VG-Wort Pixel

DFB-Pokal Bayern schlägt Gladbach im Elfmeterschießen


Dante wurde im Pokalhalbfinale zum tragischen Helden der Borussia gegen seinen möglichen neuen Arbeitgeber. Zunächst verhinderte er mit bärenstarker Leistung eine erneute Bayern-Torflut und dann scheiterte ausgerechnet er im Elfmeterschießen. Wie einst Lothar Matthäus und auch noch an dessen Geburtstag.

Manchmal wiederholt sich Geschichte doch. 1984 hatte Lothar Matthäus, dessen Wechsel zum FC Bayern damals bereits festgestanden hatte, im DFB Pokalfinale einen Elfmeter für Borussia Mönchengladbach verschossen, der den Münchnern letztlich den Pokaltriumph brachte. Seitdem hat der Rekordnationalspieler einen schweren Stand am Bökelberg, wird seitdem dort als Judas geschmäht.

28 Jahre später verdichten sich die Gerüchte, dass Gladbachs Innenverteidiger Dante ebenfalls zu Bayern wechseln wird. Offiziell steht allerdings noch nichts fest. Und dann trat ausgerechnet dieser Dante, der zuvor in einem packenden Halbfinalspiel dem Bayern-Angriff mit bärenstarken Zweikampfquoten über 120 Minuten die Stirn geboten hatte, im Elfmeterschießen an und semmelte den Ball über die Latte und sorgte damit für die Vorentscheidung, die Havard Nodtveits Fehlschuss gegen Manuel Neuer dann bestätigte.

Zuvor hatten sich die Bayern gegen Gladbach aber unheimlich schwer getan, hatten gegen die geschickte Defensivarbeit der Gladbacher wenig Mittel gefunden, die wenigen Chancen vergeben. Da auch die Hausherren trotz teilweiser gefährlicher Konter nicht trafen, musste das Elfmeterschießen die packende Partie entscheiden, in dem David Alaba, Franck Ribéry, Philipp Lahm und Toni Kroos für Bayern, Filip Daems und Patrick Herrmann für Gladbach trafen, ehe dann die Fehlschüsse kamen.

Gladbacher Defensive stoppt den Bayern-Torrausch

Gladbach störte die Bayern schon in deren Hälfte bei der Ballannahme, doppelte die Außen und stellte durch geschicktes Verschieben der beiden Viererkette die Passwege der Gäste durch die Mitte zu. Bis auf wenige Chancen hielten sie so die Bayern vom Tor fern. Doch diese Möglichkeiten hatten es allesamt in sich und folgten einem zunächst bedächtigen Spielaufbau, der dann in einer schnellen Spielverlagerung gipfelte.

Zunächst scheiterte so Toni Kroos, dem Thomas Müller den Ball von der Grundlinie aufgelegt hatte, aus 17 Metern am Innenpfosten, dann parierte Marc-Andre ter Stegen einen Mario Gomez-Kopfball nach Flanke von Philipp Lahm glänzend. Gladbach, deren Fokus auf der Defensivarbeit lag, kam nur selten dazu, mit eigenen schnellen Kombinationen Akzente zu setzen. Doch wenn, wurden auch sie gefährlich. Nach tollem Steilpass von Roman Neustädter scheiterte Marco Reus aus halblinker Position an Manuel Neuer, der dann auch einen Rechtsschuss von Filip Daems zur Ecke lenken konnte.

Die dickste Chance bis dato hatte aber Arjen Robben auf Seiten der Bayern, die kurz vor Ende der Halbzeit noch einmal den Druck erhöhten. Der auf der linken Angriffsseite der Bayern durch Tony Jantschke fast vollständig abgemeldete Franck Ribéry hatte sich auf dem Flügel durchgesetzt, in die Mitte den freistehenden Niederländer bedient, der aus kurzer Distanz das Kunststück fertig brachte, den Ball über das Tor zu schießen. Kurz darauf wehrte ter Stegen einen Schuss von David Alaba, ehe der ansonsten in der Innenverteidigung bärenstarke Dante bei einem Ausflug in die gegnerische Hälfte kurz vor der Pause einen Gladbacher-Eckball neben das Tor bugsierte.

Hervorragende Keeper erzwingen Verlängerung

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Bayern Druck und Tempo und wurden mit guten Chancen belohnt. Der von Müller per Hackentrick im Strafraum eingesetzte Robben traf mit links jedoch nur das Außennetz, dann legte Gomez zurück auf den Niederländer, der erneut seinen Meister in ter Stegen fand. Eine dritte vergab Robben eine Viertelstunde später per Schlenzer von der Strafraumgrenze aus.

Zwischendrin war auch Gladbach immer mal wieder mit Kontern gefährlich, konnten Nadelstiche setzen, Neuer jedoch bei der besten Möglichkeit aus seinem Tor stürzen und Reus zur Grundlinie abdrängen. Der Keeper war aber rechtzeitig wieder auf dem Posten, um Juan Arangos Schuss knapp über sein Tor zischen zu sehen. Mit zunehmender Spieldauer wurden diese Entlastungsangriffe trotz der Einwechslung des kombinationsstarken Patrick Herrmann aber seltener und auch der Druck der Bayern nahm wieder ab. Safety First regierte nun das Spiel des Rekordmeisters.

Kurz nachdem die Bayern eine Torraumszene vergeben hatten, weil erst Gomez abgedrängt, dann Robben entscheidend gestört wurde, startete dann plötzlich Reus von Arango auf links geschickt durch, doch Neuer warf sich ihm entgegen, rettete die brenzlige Situation und seinem Team die Verlängerung.

Petersen und Robben vergeben Entscheidung

Dort agierte Gladbach etwas mutiger als die Bayern, die zunächst vor allem darauf bedacht schienen, sich keinen Fehler zu leisten. Jupp Heynckes schickte dann mit Ivica Olic und Niels Petersen zwei frische Stürmer auf das Feld und gab so das Zeichen, noch einmal offensiver zu werden.

Den Gladbachern, die bereits das Auswechselkontingent ausgereizt hatten, schwanden sichtbar die Kräfte, der angeschlagene Neustädter schleppte sich über die Zeit. Trotzdem brannte nichts mehr an. Die dicksten Chancen vergaben erneut Robben, der aus 20 Metern jedoch erneut seinen Meister in ter Stegen fand und Petersen, der freie Schussbahn hatte, wegrutschte und das Elfmeterschießen nicht mehr verhindert werden konnte.

Malte Asmus 

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker