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Chronologie: Die Suche nach einem Bundestrainer

Nach wochenlanger Suche sind zwei von drei Führungs-Positionen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft besetzt. Die wichtigsten Stationen einer turbulenten, verwirrenden Personaldebatte nach dem Rücktritt von Teamchef Rudi Völler.

24. Juni

Rudi Völler tritt nach EM-Aus überraschend zurück. Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld bekundet Gesprächsbereitschaft: "Logische Folge für mich."

26. Juni

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder erklärt die Trainer-Suche zur geheimen Chefsache. Informationssperre.

28. Juni

DFB bestätigt offiziell die Kontaktaufnahme mit Hitzfeld. 1. Juli: Hitzfeld lehnt ab. "Ich bin derzeit nicht in der Verfassung, der deutschen Nationalmannschaft bis zur WM 2006 weiter zu helfen."

2. Juli

Mayer-Vorfelder: "Es empfiehlt sich nicht, genaue Grenzen zeitlicher Art festzulegen."

3. Juli

DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer fordert eine ganz auf die WM ausgerichtete Übergangslösung. "Wie es danach weitergeht, ist völlig egal."

5. Juli

Trainersuche keine Chefsache mehr. DFB-Trainer-Findungs-Kommission (TFK) mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Generalsekretär Horst R. Schmidt, Liga-Präsident Werner Hackmann und WM-OK-Chef Franz Beckenbauer nimmt Arbeit auf.

7. Juli

Erste TFK-Gespräche mit weiteren Anwärtern. Neuer Wunschkandidat: Otto Rehhagel. Bundesinnenminister Otto Schily stellt klar: "Wir können es uns nicht leisten, eine Entscheidung lange hinaus zu zögern."

10. Juli

Nächster Wunschkandidat sagt ab: Rehhagel bleibt "Grieche".

11. Juli

Beckenbauer bringt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ins Spiel - und verwirft diesen Gedanken ein paar Tage darauf wieder.

14. Juli

Beckenbauer: "Die Tendenz geht dahin, dass es ein Ausländer wird." Kandidaten: Guus Hiddink (PSV Eindhoven), Morten Olsen, (Nationalcoach Dänemark), Arsene Wenger (Arsenal London).

15. Juli

Wenger sagt endgültig ab.

16. Juli

Hiddink bestätigt Kontakt mit DFB - Olsen schweigt. - Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Ich werde mich nicht bewerben."

19. Juli

Beckenbauer: "Winfried Schäfer ist ebenfalls ein Kandidat." Mitglied Schmidt schlägt in der TFK-Sitzung Klinsmann als Völler-Nachfolger vor, auf Hinweis von Ex-Bundestrainer Berti Vogts.

20. Juli

Mayer-Vorfelder und Schmidt nehmen in New York Gespräche mit Klinsmann auf.

21. Juli

Dreier-Lösung mit Klinsmann als Teamchef, Oliver Bierhoff als Team-Manager und Holger Osieck als Trainer wird immer wahrscheinlicher.

24. Juli

Klinsmann landet in Deutschland zu weiteren Verhandlungen mit dem DFB und bestätigt, Teamchef der deutschen Nationalmannschaft werden zu wollen. Beckenbauer: "Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr gefällt mir diese Idee."

26. Juli

DFB und Klinsmann verständigen sich auf Zweijahresvertrag. Sportliche und personelle Details müssen noch geklärt werden.

27. Juli

Es zeichnen sich Probleme beim angedachten Bierhoff-Engagement ab. Osieck landet von Kanada kommend zu Gesprächen in Deutschland.

28. Juli

Wunschtrio geplatzt. Osieck und Klinsmann finden keine gemeinsame Basis. Bierhoff trifft mit Berater zu Gesprächen in Frankfurt ein.

29. Juli

Klinsmann wird nicht als Teamchef, sondern vom DFB offiziell als neuer Bundestrainer installiert. Ebenfalls perfekt: In der neuen Position des Team-Managers begleitet ihn für die gemeinsame Vertrags-Laufzeit von zwei Jahren Oliver Bierhoff zur WM 2006. Weiter vakant im geplanten Triumvirat: Die Besetzung der Co-Trainer-Stelle.

DPA / DPA

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