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Champions League: Gründe der Krise bei Olympique Marseille

Trotz riesiger Ambitionen katastrophal in die Saison gestartet, die Neuzugänge passen nicht und der Trainer ist wohl nur noch im Amt, weil seine Entlassung zu teuer wäre. Olympique Marseille steckt in der Krise und wir nennen die Ursachen.

Das Urteil der L'Equipe war deutlich. "Marseille geht's schlecht", titelte Frankreichs größte Sportzeitung, nachdem Olympique am Wochenende beim FC Valenciennes nur 1:1 gespielt und es zum wiederholten Mal nicht geschafft hatte, der Krise ein Ende zu setzen. Der Club war eigentlich als Topfavorit in die Saison gestartet, rangiert nach acht Spieltagen aber nur auf Platz 13.

Die Bilanz liest sich verheerend. Nach drei Niederlagen, vier Remis und lediglich einem Sieg hat der amtierende Vizemeister gerade einmal sieben Zähler auf dem Konto und damit schon einen Rückstand von zehn Punkten auf die Tabellenspitze. So schlecht hatte es um Olympique, seit Didier Deschamps vor zwei Jahren das Traineramt an der Cote d'Azur antrat und den Club in die Erfolgsspur zurückbrachte, noch nie gestanden.

Besonders frustrierend war die Art und Weise des Zustandekommens des jüngsten Remis, das die Euphorie nach dem ersten Saisonsieg wenige Tage zuvor erheblich dämpfte. Bis in die Nachspielzeit hatte Olympique in Valenciennes geführt, doch in der 92. Minute doch noch den Ausgleich hinnehmen müssen. "Der Zeitpunkt war einfach grausam“, resümierte Deschamps laut France Football. Dabei hatte er vor der Saison noch unverhohlen vom zehnten Meistertitel gesprochen. Leicht zu erraten, dass die ohnehin nicht gerade für Geduld bekannten Anhänger bereits lautstark den Kopf des Coaches forderten.

Nach vielen Tiefschlägen zeigte Weg nach oben

Dabei haben sie in der Vergangenheit in Marseille schon einiges erlebt. Auf Höhenflüge folgten tiefe Abstürze. Zwischen 1989 und 1993 dominierte Olympique die französische Meisterschaft. 1993 konnte man zudem als bisher einziges französisches Team die Champions League gewinnen. Ein Jahr später musste der Club zwangsabsteigen, nachdem bekannt wurde, dass der damalige Vereinspräsident Bernard Tapie ein Ligaspiel gekauft hatte. Der nationale Titel 1993 wurde aberkannt, Olympique lag am Boden, zusätzlich drückte ein riesiger Schuldenberg.

Erst Ende der Neunziger ging es etwas bergauf. Olympique zog zweimal ins UEFA Cup-Finale (1999/2004) ein, wurde 1999 zudem Vizemeister. Doch dann fand sich Marseille erneut im Zentrum eines Skandals wieder. Diesmal ging es um hinterzogene Sozialabgaben und illegale Transfertransaktionen. Einige Vorstandsmitglieder sowie der Ex-Präsident Robert Louis Dreyfus kamen in Haft. Erst 2010 konnten unter Deschamps mit der Meisterschaft, dem Ligapokal und dem französischen Supercup die ersten Titel nach 17 Jahren geholt werden. 2011 wurde man immerhin Vizemeister und konnte Ligapokal und Supercup verteidigen.

Angesichts dieser jüngsten Erfolge hatten nicht einmal Berufspessimisten einen derartigen Fehlstart einkalkuliert. Der Blick war eigentlich nur nach vorne gerichtet, man wollte im Idealfall wieder an die glorreiche Epoche Anfang der Neunziger Jahre anschließen bzw. sich zumindest wieder dauerhaft in der Spitze festsetzen. Doch davon ist Olympique derzeit weit entfernt, liegt eher auf Kurs der Saison 2001/02, als man nach acht Spieltagen die exakt gleiche Bilanz vorzuweisen hatte und am Ende nur Neunter wurde.

Sparkurs, herbe Verluste, blasse Neuzugänge

Die Gründe für den aktuellen Absturz sind vielfältig und dürften in erster Linie in den Transferaktivitäten des Sommers gesucht werden. Mit Gabriel Heinze (Roma) und Taye Taiwo (Milan) verließen gleich zwei Schlüsselspieler in der Abwehr Marseille. Verluste, die Deschamps bisher nicht hat kompensieren können. Denn mit bereits elf Gegentoren in acht Spielen macht die neu formierte Hintermannschaft einen alles andere als sattelfesten Eindruck.

