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Bundesliga im stern-Check Dank des BVB lebt die Hoffnung auf einen echten Titelkampf – ein bisschen

Die Dortmunder jubeln nach dem Treffer zum 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach durch den Giovanni Reyna (3.v.l.)
Die Dortmunder jubeln nach dem Treffer zum 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach durch den Giovanni Reyna (3.v.l.)
© Bernd Thissen / DPA
Das 8:0 der Bayern gegen Schalke war wie eine Erschütterung für den Rest der Liga. Wer soll die Münchner noch schlagen auf ihren Weg zur 9. Meisterschaft in Folge? Vielleicht ja der hoffnungsvolle BVB, lautet die Antwort nach dem Sieg gegen Gladbach.

So liefen die Spiele in der Fußball-Bundesliga

Alle Ergebnisse des 1. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Der Aufreger des Spieltages

Da saßen die Bosse des FC Bayern artig aufgereiht wie Schüler bei einem Klassenfoto auf der Tribüne der menschenleeren Allianz Arena und erfreuten sich am Zauberfußball ihrer Mannschaft. Sie klatschen in die Hände, sie lächelten, die Stimmung war bestens bei Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn, Uli Hoeneß und all den anderen Funktionären. Kein Wunder: Gnabrys Tore, Sanés Sololäufe, Lewandowski Rabona-Trick – es war ein Fußballfest, das der Rekordmeister auf dem Rasen veranstaltete. Acht Tore gegen Schalke, kein Gegentreffer – die Bayern legten einen für die Konkurrenz beängstigenden Auftritt zum Saison-Auftakt hin.

Doch schnell waren die Tore von "Sanabry" Nebensache, weil sich alle Welt über die Bosse aufregte, die ohne Mundschutz und Sicherheitsabstand das Spiel verfolgten. Das kam zu Recht nicht so gut an. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml rügte die hohen Herren, die DFL verlangte ein Gespräch und Rummenigge zeigte Einsicht: "Wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht vorbildlich war. Wir werden das ändern", sagte er am Sonntag. Gut so. Die Schalke-Bosse hockten während des Spiels übrigens genau so aufeinander, aber an ihre Adresse richtete sich keine Kritik. Das hat vermutlich etwas mit Mitleid wegen der brutalen Niederlage zu tun, da will man nicht wegen eines nicht eingehaltenen Mindestabstands meckern.

Gewinner des Spieltages

Nach dem 8:0-Donnerhall der Bayern gegen Schalke war die Lage kurzzeitig ernst. Nicht wenige Beobachter und Nicht-Bayern-Fans hatten leichte Panikattacken. In dunklen Ahnungen prophezeiten sie (vollkommen zurecht selbstverständlich) einen Durchmarsch der Bayern zur 9. Meisterschaft in Folge. Fast 24 Stunden vergingen, bis die tiefe Niedergeschlagenheit einer (sehr) leisen Hoffnung wich. Geht da noch was? Grund für den leisen Stimmungswandel war der famose Auftritt der Dortmunder Teenie-Truppe gegen Borussia Mönchengladbach. Mit 3:0 gewann der BVB gegen den direkten Konkurrenten. Der Führungstreffer war das "jüngste" Tor der Bundesliga-Geschichte. Noch nie zuvor hatte ein 17-Jähriger (Giovanni Reyna) ein Tor verwandelt, das von einem anderen 17-Jährigen aufgelegt worden war (Jude Bellingham). Die weiteren Tore besorgte der norwegische Sturmtank Erling Haaland (20 Jahre). Aber kommen wir zurück zur Hoffnung und halten fest: Vielleicht sind diese Dortmunder in der Lage, die Bayern wenigstens unter Druck zu setzen. Vielleicht zeigen sie nicht so schwankende Leistungen wie in den vergangenen zwei Spielzeiten und treten gereifter auf. Das wäre schön, um die Liga an entscheidender Stelle spannender zu machen. Ein bisschen träumen muss erlaubt sein.

Verlierer des Spieltages 

Träume haben sie an der Weser auch, aber es sind Albträume. Und zwar der grausamsten Art. Sie handeln von schmerzhaften Niederlagen, einem nicht enden wollenden Abstiegskampf und einem Nordderby gegen den HSV in der 2. Liga in der Saison 2021/22. Bremen begann die Saison so wie die vergangene endete: Mit Anfängerfehlern, einer peinlichen Abwehrleistung und einer schwachbrüstigen Offensive. Mit 1:4 verlor Bremen zu Hause gegen Hertha BSC – und was die Mannschaft von Florian Kohlfeld zeigte, war nicht erstligareif. Das einzig Positive daran ist, dass noch 33 Spiele Zeit sind, um vielleicht auch mal ein Spiel zu gewinnen. Doch der Auftritt der Bremer macht wenig Mut. Zudem gewann man den Eindruck, dass sie schon wieder anfangen, die Lage schön zu reden. Mit der Einschätzung der Realität und der eigenen Leistungsstärke hatten sie schon im vergangenen Jahr Probleme. Florian Kohfeldt steht wie sein Schalker Kollege David Wagner bereits unter Druck - und am nächsten Spieltag treffen die beiden aufeinander. Es wird keine schönes Spiel werden.

Diese Tor sollten sie (nochmal) sehen

Tor des Tages ist der Treffer von Erling Haaland zum 3:0 gegen Gladbach. Jadon Sancho trieb den Ball bei einem Konter über das ganze Feld, spielte exakt zum richtigen Zeitpunkt ab und fand Haaland, der verwandelte. Haaland war eben genau zum richtigen Zeitpunkt an der genau richtigen Position, nachdem er in seiner unnachahmlichen Art im Vollsprint über das Feld gejagt war.

Bild des Spieltages

Da sind sie, die zurückgekehrten Zuschauer der Fußball-Bundesliga. Bei Aufsteiger VfB Stuttgart waren 7123 Fans in der Mercedes-Benz-Arena und machten zu Beginn richtig Betrieb. Dann wurde es schnell still, weil Gegner SC Freiburg mit zwei Toren in Führung ging. Es folgte ein Moment, in dem sich die Stuttgarter Profis vielleicht sogar Geisterspiele zurückwünschten, denn ein Teil der als sehr kritisch bekannten Stuttgarter Anhänger verabschiedete die Mannschaft mit Pfiffen in die Halbzeitpause - das sorgte für Unverständnis unter den VfB-Profis, schließlich ist man gerade erst aufgestiegen. In der zweiten Halbzeit wurde es zum Ende richtig spannend, weil die Stuttgarter nach einem 0:3-Rückstand noch einmal auf 2:3 herankamen, aber dabei blieb es am Ende.
Da sind sie, die zurückgekehrten Zuschauer der Fußball-Bundesliga. Bei Aufsteiger VfB Stuttgart waren 7123 Fans in der Mercedes-Benz-Arena und machten zu Beginn richtig Betrieb. Dann wurde es schnell still, weil Gegner SC Freiburg mit zwei Toren in Führung ging. Es folgte ein Moment, in dem sich die Stuttgarter Profis vielleicht sogar Geisterspiele zurückwünschten, denn ein Teil der als sehr kritisch bekannten Stuttgarter Anhänger verabschiedete die Mannschaft mit Pfiffen in die Halbzeitpause - das sorgte für Unverständnis unter den VfB-Profis, schließlich ist man gerade erst aufgestiegen. In der zweiten Halbzeit wurde es zum Ende richtig spannend, weil die Stuttgarter nach einem 0:3-Rückstand noch einmal auf 2:3 herankamen, aber dabei blieb es am Ende.
© Tom Weller / DPA

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