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Champions-League-Finale Barcelona gegen ManUnited Das Über-Spiel


Das Champions-League-Endspiel zwischen den beiden Weltclubs Barcelona und Manchester United setzt Maßstäbe. Das müssen Sie jetzt noch über das große Spiel im Wembley-Stadion wissen.
Von Klaus Bellstedt

Manchester sinnt auf Revanche für die Finalniederlage vor zwei Jahren, Barcelona will das Meisterstück von 1992 in Wembley wiederholen. Das Gigantenduell im Finale der Champions League zieht die Fußballwelt in ihren Bann. Wir stimmen Sie auf das Finale ein.

Das Stadion


Seit vier Jahren ist das neue Wembley-Stadion die Kathedrale des englischen Fußballs. So richtig angekommen sind die Fans der "Three Lions" in der Arena, die 90.000 Zuschauer fasst, immer noch nicht. Die Nostalgiker unter ihnen (davon gibt es in England traditionell viele) trauern dem Mythos von "Old-Wembley" nach, dem abgerissenen Stadion mit den legendären Zwillingstürmen. Beim Champions-League-Finale am Samstag zwischen Manchester United und dem FC Barcelona sind die Fans der englischen Nationalmannschaft aber in der Minderheit. Der große Rest wird von einem der modernsten Stadien der Welt beeindruckt sein. Ein Beispiel: Dank modernster Technik sollen die Zapfer in der Halbzeitpause in der Lage sein, insgesamt 40.000 Liter Leichtbier auszuschenken. Der Rasen besitzt Wimbledon-Qualität. Das Bällchen wird also gut laufen. Barca wird’s freuen.

Die Fans


Je 24.000 Tickets gingen nach Manchester bzw. Barcelona. Die United-Fans werden im Osten Platz nehmen, Barca-Anhänger sitzen gegenüber im Westen. Das Fassungsvermögen des Stadions wird zum Finale aus Sicherheitsgründen, und weil die Pressetribüne erweitert wurde, auf 86.000 Sitzplätze begrenzt. Der Patriotismus bei den neutralen englischen Fans wird sich in Grenzen halten. "United" wird außerhalb von Manchester nicht gerade geliebt. Der Club gilt wegen der vielen Erfolge und der oft unterkühlten Spielweise als arrogant. Hinzu kommt, dass Trainer-Legende Sir Alex Ferguson ein Schotte ist.

Nach einer Studie des Forschungs-Unternehmens "Sport + Markt" fiebern am Samstag 57,8 Millionen Barca-Fans in Europa mit ihrer Mannschaft. Kein Team hat mehr Anhänger. Manchester United kommt auf stolze 30,6 Millionen Fans in Europa und befindet sich damit hinter Real Madrid (31,3) auf Rang drei in diesem Ranking. Was die Facebook-Freunde betrifft ergibt sich ein ähnliches Bild. Bei einer Auswertung des portugiesischen Magazins "futebolfinance", welcher Fußball-Klub weltweit die meisten Facebook-Fans hat, ist der FC Barcelona einsame Spitze. Der Champions-League-Finalist gefällt knapp 14 Millionen Fans. Manchester United erreicht hier mit 12.931.000 Facebook-Fans immerhin Platz zwei. Bei den Mitgliedern liegt Barca (150.000) hinter Benfica Lissabon (160.000) auf Position 2, die Engländer kommen mit etwa 50.000 in dieser Kategorie nicht unter die Top Ten in Europa.

Wetter


Die Voraussetzungen für einen großen Fußballabend sind meteorologisch gesehen gegeben. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 20 Prozent. Für London ist das nicht schlecht. Zum Anpfiff um 20.45 Uhr werden 14 Grad Celsius vorhergesagt. Das sind ideale Bedingungen.

Schwarzmarkt


Vor dem Wembley-Stadion blüht der Schwarzmarkt. Mitte der Woche wurden Preise zwischen 500 und 2.000 Euro für eine Karte aufgerufen. Auch in der Stadt wird mit der heißen Ware gedealt. Im vergangenen Jahr beim Finale in Madrid zogen die Preise bis kurz vor Anpfiff rapide an. Für ein Ticket wurden damals schon mal 5.000 Euro hingeblättert - Königsklasse halt.

Medien


Rund um das Wembley-Stadion stehen seit Mitte der Woche die Übertragungswagen der TV-Stationen. Das Medienaufkommen ist gigantisch: Mehr als 500 Journalisten sind laut Uefa für das Finale akkreditiert. In Madrid 2010 waren es "nur" 400 Pressevertreter. Über ein Drittel der Pressetickets soll nach Asien gegangen sein. Speziell Manchester genießt dort eine extrem hohe Beliebtheit, was vor allem an Ji-Sung Park liegt, dem südkoreanischen Dauerläufer von United. Die Partie wird von 113 Fernsehanstalten in mehr als 220 Länder übertragen. Auf dem gesamten Planeten werden bis zu 300 Millionen Menschen an den Bildschirmen sitzen. Somit wird es ein Rekordfinale in der Geschichte der Champions League.

Trikots


Barca hat im Endspiel in London "Heimrecht". Das steht seit der Auslosung des Viertelfinales bereits fest. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola darf damit auch die Trikotfarbe wählen und hat sich erwartungsgemäß für das traditionelle rot-blau gestreifte Jersey entscheiden. Manchester United läuft in extra für das Endspiel geschneiderten weißen Trikots auf.

Schiedsrichter


Der ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai leitet das Champions-League-Endspiel. Der 35-Jährige ist seit acht Jahren Fifa-Referee und kam bei der WM 2010 zu vier Einsätzen. Beim Turnier in Südafrika pfiff er auch das Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien (0:1). In dieser Saison leitete Kassai das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Inter Mailand und Bayern München (ebenfalls 0:1). In London assistieren ihm seine Landsmänner Gabor Eros und György Ring.

Musik


Vorm Finale wird die von Tony Britten nach Händels "Zadok the Priest" (1727) arrangierte dreisprachige Champions-League-Hymne zu hören sein ("Die Besten; Les grandes équipes; The champions").

Die Bilanz


Die Begegnung ist das elfte Duell der Renommierklubs im Europapokal. Die Bilanz ist mit je drei Siegen bei vier Remis (17:14 Tore) ausgeglichen. Zum bislang letzten Mal trafen die beiden Clubs im Champions-League-Finale 2009 aufeinander. Damals in Rom demontierte das entfesselte Barca um Torschütze Lionel Messi den Gegner, und der Daily Mirror jammerte: "United wurde nicht einfach geschlagen, sondern verdroschen. Zu Brei geprügelt, besinnungslos gehauen. So übel, dass der Schmerz und die Qual nie vergessen wird. Es tat beim bloßen Zuschauen weh."


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