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CHAMPIONS-LEAGUE-AUSLOSUNG: Kein Angst vor den schweren Jungs

Ausgerechnet der FC Bayern München erwischte eine »Hammergruppe«, doch auch für Dortmund und Leverkusen wird die Vorrunde der Champions League nicht zum Selbstläufer.

Ausgerechnet der gesetzte FC Bayern München erwischte eine »Hammergruppe«, doch auch für Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen wird die Vorrunde im Milliongeschäft Champions League nicht zum Selbstläufer. Die Einstufung im stärksten Topf verschonte die zum engsten Favoritenkreis zählenden Bayern am Donnerstag bei der Auslosung der ersten Gruppenphase im Fürstentum Monaco nicht vor großen Stolpersteinen: Der Champions-League-Sieger von 2001 trifft in der Gruppe G auf den fünfmaligen Europapokalsieger AC Mailand, den spanischen Pokalsieger und Champions-League-Stammgast Deportivo La Coruna sowie den französischen Vize-Meister RC Lens.

»Wir gehören zu den Titelfavoriten«

»Das ist eine hochinteressante Gruppe mit drei Teams, die man bitte ja nicht unterschätzen sollte«, meinte Franz Beckenbauer. Für Oliver Kahn ist ein Scheitern trotz der »absoluten Kracher« Milan und Deportivo dennoch unvorstellbar: »Wir gehören zu den Titelfavoriten. Keine Frage: Die erste Runde muss überstanden werden«, kommentierte der Nationaltorhüter selbstbewusst. Die Bayern starten am ersten Spieltag (18. September) mit einem Heimspiel gegen La Coruna.

Leverkusen mit dem leichtesten Los

Schwierig, aber sportlich lösbar und finanziell attraktiv sind die Vorrunden-Gegner von Meister Dortmund und Vorjahresfinalist Bayer Leverkusen. Der BVB trifft in Gruppe A auf die »French Connection« des englischen Meisters Arsenal London, den PSV Eindhoven und auf AJ Auxerre. Der französische Erstligist könnte als gutes Omen dienen: Auf dem Weg zum Champions-League-Triumph 1997 schaltete die Borussia die Franzosen im Viertelfinale mit zwei Siegen (3:1/1:0) aus.

Dortmund bescheiden

Das Nahziel der Dortmunder fällt bescheidener aus: »Wir wollen in der Champions League überwintern«, sagte Sportmanager Michael Zorc. BVB-Präsident Gerd Niebaum warnte: »Gegenüber den Vorjahren müssen wir uns deutlich steigern, wenn wir die zweite Gruppenphase erreichen wollen.« Die Dortmunder starten am 17. September bei Arsenal London.

Leverkusen gegen »ManU«

Für Vorjahresfinalist Leverkusen kommt es schon in der Vorrunde zu einer Neuauflage mit Manchester United, gegen das sich das Team von Klaus Toppmöller erst vor wenigen Monaten im Halbfinale durchgesetzt hatte. Im Stadion »Old Trafford« von Manchester findet übrigens am 28. Mai 2003 das Endspiel statt. »Die Auslosung ist okay, nach Manchester sind wir der zweite Favorit«, sagte Nationalspieler Bernd Schneider. Bayers Auftaktgegner Olympiakos Piräus und Champions- League-Neuling Maccabi Haifa sind in Gruppe F nur Außenseiter. Die Partie gegen den israelischen Meister wird wegen der Sicherheitslage auf Zypern stattfinden.

Erstmals gegen italienische Kicker

Einen »Fight um jeden Punkt« erwartet der Neu-Münchner Michael Ballack in der Bayern-Gruppe. Erstaunlich, aber wahr: Bei ihrer siebten Champions-League-Teilnahme treffen die Münchner erstmals auf eine italienische Mannschaft. Der ruhmreiche AC Mailand war auch der letzte Europapokalgegner der Münchner aus Italien: Vor elf Jahren schieden die Bayern im Halbfinal-Rückspiel gegen Milan trotz eines 2:1-Sieges nach Verlängerung im Olympiastadion unglücklich aus.

Finanziell wird sich die Teilnahme an der »Königsklasse« für das Bundesliga-Trio auf jeden Fall auszahlen. In der vergangenen Saison kassierten die letztmals vier deutschen Starter Leverkusen (33,79 Millionen Euro), Bayern (31,91), Schalke (17,13) und Dortmund (13,03) zusammen fast 100 Millionen Euro aus den Prämien- und TV-Töpfen der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Hinzu kamen noch die Zuschauer- Einnahmen bei den Heimspielen sowie mögliche Sponsoren-Prämien.

Schluss mit der Zwischenrunde

Die Champions League wird in dieser Saison letztmals mit zwei Gruppenphasen stattfinden. In der kommenden Saison fällt die Zwischenrunde (6 Spiele) weg und wird durch ein Achtelfinale (Hin- und Rückspiel) ersetzt. Dadurch gibt es nur noch 13 statt 17 Spieltage. »Wir wollen, dass die Champions League der stärkste Club- Wettbewerb bleibt. Darum wollen wir den Wettbewerb straffen«, verteidigte UEFA-Präsident Lennart Johansson (Schweden) am Donnerstag in Monaco noch einmal die beschlossene Reform, die von einem Teil der in der »G 14« organisierten Großvereine kritisiert wird.

Von Klaus Bergmann, dpa

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