wendt klar.

Gegen Celtic rechnen sich die Borussen zudem sportlich durchaus etwas aus. "Celtic Glasgow ist für die Fans eine fantastische Reise", ergänzt Sportdirektor Eberl, und ergänzt: "Mein großer Traum ist es, in Europa zu überwintern." Für dieses Ziel macht Club-Vize Rainer Bonhof seine ganz eigene Rechnung auf: "Aufgrund unserer Erfahrungen aus dem Vorjahr sind wir gefestigt. Und gegen Pep Guardiola sind wir ja aus seinen Bayern-Zeiten noch unbesiegt." Scheint so, als ob zumidnest Rang drei in der Hammergruppe für die Fohlen nicht unerreichbar scheint. Das würde zumindest zum Überwintern in der Europa League reichen.

dho

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