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Sonntagsspiele: Schwaben geizen mit Toren

Sparsam zum Erfolg: Mit einem glanzlosen Sieg über schwache Gladbacher ist der VfB Stuttgart in der Tabelle am FC Bayern vorbeigezogen. Leverkusen war beim Toreschießen großzügiger und stoppte gegen Cottbus seine Talfahrt.

Mit einer Energiesparleistung hat der VfB Stuttgart den FC Bayern München überholt und Borussia Mönchengladbach noch tiefer in die Krise gestürzt. Die Mannschaft des früheren Borussen-Profis Armin Veh besiegte den über weite Strecken wie ein Absteiger auftretenden Tabellen-15. am Sonntagabend mit 1:0 (1:0) und zog nach Punkten mit Werder Bremen auf Platz zwei der Fußball- Bundesliga gleich. Vor 53.000 Zuschauern erzielte der Brasilianer Cacau (6. Minute) mit seinem fünften Saisontor den einzigen Treffer des schwachen Spiels. Für Gladbachs Trainer Jupp Heynckes wird die Situation nach der siebten sieglosen Partie in Serie bedrohlich.

Gladbach musste auf die WM-Fahrer Marcell Jansen, Oliver Neuville und Kasey Keller verzichten. Den US-Keeper vertrat Christofer Heimeroth, der schon nach sechs Minuten das erste Mal hinter sich greifen musste. Roberto Hilbert hatte geflankt und Cacau den von der Latte abprallenden Ball locker verwandelt. Nach dem optimalen Beginn bestimmten die Stuttgarter, bei denen Kapitän Fernando Meira nach sechs Wochen Verletzungspause sein Comeback feierte, das Geschehen - ohne dabei allerdings zu glänzen.

Ein Schuss auf das Stuttgarter Tor

Stuttgarts Thomas Hitzlsperger war nach seiner Sperre wieder mit von der Partie. Seine Versuche aus der Distanz (39./60. Minute) brachten die Gladbacher aber nicht in Gefahr. Viel mehr Positives war von dem Nationalspieler auch nicht zu berichten. Hilbert und Antonio da Silva mühten sich wie Mario Gomez, der neben Cacau stürmte und viel in Bewegung war. Doch echte Torgefahr ging von dem Nationalspieler in spe kaum aus. Die Gäste nahmen das Tor von Timo Hildebrand vor der Pause überhaupt nur ein Mal ins Visier: Eugen Polanskis Distanzschuss (29.) wurde eine leichte Beute für den Ersatz-Schlussmann der Nationalmannschaft.

Der VfB kam mit Schwung aus der Kabine und hätte durch Serdar Tasci (48.) fast schon eine Vorentscheidung geschafft. Seinen Kopfball klärte Gladbachs Kapitän Peer Kluge auf der Linie. Die Gäste blieben zunächst alles schuldig, spielten mutlos und ohne den bedingungslosen Willen, der im Abstiegskampf notwendig ist. Erst in der 57. Minute holten die Gladbacher den ersten Eckball heraus, der wirkungslos verpuffte.

Zum Unvermögen kam Pech hinzu

In der 69. Minute hatten sie allerdings Pech, dass Federico Insua mit seinem Kopfball nur die Latte traf (69.). Nun wachten die Gladbacher auf und witterten ihre Chance gegen die mit einem Mal unverständlich schwach agierenden Schwaben. Oliver Kirch und der in der 62. Minute für Polanski eingewechselte Michael Delura verpassten den erlösenden Ausgleich.

Bayer Leverkusen hat den Abwärtstrend in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Drei Tage nach dem desaströsen Auftritt bei der.0:1-Pleite im Uefa-Pokal gegen Tottenham Hotspur kam die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe am Sonntag in einer mäßigen Partie zu einem am Ende verdienten 3:1 (1:0) gegen Energie Cottbus. Sergej Barbarez (19.) hatte die Gastgeber in der "wichtigsten Partie der Saison" (Sportdirektor Rudi Völler) in Führung gebracht, Vlad Munteanu (51.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Mit einem Traumtor unter die Latte sorgte Simon Rolfes (66.) für die Vorentscheidung, ehe Andrej Woronin (80.) mit seinem Treffer zum 3:1 den Schlusspunkt setzte und nach zuletzt drei Heimspielen ohne Sieg wieder für ein Erfolgserlebnis in der BayArena sorgte.

"Schicksalsspiel" gegen Cottbus

"Cottbus ist mehr als ein Schicksalsspiel. Ja, es ist wie ein Champions-League-Endspiel. Das muss der Aufsteiger zu spüren bekommen", hatte Völler gefordert. Und die Brandreden und Einzelgespräche nach dem desaströsen Auftritt im Uefa-Pokal gegen Tottenham Hotspur zeigten zumindest ein wenig Wirkung. Zwar agierten die Bayer-Profis erneut verunsichert und zunächst ideenlos, doch vom kämpferischen Einsatz her war der Elf diesmal kein Vorwurf zu machen.

Abgesehen von zwei Distanzschüssen durch Jiayi Shao (6.) und Munteanu (38.), die Leverkusens Torwart Hans-Jörg Butt abwehren konnte, kamen die Gäste aus der Lausitz in den ersten 45 Minuten nicht gefährlich vor das Bayer-Tor. Doch auch bei den Gastgebern blieb im Spiel nach vorne vieles Stückwerk. Lediglich der Führungstreffer fiel nach einem lehrbuchmäßigen Konter über die Stationen Woronin, Paul Freier und Barbarez, der Energie-Keeper Tomislav Piplica mit einem platzierten Flachschuss überwand.

Ulrike John/DPA/tis / DPA

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