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Das Skandal-Tor von Frankreich: Sünder Henry gesteht Handspiel

Glück mit der zweiten Hand Gottes. Frankreich hat sich dank eines Skandal-Tores nach Südafrika gezittert. Dem entscheidenden Treffer von William Gallas ging ein klares Handspiel von Thierry Henry voraus. Henry: "Es war Hand, aber ich bin nicht der Schiedsrichter".

Frankreich atmet auf. Der WM-Finalist von 2006 hat sich in der Verlängerung des Relegationsspiels gegen Irland mit viel Glück ein Ticket nach Südafrika gesichert. Ein äußerst umstrittener Treffer von William Gallas in der Verlängerung führte zum entscheidenden 1:1-Ausgleich gegen Irland. Vor dem Tor hatte Thierry Henry den Ball klar mit der Hand gespielt. Henry selbst ließ nach dem Spiel gar keine Zweifel an seiner Schuld: "Es war Hand, aber ich bin nicht der Schiedsrichter", sagte der Angreifer vom FC Barcelona nach dem Spiel.

Dank des offensichtlichen Hand-Tores blieb den Franzosen die Schmach erspart, sich die WM-Endrunde wie zuletzt 1994 im Fernsehen ansehen zu müssen. Vor dem entscheidenden Treffer brachten die Iren den hohen Favoriten an den Rand einer nationalen Katastrophe. Kapitän Robbie Keane glich mit seinem wunderschön heraus gespielten Treffer in der 33. Minute das 0:1 aus dem Hinspiel aus und führte sein Team damit in die Verlängerung. Die Elf von Giovanni Trapattoni war nach der Heimniederlage mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ins Spiel gegangen. Frankreichs Mittelfeldspieler Lassana Diarra hatte die Iren unmittelbar nach der ersten Partie beschimpft und auch in den Tagen weitere Provokationen nachgeschoben.

Nach dem 0:1-Rückstand fanden die Franzosen auch in der zweiten Halbzeit vor den Augen ihres einstigen Superstars Zinedine Zidane und Staatspräsident Nicolas Sarkozy nie zur erhofften Gefährlichkeit. Außer einem harmlosen Weitschuss von Chelsea-Stürmerstar Nicolas Anelka und einer Chance von Thierry Henry blieb bei den Franzosen im Spiel nach vorne vieles Stückwerk. Die Iren dagegen drückten aufs Tempo.

"Der Ball sprang zu mir durch und berührte meine Hand"


In der Verlängerung kam dann der Skandal. Henry beschrieb die Situation, die zum Tor führte, so: "Es kommt ein langer Freistoß aus dem Mittelfeld, ich bin hinter zwei Iren. Der Ball springt zu mir durch und berührt meine Hand. Der Schiedsrichter hat nicht gepfiffen, also habe ich weitergespielt. Aber natürlich war das ein klares Handspiel."

Ein kurioses Tor in einem kuriosen Spiel. Als der Ball im Netz war rannten alle Spieler wie wild durcheinander. Die Franzosen drehten zum Jubeln ab, die Iren sprinteten in vollem Tempo zum schwedischen Schiedsrichter Martin Hansson. Kaum einen Spieler hielt es im 16-Meter-Raum. Einzig der Ball blieb im Tor zurück.

Hansson beriet sich mit seinem Assistenten, erkannte das Tor aber letztlich an. Die Iren fühlten sich betrogen: "Es gibt keinen Zweifel, dass wir dieses Spiel gewonnen haben", sagte der irische Torschütze zum 0:1, Robbie Keane, dem irischen Blatt "Independent". "Über beide Spiele gesehen, waren wir die bessere Mannschaft", war Keane zudem überzeugt.

Thierry Henry störte das alles nicht. Gefragt, ob das Handspiel seine Freude trübe, sagte er: "Nein, nein. Wir sind qualifiziert".

Felix Haas mit sid

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