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Confed Cup: Brasilien tanzt Italien aus

Was für eine Blamage: Weltmeister Italien hat beim Confed Cup in Südafrika gegen Brasilien die höchste Pleite seit 33 Jahren kassiert und sich sang- und klanglos von der WM-Generalprobe verabschiedet. Auch zur Freude der USA, die gegen Ägypten groß aufspielten und nun wie Brasilien im Halbfinale stehen.

Brasilien und Außenseiter USA komplettieren das Halbfinal-Feld beim Confederations Cup in Südafrika. Die Selecao setzte sich am Sonntag am "Duell der Giganten" unerwartet klar mit 3:0 (3:0) gegen WM-Champion Italien durch. Als souveräner Sieger der Gruppe B hat der Rekord-Weltmeister in der Vorschlussrunde am Donnerstag in Johannesburg in Gastgeber Südafrika den vermeintlich leichtesten Gegner. Dank Italiens höchster Pleite gegen Brasilien seit 33 Jahren schlossen die USA ihre Aufholjagd in der Tabelle erfolgreich durch das 3:0 (1:0) gegen Ägypten ab und kamen über das Torverhältnis doch noch weiter. Das US-Team muss sich im Semifinale am Mittwoch in Bloemfontein mit dem seit 35 Länderspielen unbesiegten Europameister Spanien auseinandersetzen.

Im Duell des fünfmaligen WM-Champions aus Brasilien mit dem viermaligen Titelgewinner Italien spielten die Südamerikaner ihren Gegner in den ersten 45 Minuten förmlich an die Wand. Ramires (6. Minute) traf nur das Lattenkreuz, Robinho (14.) scheiterte an Gianluigi Buffon und Lucios abgefälschter Schuss landete am Pfosten (33.). Dann aber fielen die Tore wie am Fließband: Die einseitige Partie war binnen acht Minuten durch Luis Fabiano (37./43.) und Andrea Dossena (45./Eigentor) entschieden.

Die Squadra Azzurra, in der Luca Toni vom FC Bayern München erstmals bei diesem Turnier in der Anfangself stand und Fabio Cannavaro in seinem 126. Länderspiel mit Rekordspieler Paolo Maldini gleichzog, präsentierte sich vor allem in der sonst so starken Defensive desolat. Krönung der Blamage war Dossenas Eigentor. Nach dem Wechsel musste der erneut schwache Toni Platz für Alberto Gilardino machen, der die Italiener vor dem Aus bewahren sollte. Die Brasilianer schonten sich im Gefühl des sicheren Sieges für die weiteren Aufgaben, und so kamen die Südeuropäer nun besser zum Zuge, ohne jedoch zu überzeugen.

Das bisherige Überraschungs-Team Ägypten, das im Turnier-Verlauf gegen Brasilien (3:4) erst in der Nachspielzeit verloren und danach Italien (1:0) unerwartet besiegt hatte, musste im Duell mit den USA erstmals mit der Favoritenbürde klarkommen. Der Afrika-Meister tat sich ohne den am Oberschenkel verletzten Dortmunder Bundesliga-Profi Mohamed Zidan sehr schwer. Nach dem unglücklichen Rückstand durch Charly Davies (21.), der im Nachschuss einen Torwartfehler von Essam El Hadari nutzte, wurde die Partie zu einem Nervenspiel. In der zweiten Halbzeit bestimmten die Amerikaner weiter das Geschehen und schafften durch den Mönchengladbacher Michael Bradley das 2:0 (63.). Der alles entscheidende dritte Treffer in diesem Rechenschieber-Dreikampf um Platz zwei gelang Clint Dempsey (71.).

DPA / DPA

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