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Meinung

WM-Finale: Was im Jubel unterging: Diese hässliche Szene war eines Weltmeisters unwürdig

Er war der wohl beste Mann auf dem Feld. Ist eigentlich ein gefeierter Star. Und natürlich ist Frankreich verdienter Weltmeister. Doch Antoine Griezmann hat auch Seiten gezeigt, die man nicht sehen möchte.

Antoine Griezmann

wusste, was er tat. In der 17. Minute des WM-Finales zwischen Frankreich und Kroatien gab es einen Zweikampf zwischen Marcelo Brozovic und Griezmann. Der französische Starstürmer ging zu Boden. Schiedsrichter Nestor Pitana entschied auf Freistoß für die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps. Die Proteste der herangelaufenen Kroaten halfen nichts. Der Freistoß wurde ausgeführt – von Griezmann selbst. Dabei zeigte der 27-Jährige sein ganzes fußballerisches Können. Mario Mandzukic versuchte zu klären, kam aber nicht mehr richtig an den Ball und lenkte ihn per Kopf ins eigene Tor, unhaltbar für Keeper Danijel Subasic. Das erste Eigentor der WM-Finalgeschichte war besiegelt. 

Antoine Griezmann und Marcelo Brozovic im entscheidenden Zweikampf

Antoine Griezmann (r.) und Marcelo Brozovic im entscheidenden Zweikampf

Getty Images

Die Fernsehbilder zeigten, dass dieser Freistoß nie hätte gegeben werden dürfen. Die Kroaten hatten mit ihrem Protest recht. Es war eine dreiste Schwalbe von Griezmann. "Für mich war das eine Schwalbe von Griezmann. Das war kein Foul. Ein Schiedsrichter könnte das auch spüren", erklärte der frühere Schiedsrichter Urs Meier im ZDF. 

Antoine Griezmann wollte alles für den WM-Titel geben

Es ist spekulativ zu fragen, was geschehen wäre, wenn in diesem Finale nicht in Führung gegangen wäre. Unglücklicher hätte das Spiel aber aus kroatischer Sicht nicht beginnen können. Nach der Partie wurde Griezmanns Aktion oft als "geschickt herausgeholt" und "schlitzohrig" bezeichnet. Aber Fakt ist: Es war eine fiese, unsportliche Aktion sehr früh im Spiel. Brasiliens Superstar Neymar beispielsweise wurde für seine Showeinlagen sehr viel härter kritisiert.

"Egal wie" hatte der Mann, der seit 2014 für Atletico Madrid auf Torejagd geht, vor dem Finale gesagt. Er wollte den WM-Titel um jeden Preis. Den Triumph der Franzosen auf diese unsportliche Art und Weise einzuleiten, hat er doch eigentlich nicht nötig. Dieser Meinung sind auch viele Zuschauer, die ihrem Unmut in den sozialen Netzwerken Luft machten.

Griezmanns Torjubel ist nicht die feine Art

Auch sein Torjubel nach dem verwandelten – ebenfalls umstrittenen Handelfmeter – machte es nicht besser. Auf seinen skurrilen Tanz, die Finger auf der Stirn zu einem "L" geformt, wollte er dieses Mal nicht verzichten. Nach seinem Tor im Viertelfinale gegen Uruguay hatte er den Jubel nicht gezeigt, um sein zweites Herzensland nicht zu verärgern. Auch wenn die Tanzeinlage auf dem vor allem bei Jugendlichen sehr beliebten Videospiel "Fortnite" basiert, steht ein "L" auf der Stirn nun mal für Loser. Feiert man SO ein Tor in einem Finale? 

Griezmanns sportlicher Beitrag zum WM-Gewinn der Franzosen ist unbestritten, er hatte maßgeblichen Anteil daran. Gerade als Führungsspieler sollte er aber auf solche Unsportlichkeiten besser verzichten. Doch auch die Fifa scheint sich dafür nicht zu interessieren, wurde er nach der Partie als "Mann des Spiels" ausgezeichnet.

Frankreich ist verdient Weltmeister. Der fade Beigeschmack bleibt. Auch das gehört nach dieser dreisten Schwalbe zur Wahrheit.

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