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Champions League: BVB blamiert sich in Nikosia - Leipzig feiert ersten Sieg und bleibt im Rennen

Mit einer ganz schwachen Leistung hat sich der BVB praktisch aus der Champions League gekickt. Bei Apoel Nikosia reichte es nur zu einem 1:1. RB Leipzig erkämpfte gegen Porto den ersten Sieg.

Sokratis jubelt nur verhalten - der BVB blamiert sich bei Apoel Nikosia

Kein Grund zum Jubeln: Sokratis' Treffer reicht nur für ein Remis. Der BVB ist praktisch raus aus dem Champions-League-Rennen.

Drei Spiele, kein Sieg - Bundesliga-Primus droht nach einer blamablen Vorstellung bei Außenseiter Apoel Nikosia das vorzeitige Aus in der Champions League. Drei Tage nach der Bundesliga-Niederlage gegen RB Leipzig (2:3) musste das Team von Trainer Peter Bosz beim 1:1 (0:0) auf Zypern einen weiteren schweren Rückschlag hinnehmen. Der BVB benötigt in den kommenden drei Partien gegen Nikosia und Tottenham Hotspur sowie bei Real Madrid ein Fußball-Wunder, um wie in den vergangenen vier Jahren in der K.o.-Phase eines europäischen Wettbewerbs zu stehen - zumal Tottenham in Madrid ein 1:1 erreichte.

Der Gegner vom Wochenende, RB Leipzig, hat dagegen drei Tage nach dem Spektakel von Dortmund mit einem weiteren furiosen Auftritt den ersten Sieg in der Champions League gefeiert und die Chancen auf die K.o.-Runde erhöht. Der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga setzte sich in einem mitreißenden Spiel mit 3:2 (3:2) gegen den 27-maligen portugiesischen Meister FC Porto durch. Kapitän Willi Orban (8. Minute), Emil Forsberg (38.) und Jean-Kévin Augustin (40.) erzielten vor 41.496 Zuschauern die RB-Tore, für die Gäste trafen Vincent Aboubakar (18.) und Iván Marcano (44.). "Wir waren heute die klar bessere Mannschaft und sind jetzt angekommen in der Champions League", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl im TV-Sender Sky und zeigte sich auch für die nächsten Spiele "zuversichtlich".

Mit vier Punkten zogen die Leipziger, bei denen Torjäger und Nationalspieler Timo Werner erst in der 75. Minute eingewechselt wurde und erstmals seit dem 26. September wieder zum Einsatz kam, an Porto (3) in der Gruppe G vorbei und ist jetzt Zweiter hinter dem souveränen Tabellenführer Besiktas Istanbul. "Heute hat der Sieg gezählt, und den haben wir gelandet, der Sieg war verdient", sagte Torschütze Orban im TV-Sender Sky, räumte aber auch ein, dass man es "in der zweiten Halbzeit leider noch ein bisschen spannend gemacht hat". Marcel Sabitzer attestierte "Leidenschaft, Einsatz und fußballerische Qualität" und sprach von einem "wichtigen Sieg". Hasenhüttl lag falsch als er glaubte, Fußball-Kino wie beim 3:2 beim BVB am Samstag sei nicht wieder möglich. Es kam anders, es wurde spannend, dramatisch, nervenaufreibend.

BVB praktisch raus aus der Champions League

Nervenaufreibend war auch der Dortmunder Auftritt auf Zypern, doch dramatisch war hier lediglich das Auftreten der BVB-Truppe. Passend zum schlechtesten Saison-Auftritt war das 0:1 durch den ehemaligen Dresdner Profis Mikaël Poté (62. Minute) nach zwei schweren Fehlern von BVB-Keeper Roman Bürki. Zwar gelang Sokratis (67.) der schnelle Ausgleich, aber zum angestrebten Sieg reichte es nicht mehr. "Das Resultat ist enttäuschend. Wir haben gut angefangen, aber kein Tor geschossen. Dann wurde das Spiel langsamer und schlechter. Wir müssen am Ende glücklich sein, dass wir das Spiel nicht verloren haben. Nun wird es schwierig, wir müssen erstmal das Heimspiel gegen Nikosia gewinnen", sagte BVB-Coach Bosz.

Wie erwartet übernahm der favorisierte BVB von Beginn die Regie, tat sich aber beim Herausspielen klarer Torchancen schwer. Lediglich Andrej Jarmolenko zeigte anfänglich Zug zum Tor und sorgte mit Abschlüssen zumindest für etwas Gefahr (4. und 14. Minute). Pässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr, mit denen die Borussia noch zum Bundesliga-Start geglänzt hatte, waren kaum zu sehen, - Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang hingen in der Luft. Die Leichtigkeit des Bundesliga-Tabellenführers war verflogen.

Und wie schon gegen unterliefen der Borussia auch ungewohnt viele Fehler im Aufbauspiel. Die brachten die Gastgeber, die mehrere Spieler mit Deutschland-Erfahrung auf dem Feld hatten, ins Spiel. Erst nach dem Rückstand nahm das BVB-Spiel Tempo auf. Der schnelle Ausgleich durch den Kopfball von Sokratis nach Vorarbeit von Mario Götze brachte den BVB zurück ins Spiel. Nur zwei Minuten später war der BVB der Führung nahe, als APOEL-Keeper Raul Gudino einen Schuss von Shinji Kagwa an die Latte lenkte. Doch selbst die Einwechslungen weiterer Offensivspieler wie Maximilian Philipp und Alexander Isaak brachten nicht den Sieg.


dho/DPA

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