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Champions League: Die Entdeckungen der Champions League-Saison

Wichtig ist auf dem Platz. Die Frage ist nur, um welchen Platz geht es? Im Vereinsfußball ist die Champions League das Maß aller Dinge. Bevor nun das Finale in München absolviert und die Krone vergeben wird, stellen wir fünf Spieler vor, die ihre Chance genutzt haben, sich auf der größten aller Bühnen positiv zu präsentieren.

Ob Stars geboren oder im Endeffekt gemacht werden, beweisen müssen sie sich auf der großen Bühne des Fußballs: der Champions League. Dort gilt es, die Leistungen aus den heimischen Ligen zu bestätigen und sich im internationalen Vergleich auf höchstem Niveau zu positionieren.

Die Saison 2011/12 hat einige Überraschungen hervorgebracht. Spieler, die zu Beginn der Spielzeit nicht unbedingt auf jedes Experten Zettel standen, konnten sich in der Königsklasse bewähren und nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Im Vorfeld des Endspiels in München haben wir fünf Akteure herausgepickt, die uns beeindruckt haben.

Raphael Varane (Real Madrid/ 4 Spiele - ein Tor)
Im Sommer 2011 wechselte Varane vom RC Lens zu Real Madrid. Erwähnenswert dabei ist, dass Zinedine Zidane persönlich die Fäden im Hintergrund zog und diesen Transfer einfädelte - ein Ritterschlag der besonderen Sorte. Seinen CL-Einstand gab Varane beim 3:0-Sieg gegen Ajax Amsterdam, bekam von sportal.de eine 2,5.

Kurze Zeit später, beim 6:2-Erfolg gegen Dinamo Zagreb, erzielte der Innenverteidiger seinen ersten Treffer. In der englischen Presse wurde schon vom Lionel Messi der Defensive geschrieben und Zidane erklärte, dass eine Nominierung für die EM 2012 zwar noch zu früh käme, Varane aber durchaus zu beeindrucken wusste.

Varane ist in Frankreich die Rolle zugedacht, in die großen Fußstapfen des legendären Abwehrchefs Laurent Blanc zu treten. Seine Stärken sind breit gefächert, technisch wie taktisch genoss der 19-Jährige eine erstklassige Ausbildung. Welchen Stellenwert Varane bereits genießt, wird deutlich, wenn man sich die Umstände des Wechsels ansieht. Nach nur 23 Spielen in der Ligue 1 zahlte Real Madrid zehn Millionen Euro Ablöse - für einen Absteiger.

Nicolas Gaitan (Benfica Lissabon/ zehn Spiele - sechs Vorlagen)
Gaitan kam im Sommer 2010 von den Boca Juniors zu Benfica Lissabon. Der Mittelfeld-Spieler ist auf beiden Außenbahnen einsetzbar und hat es in dieser Spielzeit geschafft, auch in der Champions League auf sich aufmerksam zu machen. Sechs Vorlagen in den ersten sieben Spielen sind eine Duftmarke.

Auch dank seiner Leistungen schaffte Benfica den Sprung ins Viertelfinale. Dass internationale Top-Clubs auf den Argentinier aufmerksam geworden sind, ist selbstverständlich. Englische Medien berichten, dass Man United bereits einen Deal ausgehandelt habe und Gaitan in der kommenden Saison für die Red Devils spielen werde.

Er würde perfekt in das Schema passen, das sich in der letzten Zeit auf die Premier League gelegt hat: Beliebt sind linke Flügelspieler, die technisch beschlagen und klein gewachsen sind. David Silva (City) oder Juan Mata (Chelsea) gelten als prominente Beispiele. Gaitan hat die große Bühne der Champions League auch im direkten Vergleich mit United gut genutzt.

David Alaba (Bayern München/ zehn Spiele - eine Vorlage)
David Alaba hat auf der linken Abwehrseite der Bayern eine neue Heimat gefunden. Auch in der Champions League gehörte er zum Stammpersonal, verpasste lediglich die ersten beiden Matches. Unvergessen ist sicherlich sein Solo im Spiel gegen Real Madrid, nachdem er unabsichtlich einen Elfmeter verursacht hatte.

Drei Madrilenen ließ der "Kleine", wie Jupp Heynckes ihn zu nennen pflegt, ins Leere laufen und seine Flanke fand Arjen Robben, der allerdings aus vier Metern freistehend vergab. Dennoch hat er den Bayern trotz seiner jugendlichen 19 Jahre Stabilität gegeben. Nur wegen seiner dritten Gelben Karte ist er im Finale gesperrt.

Ansonsten wäre er der erste Österreicher gewesen, der das Finale in der Champions League hätte bestreiten dürfen. Ein großer Verlust für die Bayern, jedoch ist dieser Zustand zum Glück nur temporär. Größer wäre die Lücke bei einem Wechsel gewesen, denn der FC Barcelona hatte angefragt. Doch die Bayern sagten ab.

Jonas Gonçalves Oliveira (FC Valencia/ fünf Spiele - vier Tore und drei Vorlagen)
Mit seinen 28 Jahren ist Jonas sicherlich kein Talent mehr, doch ein richtiger Begriff ist der Brasilianer im europäischen Top-Fußball auch nicht. Wobei man ihm dies nicht ankreiden kann, denn der Mittelstürmer spielt erst seit Anfang 2011 beim FC Valencia. Für schmale 1,25 Millionen Euro holten die Spanier ihn von Grêmio Porto Alegre.

Diese Investition hat sich gelohnt und auch auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers lieferte Jonas seine Leistung ab. Drei Tore und vier Vorlagen in der Königsklasse sind ein beeindruckender Wert, auch wenn es im Endeffekt nur zu Platz drei in der Gruppe reichte. 

Gut in Erinnerung bleibt sein Auftritt beim 7:0-Sieg gegen KRC Genk. Jonas erzielte das 1:0, steuerte zudem vier Vorlagen zum Rekorderfolg der Spanier bei. Zudem erzielte der Brasilianer das zweitschnellste Tor der Champions League-Geschichte. Nach 10,5 Sekunden überwand er Leverkusens Bernd Leno und liegt nur knapp hinter Roy Makaay, der im Dress der Bayern nach 10,03 Sekunden getroffen hatte.

Jan Vertonghen (Ajax/ sechs Spiele)
Nur sechs Gegentore kassierte Ajax Amsterdam in Gruppe D und Innenverteidiger Jan Vertonghen war einer der Garanten für eine ordentliche Saison in der Champions League. Nur durch das Wunder von Zagreb schon sich Lyon am Ende noch vor die Niederländer.

In allen sechs Spielen kassierte der 25-jährige Vertonghen bei sportal.de maximal eine glatte 3 als schlechteste Note. Auffallend ist auch seine positionsbedingte Flexibilität, denn der belgische Nationalspieler macht auch auf der linken Abwehrseite sowie im zentralen Mittelfeld eine gute Figur.

Seine Auftritte in der Champions League blieben nicht ohne Folgen, so pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass Vertonghen in der kommenden Saison für Tottenham auflaufen wird. Auch der FC Arsenal war interessiert. Ajax-Coach Frank de Boer erklärte auf barca99: "Ich glaube, Barca wird wegen Vertonghen anfragen." Wichtig ist also auf dem Platz - am Besten in der Champions League.

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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