Champions-League-Finale "Es wird ein enges Match"


In der Arena "AufSchalke" steigt heute der Höhepunkt des europäischen Vereinsfußballs, das Champions-League-Finale: Mit dem FC Porto und AS Monaco kämpfen zwei Außenseiter um Europas Fußball-Krone.

Für den FC Porto soll sich nach 17 Jahren die Geschichte wiederholen, doch auch die Profis des AS Monaco träumen vom europäischen Fußball-Thron. "Ein solches Finale ist etwas Unglaubliches. Natürlich haben wir eine Chance. Aber wir sind nicht der Favorit", sagte Monacos Trainer Didier Deschamps vor dem heutigen Champions-League-Finale in der Arena "AufSchalke"(20.45 Uhr/Sat.1 und Premiere). Der französische Welt- (1998) und Europameister (2000), der sein Team in Duisburg auf das 50. Endspiel der Königsklasse vorbereitet, gibt sich locker und zuversichtlich: "Wir sind wirklich sehr gelassen und wollen entspannt an die Sache rangehen. Aber ich hoffe, dass meine Spieler nicht daran denken, verlieren zu können."

Auch Portos Trainer Jose Mourinho mag an eine Niederlage erst gar nicht denken. Er prophezeit ein "enges Match". "Wenn man es soweit gebracht hat, will man auch mit dem Cup nach Hause fahren. Ich möchte ihn mehr als alles andere", sagte er mit einem sehnsüchtigen Blick auf den ausgestellten Silberpokal.

Für den 41-Jährigen, der den Club im Vorjahr zum Uefa-Cup-Sieg führte, könnte der Titel das Abschiedsgeschenk an Porto sein. Denn Mourinho steht vor dem Absprung zum FC Chelsea, obwohl er sich am Dienstag noch unklar äußerte: "Ich weiß nicht, ob es mein letztes Spiel für Porto ist. Aber es ist in allen Berufen auf der Welt so, dass die Erfolgreichen begehrt sind."

Deschamps stapelt tief

Sein 35 Jahre alter Kollege Deschamps, der als Fünfter nach Miguel Munoz, Giovanni Trapattoni, Johan Cruyff und Carlo Ancelotti als Spieler (Olympique Marseille/Juventus Turin) und Trainer die Landesmeister-Trophäe gewinnen könnte, bemüht sich derweil, den Druck von seiner Elf zu nehmen. Obwohl der siebenmalige französische Meister auf dem Weg ins erste europäische Finale mit den "Königlichen" von Real Madrid (Viertelfinale) und Chelsea (Halbfinale) zwei dicke Brocken ausgeschaltet hat, stapelt Deschamps tief und lobt den Gegner in den höchsten Tönen.

"Zu Fehlern zwingen"

"Porto ist eine sehr gute und erfahrene Mannschaft, die aggressiv und kompakt spielt. Es ist kein Zufall, dass sie im Finale steht. Aber ich hoffe, dass wir sie zu Fehlern zwingen können." Für Kapitän Ludovic Giuly ist allein der Einzug ins Endspiel ein Wunder: "Damit haben wir schon etwas Zauberhaftes erreicht."

Trumpf der Monegassen: Fernado Morientes

Doch die Monegassen haben einen großen Trumpf im Ärmel. Der bei Real Madrid aussortierte spanische Stürmer Fernado Morientes avancierte mit neun Treffern zum erfolgreichsten Angreifer in Europas Eliteklasse. Nicht nur die Hoffnungen der Fürstenfamilie um Oberhaupt Rainier und Prinz Albert, die in der Arena die Daumen drücken werden, ruhen auf dem von Real ausgeliehenen Top-Torjäger.

"Fernando ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Ohne ihn stünden wir nicht im Finale", meinte Deschamps. Der "verstoßene" Morientes, der als erster Spieler den vierten Champions-League-Triumph (1998, 2000, 2002) anstrebt, könnte Fußball-Geschichte schreiben. Und es wäre für ihn eine persönliche Genugtuung. "Mit Monaco das Finale zu gewinnen, hätte eine andere Bedeutung als ein Sieg mit Real Madrid."

Portos Stümerhoffnung heißt Derlei

Beim 20-maligen portugiesischen Meister, der den Landesmeister-Cup bereits 1987 in Wien gegen Bayern München durch das legendäre Hackentor des Algeriers Rabah Madjer gewann, steht ebenfalls ein Stürmer im Fokus. Der vom FC Chelsea umworbene Trainer Jose Mourinho vertraut den Künsten des Brasilianers Derlei, den er 2002 nach Porto lotste.

Der Stürmer hatte erst im Dezember 2003 einen Kreuzbandriss erlitten. Nach einer Blitzheilung und einem Kurzeinsatz wurde er im April im Halbfinal-Rückspiel der Champions League in La Coruna zum Matchwinner und sicherte Porto mit dem Foulelfmeter zum 1:1 den Finaleinzug. "So eine Rückkehr zu feiern, ist unglaublich", sprach Derlei danach vom "schönsten Moment seiner Karriere". Auf einen noch schöneren Augenblick hofft der in Brasilien wenig beachtete Angreifer auch am Mittwoch vor 53.040 Zuschauern.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

AS Monaco:

Roma - Ibarra, Givet, Rodriguez, Evra - Cisse, Bernardi, Zikos - Giuly, Rothen - Morientes

FC Porto:

Vitor Baia - Paulo Ferreira, Jorge Costa, Ricardo Carvalho, Nuno Valente - Costinha - Pedro Mendes, Maniche - Deco - McCarthy, Derlei

Schiedsrichter:

Kim Milton Nielsen (Dänemark)


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