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Champions League: Auftaktschlappe für den HSV

Der Hamburger SV hat bei seinem Königsklassen-Comeback einen klassischen Fehlstart hingelegt. Gegen Jens Lehmanns "Gunners" verloren die Rothosen 1:2. Knackpunkt des Spiels war eine umstrittene Rote Karte.

Eine Schwalbe von "Schlitzohr" Robin van Persie und ein Traumtor des überragenden Tomas Rosicky haben dem Hamburger SV das Comeback in der Champions League gründlich verdorben. Der Fußball-Bundesligist musste sich dem FC Arsenal im Auftaktspiel der Gruppe G am Mittwochabend mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Nach drei Remis in der Bundesliga und dem Pokal-Aus wartet die Mannschaft von Trainer Thomas Doll immer noch auf den ersten Pflichtspielsieg dieser Saison.

Vor 50 389 Zuschauern in der AOL-Arena bescherten der Brasilianer Gilberto Silva mit einem fragwürdigen Foulstrafstoß (12.) und Rosicky (53.) den Londonern einen perfekten Start. Neuzugang Boubacar Sanogo erzielte erst in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer und beendete damit die stolze Serie von Arsenal-Keeper Jens Lehmann: Ausgerechnet in seinem 50. Champions-League-Spiel kassierte der deutsche Nationaltorhüter nach 853 Minuten wieder ein Gegentor.

"Für mich war das kein Elfmeter", sagte Doll zu der Szene in der 10. Minute, nach der HSV-Keeper Sascha Kirschstein wegen eines angeblichen Fouls an van Persie mit der Roten Karte vom Platz geschickt wurde. "Das hat uns das Genick gebrochen. Wir waren so gut im Spiel drin, aber mit einem Mann weniger ist es schwer zu gewinnen." Sogar Lehmann ergriff Partei für die niedergeschlagenen Verlierer. "Das finde ich unglaublich! Ich denke, die Regel müsste mal geändert werden. Man muss den Torwart, der ja zum Ball geht, nicht runterschmeißen. Das macht das ganze Spiel kaputt."

Schiri plädierte auf Notbremse

Auf den Tag genau sechs Jahre nach dem spektakulären 4:4 des HSV gegen Juventus Turin hofften die HSV-Fans wieder auf ein Freudenfest - doch schon nach zehn Minuten kam die kalte Dusche: Als van Persie in den Fünf-Meter-Raum stürmte, hechtete Kirschstein zum Ball, der Niederländer ging ohne Berührung zu Boden. Der schwedische Schiedsrichter Peter Fröjdfeldt zeigte nach der vermeintlichen "Notbremse" sofort auf den Punkt - und Kirschstein Rot. Eine fragwürdige Entscheidung. Ersatz-Torhüter Stefan Wächter war gegen den Foulstrafstoß Gilberto Silvas machtlos.

Führungstor beflügelte Arsenal

Nach dem Schock steckte der furios gestartete HSV zwar nie auf, doch die kombinationssicheren und pfeilschnellen "Gunners" übernahmen zunehmend die Initiative und führten die Hanseaten phasenweise vor. Das Führungstor beflügelte die Mannschaft von Trainer Arsene Wenger, der Champions-League-Finalist der vorigen Saison drückte schon vor der Pause auf das 2:0, das dem früheren Dortmunder Rosicky mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss gelang.

Nach sechsjähriger Champions-League-Abstinenz war der HSV sehr selbstbewusst gestartet: Danijel Ljuboja ließ schon nach knapp sieben Minuten den ersten Warnschuss los - knapp vorbei. Kurz vor der Pause hatte der Serbe das 1:1 auf dem Fuß. Sanogo machte als zweite Sturmspitze ebenfalls Druck. Weitere hochkarätige Chancen sprangen für den Tabellen-Elften der Bundesliga indes nicht heraus; Doll musste aber auch auf mehrere Stammspieler verzichten: Regisseur Rafael van der Vaart, Thimothee Atouba und Juan Pablo Sorin fehlten verletzt, Benjamin Lauth wegen Formschwäche. Mehdi Mahdavikia kam erst nach 54 Minuten ins Spiel.

Arsenal landete den verdienten Auftaktsieg auch ohne seinen wertvollsten Stürmer: Der Franzose Thierry Henry, der in der "Königsklasse" schon 27 Mal getroffen hat, hatte sich am Dienstag im Training eine Fußverletzung zugezogen. Dafür war Lehmann trotz des Gegentreffers wieder eine Bank im Tor der "Gunners": Zum bisher letzten Mal hatte ihn zuvor Hasan Salihamidzic vom FC Bayern München beim 1:3 am 22. Februar 2005 überlistet.

Franko Koitzsch/DPA / DPA

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