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Champions League: Chelsea schlägt Stuttgart

Nach einem 0:1 gegen den FC Chelsea sind die Chancen des VfB Stuttgart in der Champions League auf ein Minimum gesunken. Die Schwaben scheiterten an einem unglücklichen Eigentor.

Pechvogel Fernando Meira hat die Chancen des VfB Stuttgart auf den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale auf ein Minimum sinken lassen. Mit seinem unglücklichen Eigentor in der 12. Minute besiegelte der Portugiese am Mittwochabend im Achtelfinal-Hinspiel die bittere 0:1 (0:1)-Heimniederlage der Schwaben gegen den FC Chelsea London. Der Premier-League-Club hat damit für das Rückspiel am 9. März die besten Voraussetzungen zum Weiterkommen geschaffen. Vor 42.000 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion, darunter der kurz vor Anpfiff im Privatjet eingeflogene Chelsea-Besitzer und Öl-Milliardär Roman Abramowitsch, ging eine stolze VfB-Serie zu Ende: Zuvor hatte der deutsche Vizemeister alle elf Europacup-Heimspiele unter Teammanager Felix Magath gewonnen.

Die Schwaben versuchten auch dem mit millionenschwerem Aufwand zusammengekauften Star-Ensemble von der Insel von Beginn an mit konsequentem Forechecking zu begegnen. Das klappte anfangs auch sehr gut, weil die Gäste zunächst nicht zu ihrem gewohnten Spielfluss fanden. Anders die Schwaben, bei denen überraschend Silvio Meißner den Vorzug vor Winter-Neuverpflichtung Boris Zivkovic erhielt. Und der Ex-Bielefelder hätte beinahe den wichtigen Führungstreffer erzielt, doch er scheiterte nach guter Vorarbeit von Nationalspieler Andreas Hinkel am reaktionsschnellen Keeper Carlo Cudicini (7.).

Glück und der entscheidende Pass fehlten

Das erste Tor fiel dafür auf der anderen Seite. Gleich beim ersten Angriff der konterstarken Londoner flankte Glen Johnson ungehindert in die Mitte, wo Meira als letzter Mann beim Rettungsversuch vor dem hinter ihm frei stehenden Hernan Crespo das Leder unglücklich in das eigene Gehäuse lenkte. Für VfB-Schlussmann Timo Hildebrand war es im laufenden Wettbewerb das erste Heim-Gegentor aus dem Spiel heraus.

Die Hausherren benötigten ein paar Minuten, um diesen Schock wegzustecken. Sie ließen den Ball zwar passabel laufen, aber es fehlte entweder der entscheidende finale Pass oder es haperte im Abschluss. Hinzu kam Pech, als Wayne Bridge bei Meißners Kopfball auf der Linie rettete (19.). Das auswärts noch unbesiegte Chelsea blieb jedoch brandgefährlich. So verpasste der Isländer Eidur Gudjohnsen nach einem Klasse-Konter freistehend die Vorentscheidung (32.).

Auch verstärkte Offensive half nicht

Nach dem Wechsel verstärkte Magath mit der Hereinnahme von Christian Tiffert für Meißner und später von Cacau für Horst Heldt die Offensive. Doch die Gastgeber bissen sich an der resoluten Hintermannschaft der Briten die Zähne aus. Es fehlte an Ideen, vor allem, weil Spielmacher Aliaksandr Hleb an diesem Abend nur wenige gelungene Aktionen hatte. Torgefahr entwickelte der VfB, bei dem der kess auftrumpfende Jung-Nationalspieler Philipp Lahm noch für den meisten Druck sorgte, nur bei Einzelaktionen. Meira (50.), Tiffert (57.) und der bis dahin wie Sturmkollege Imre Szabics nahezu ungefährliche Kevin Kuranyi (82.) blieben bei ihren Versuchen aber erfolglos.

Die Londoner, die in der Premier League schon einen respektablen Rückstand auf Spitzenreiter FC Arsenal London aufweisen, spielten im Gefühl des sicheren Sieges die Partie abgeklärt zu Ende. Sie brachten ihren knappen, aber glücklichen vierten Auswärtssieg in der europäischen Meisterliga jedoch sicher über die Zeit.

"ManU" scheiterte am FC Porto

Für die Favoriten Manchester United und Juventus Turin wird der Weg ins Viertelfinale der Champions League steiniger als erwartet. Der englische Meister unterlag am Mittwochabend im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Porto mit 1:2, Vorjahres-Finalist Juventus verlor überraschend mit 0:1 bei Deportivo La Coruna. Eine gute Ausgangsposition für den Vorstoß in die Runde der letzten Acht schuf sich Olympique Lyon mit dem 1:0-Erfolg bei Real Sociedad San Sebastian. Die Rückspiele finden am 9. März statt.

Im ersten Europapokal-Spiel im neuen EM-Stadion Dragao verdiente sich UEFA-Cup-Sieger FC Porto den Erfolg über "ManU" durch eine kämpferisch starke Leistung. Das ersatzgeschwächte Team von der Insel ging zwar in der 14. Minute durch den Südafrikaner Quinton Fortune in Führung, sah sich danach aber fast ständig in die Defensive gedrängt. Fortunes Landsmann Benedict McCarthy war mit zwei Treffern (29./78.) der umjubelte Matchwinner für die in der Meisterschaft in dieser Saison noch ungeschlagenen Portugiesen. Drei Minuten vor Schluss verlor Manchester auch noch Roy Keane wegen einer Tätlichkeit durch die Rote Karte.

Juve verliert gegen La Coruna, Olympique Lyon erfolgreich

Für Juventus Turin endete die Reise nach Galicien mit einer herben Enttäuschung. Obwohl in Bestbesetzung angetreten, verloren die Italiener im Stadion Riazor durch ein Tor von Alberto Luque (37.). La Coruna revanchierte sich damit zunächst für die Niederlage gegen Juventus in der Zwischenrunde der Vorsaison, die für den Club das Ausscheiden aus dem Wettbewerb bedeutet hatte. Ohne den an einem Muskelfaserriss laborierenden Giovane Elber setzte Olympique Lyon, das die Vorrunde als Gruppensieger vor Bayern München abgeschlossen hatte, seine internationale Erfolgsserie auf fremden Plätzen fort. Mit einem Eigentor sorgte der argentinische Abwehrspieler Gabriel Schurrer (18.) für den 1:0-Sieg in San Sebastian.

Ulrike John und Marc Zeilhofer, DPA / DPA

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