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DFB-Elf gewinnt Testspiel: Freundlicher Sieg gegen Uruguay

Die deutsche Nationalelf hat das Freundschaftsspiel gegen Uruguay gewonnen. Bundestrainer Joachim Löw, der auf einige Stammkräfte verzichten musste, nutzte die Gelegenheit, viele Spieler zu testen.

Von Tim Schulze

Testspiele mit der Nationalmannschaft kurz nach dem Ende einer langen und kraftraubenden Saison – Fußball-Profis können sich sicherlich etwas Spannenderes vorstellen. Das gilt auch für die deutschen Nationalspieler, die im beschaulichen Sinsheim auf Uruguay trafen. Ernst wird es erst am Freitag, wenn der Gegner in der EM-Qualifikation Österreich lautet. Wenige Tage später steht auch noch das Spiel gegen Aserbaidschan an. "Wir wollen das Spiel nutzen, nach der ungewohnten Situation in die Gänge zu kommen", erklärte Joachim Löw vor dem Spiel. Zuviel durfte man also nicht erwarten. Trotzdem zeigte die deutsche Mannschaft vor allem in den ersten 45 Minuten eine ansehnliche Partie und gewann durch Tore von Mario Gomez und André Schürrle am Ende ein wenig glücklich mit 2:1.

"Mir hat vieles sehr gut gefallen, vor allem in der ersten Halbzeit. Es war nicht zu erwarten, dass so viel Tempo im Spiel ist. In der zweiten Halbzeit war nicht mehr der Spielfluss vorhanden. Auch bedingt durch die vielen Wechsel war es nicht mehr so harmonisch", sagte Löw nach der Partie, die den ersten Sieg in einem Freundschaftsspiel seit einem Jahr brachte. Außerdem war es ja auch für einem guten Zweck. Die Einnahmen gehen an die Egidius-Braun-Stiftung für soziale Projekte.

Viele verletzte Stammspieler


Der Bundestrainer musste auf einige Stammkräfte verzichten. Per Mertesacker, Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger hatten verletzungsbedingt abgesagt. So bekam Löw, vielleicht mehr als ihm lieb war, die Gelegenheit, dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Simon Rolfes, Toni Kroos und André Schürrle durften sich über einen Einsatz in der Startelf freuen.

Am Anfang taten sich beide Teams schwer, auf Betriebstemperatur zu kommen. Die DFB-Elf dominierte das Geschehen von Beginn an, aber Uruguay versteckte sich nicht. Zwei Mal musste Nationalkeeper Manuel Neuer Schüsse von Walter Gargano und Alvaro Pereira parieren. Die Deutschen brauchten exakt 20 Minuten bis zur ersten nennenswerten Torchance - und die saß sofort. Mario Gomez eroberte den Ball von Uruguays Abwehrspieler Diego Lugano und setzte zu einem ansehnlichen Dribbling an, das er erfolgreich zur Führung abschloss.

Von diesem Zeitpunkt an waren die Deutschen im Spiel. Mesut Özil, bester deutscher Spieler in der ersten Halbzeit, Gomez und Kroos mit einem Fernschuss scheiterten zunächst. Dann war es Schürrle, der nach einem Querpass von Özil vom Sechzehner abzog und die Führung auf 2:0 ausbaute. Schürrle darf getrost zu den Gewinnern dieses Abends gezählt werden. Der zukünftige Leverkusener empfahl sich als echte Alternative auf der linken Außenbahn. Neuer verhinderte mit einer Faustabwehr bei einem Freistoß von Diego Forlan auf der Gegenseite den Gegentreffer (45.) kurz vor der Pause.

Wacklige Innenverteidigung


Zur zweiten Halbzeit nahm Löw zunächst nur einen Wechsel vor: Miro Klose ersetzte Özil. Das hatte Folgen. Die Dominanz der Deutschen ging verloren und Uruguay verkürzte durch Gargano (48. Minute). Jetzt wurden auch die Probleme im Defensivverhalten deutlich, wo sich vor allem die Innenverteidiger Mats Hummels und Arne Friedrich nicht für einen Einsatz gegen Österreich empfahlen. Auch Simon Rolfes ließ bei seinem Comeback nach langer Pause einiges vermissen.

Das Löw-Team kam nach mehreren Einwechslungen, die den Spielfluss hemmten, kaum noch gefährlich vor das Tor der Gäste. Mario Götze, Christian Träsch, Lukas Podolski, Holger Badstuber und als Debütant Benedikt Höwedes kamen noch zum Zuge. Am Ende hing der Sieg am seidenen Faden: 17 Minuten vor dem Ende verhinderte Neuer gegen Godin den drohenden Ausgleich. Auch Diego Forlan testete Neuer wenige Sekunden vor Abpfiff noch einmal. Es blieb ohne Folgen. Im Prestigeduell gegen Österreich am nächsten Freitag in Wien, wo es um Punkte für die EM-Qualifikation geht, wird es dann wieder ernst. Das macht allen, Zuschauern und Spielern, mehr Spaß.

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