In Heinze verlor OM nicht nur auf dem Platz einen Leistungsträger, sondern auch einen Routinier, der gerade in der jetzigen schwierigen Situation auch in der Kabine als Antreiber schmerzlich vermisst wird. Der Abgang des Argentiniers, der in Marseille angeblich 4,5 Millionen Euro als Jahresgage einstrich, hatte vor allem finanzielle Gründe. Denn wie bei den meisten französischen Clubs - außer PSG - muss auch Olympique sparen und die Lohn- und Transferkosten senken. Priorität in den nächsten zwei Jahren liegt auf der Renovierung des Stade Velodrome.

Daher hielt man sich auch bei den Sommereinkäufen merklich zurück, investierte gerade einmal elf Millionen Euro, für die man aber Mittelfeldspieler wie Alou Diarra (Bordeaux) – immerhin Kapitän der Equipe Tricolore – oder Morgan Amalfitano (Lorient) oder die Linksverteidiger Djimi Traore (Monaco) und Jeremy Morel (Lorient) verpflichten konnte. Doch die Neuzugänge bleiben bisher deutlich hinter den Erwartungen zurück, vor allem der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Diarra. Sicherlich auch ein Grund, warum es nicht nur defensiv, sondern mit gerade einmal neun Toren auch offensiv klemmt.

Leistungsträger außer Form oder verletzt

Auch bei den Leistungsträgern der letzten Saison hat der Fehlstart seine Spuren hinterlassen. Lucho Gonzalez weiß derzeit kaum Akzente zu setzen und auch André Ayew ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Lediglich Nationalstürmer Loic Remy konnte mit vier Saisontoren einigermaßen überzeugen. Einen richtigen Vollstrecker sucht man bei OM seit dem Abgang von Mamadou Niang im Sommer 2010 ohnehin vergeblich.

Zu allem Überfluss musste Marseille auch noch mit einigem Verletzungspech kämpfen. Bereits am zweiten Spieltag in Auxerre hatte sich Innenverteidiger Stéphane Mbia eine Fraktur am Mittelfußknochen zugezogen, Stürmer Andre-Pierre Gignac (acht Tore, sieben Assists im Vorjahr) plagte sich nach einer OP mit Bauchmuskelverletzungen und musste in allen seinen drei Saisoneinsätzen vorzeitig ausgewechselt werden.

Da immer wieder Spieler fehlten, zwischenzeitlich auch Neuzugang Nicolas Nkoulou wegen einer längeren Sperre, konnte sich das Team bisher noch nicht finden. Die OM-Spieler präsentieren sich noch nicht als Einheit, sondern eher als Ansammlung von Individualisten. Die taktischen Änderungen, die Deschamps zu Saisonbeginn eingeführt hatte, konnten so noch nicht richtig greifen und automatisiert werden. Man hofft auf Besserung, sobald alle Spieler wieder an Bord sind.

Coach sitzt trotzdem fest im Sattel

Daher sitzt der Coach trotz der lauten Fanproteste immer noch im Sattel. "Didier Deschamps hat weiter unser aller Vertrauen", erklärte Präsident Vincent Lebrune vor einigen Tagen und forderte die Anhänger auf, ihre Unmutsäußerungen zu unterdrücken. "Alle, die Olympique lieben, müssen ihre Solidarität mit ihm zeigen."

Dem Club bleibt auch derzeit keine andere Wahl, als am Trainer festzuhalten. Eine Entlassung Deschamps, der einen bis 2014 gültigen Vertrag besitzt, wäre für das finanziell nicht auf Rosen gebettete Olympique schlicht zu teuer, die dann fälligen acht Millionen Euro Abfindung würden ein erhebliches Defizit in die Kasse reißen und die Pläne zum Stadionausbau gefährden.

So bleibt Olympique derzeit nur die Hoffnung, dass sich die positiven Ansätze, die zuletzt in der Liga gezeigt hatten, auch bald in Siegen niederschlagen werden. Noch glaubt Deschamps, dass genügend Punkte zu gewinnen sind, um tatsächlich noch in den Titelkampf eingreifen zu können. Doch dazu müsste die Trendwende schnell kommen. Nächste Chance: Heute in der Champions League gegen Borussia Dortmund. Zum Auftakt der Gruppenphase hatte OM drei Punkte geholt und führt immerhin hier derzeit die Gruppe an. Mal sehen, wie es OM um 22.30 Uhr gehen wird.

Malte Asmus

sportal.de / sportal

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(