DFB-Pokal Bayern schrammt an Blamage vorbei, Rensing patzt


Der FC Bayern ist bei den Amateuren von Neckarelz mit einem blauen Auge davon gekommen. Am Ende gewann die Truppe von Louis van Gaal mit 3:1. Den Gegentreffer kassierten die Bayern in Überzahl. Nach Mainz musste sich noch ein weiterer Erstligist in der ersten Runde aus dem Pokal verabschieden.

Im ersten Pflichtspiel unter seinem neuen Trainer Louis van Gaal hat der FC Bayern München nur mit Mühe eine Blamage vermieden. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals kam der Fußball-Rekordmeister gegen die sechstklassige SpVgg Neckarelz nur zu einem zähen 3:1 (0:0). Die Tore für den haushohen Favoriten erzielten in der mit 30.017 Zuschauern ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim Nationalstürmer Mario Gomez (51., 57./Handelfmeter) mit seinen ersten beiden Pflichtspieltreffern im neuen Trikot und Hamit Altintop (82.). Den Ehrentreffer für den couragiert auftretenden Underdog, der auch noch eine Gelb-Rote Karte für Christian Fickert verkraften musste, erzielte Heiko Throm.

Die wichtigsten Personalentscheidungen hatte Neu-Coach van Gaal schon vor dem Anpfiff getroffen. In der viel diskutierten Torwart-Frage gab der Niederländer Michael Rensing den Vorzug vor Jörg Butt. Damit dürfte der 25-Jährige, der von den Bayern-Fans mit Sprechchören gefeiert wurde, als Stammtorhüter in die Saison gehen und auch beim Liga-Start in einer Woche gegen 1899 Hoffenheim zwischen den Pfosten stehen. Auch wenn er beim Gegentor nicht gut aussah. Als Kapitän benannte van Gaal seinen Landsmann Mark van Bommel, den Jürgen Klinsmann in der Vorsaison zum Mannschaftsführer gemacht hatte, und gab dem 32-Jährigen mit dieser Entscheidung quasi eine Stammplatzgarantie im defensiven Mittelfeld.

Neckarelzer Nobodies mit Druck

Doch ungeachtet dieser Klarheit in den Personalentscheidungen war die erste Halbzeit für den haushohen Favoriten eine mittlere Blamage. Gegen die Neckarelzer Nobodies um ihren 38 Jahre alten Kapitän Rolf Lang waren die Münchner zwar meist im Ballbesitz, ließen gegen die von ihrem Trainer Peter Hogen defensiv eingestellten Underdogs aber einen klaren Offensivplan sowie das notwendige Tempo fast vollständig vermissen.

Der für Superstar Franck Ribéry auf der Zehner-Position beginnende Jungprofi Thomas Müller vermochte dem Bayern-Spiel ebensowenig Druck zu verleihen wie Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Hamit Altintop. Ein harmloser Schuss von Philipp Lahm (8.) und ein Pfostenschuss des frei stehenden Miroslav Klose (18.) waren als Chancenausbeute viel zu wenig, andere Situationen bereiteten dem guten Florian Hickel im Neckarelzer Tor keine Probleme. Bei den seltenen Konterbemühungen des Verbandsligisten wirkte zudem die Deckung der Gäste nicht unverwundbar.

"Es wird kein Debakel mehr. Ich hoffe, dass wir konditionell durchhalten, dann ist eine Überraschung nicht mehr so weit weg wie noch vor dem Spiel", sagte Vereinspräsident Thomas Ulmer in der Pause. Doch die aufkeimende Hoffnung auf eine Sensation zerstörte kurz darauf Gomez. Zunächst nach Zuspiel von Schweinsteiger, dann per Handelfmeter brachte der 30-Millionen-Einkauf sein Team endlich in Führung. Doch wer erwartet hatte, dass die Amateure nun einbrechen würden, sah sich getäuscht - im Gegenteil: Trotz des Platzverweises für Fickert kam Neckarelz dank des eingewechselten Heiko Throm sogar zunächst noch einmal heran. Erst dann sorgte Altintop für die Entscheidung.

Trier sorgt für Überraschung

Mario Basler hat mit Eintracht Trier für die zweite große Überraschung im DFB-Pokal gesorgt. Der vom Ex-Nationalspieler trainierte Fußball-Regionalligist besiegte am Sonntag in der ersten Runde des Cup-Wettbewerbs den Bundesligisten Hannover 96 mit 3:1 (0:1) und zog völlig verdient in die zweite Runde ein. Hannover erlebte eine Woche vor dem Bundesliga-Start bei Hertha BSC Berlin dagegen eine herbe Enttäuschung und verabschiedete sich als zweiter Erstligist nach dem FSV Mainz 05 aus dem Pokal. Jan Rosenthal hatte den Favoriten in der 40. Minute in Führung gebracht. Doch Martin Wagner (60.), Josef Cinar (65.) und Sahr Senesie (90.+2) sorgten nach der Pause mit ihren Treffern für die Überraschung.

Werder äußerst souverän

Titelverteidiger Werder Bremen nahm die Hürde bei Union Berlin durch Treffer von Boubacar Sanogo (2), Marcelo Moreno (2) und Naldo mit 5:0 souverän. 1899 Hoffenheim feierte das Pflichtspiel-Comeback von Torjäger Vedad Ibisevic mit dem 2:0 beim FC Oberneuland. Chinedu Obasi und der neue Brasilianer Maicosuel trafen.

Gelungene, wenngleich glanzlose Pflichtspieldebüts feierten Felix Magath mit Schalke 04 beim 4:0 als Gast des fünftklassigen TSV Germania Windeck in Köln, Michael Frontzeck mit Mönchengladbach (2:1 beim FSV Frankfurt), Jupp Heynckes mit Leverkusen (1:0 beim SV Babelsberg durch Neuzugang Eren Derdiyok) und Zvonimir Soldo mit dem 1. FC Köln, der 3:0 bei Kickers Emden gewann. Rückkehrer Lukas Podolski gelang dabei 1176 Tage nach seinen letzten Treffern für den FC auf Anhieb wieder ein Tor. Der Nationalstürmer traf zum 3:0.

Hertha knapp vor Blamage

Hertha BSC rettete sich als Gast der Amateure von Preußen Münster beim 3:1 erst in den Schlussminuten der Verlängerung durch Tore von Waleri Domowtschiski und Raffael vor der Blamage. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", meinte Hertha-Trainer Lucien Favre. Champions- League-Qualifikant Stuttgart bekleckerte sich im Derby bei Regionalliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach trotz des 4:1 nicht mit Ruhm: Erst in der 55. Minute glich Thomas Hitzlsperger aus. VfB- Teamchef Markus Babbel: "Das war nicht unser bestes Spiel."

Das Aus für Mainz

Erstliga-Aufsteiger Mainz musste bereits am Freitag die Segel streichen: Das 1:2 nach Verlängerung beim viertklassigen und hoch verschuldeten VfB Lübeck war eine Demütigung für den FSV, der 2008/09 erst im Halbfinale gescheitert war. "Die Lübecker haben alles gegeben, gefightet bis zum Schluss und das Spiel fast verdient gewonnen", hielt der frustrierte Mainzer Chefcoach Jörn Andersen fest.

Die Mainzer Ambitionen wurden früh zerstört, bei den Mitaufsteigern 1. FC Nürnberg (3:0 bei Dynamo Dresden) und SC Freiburg (2:0 beim SV Elversberg) lief es mit den Erstliga- Trainernovizen Michael Oenning und Robin Dutt wesentlich besser. Peer Kluge, Marek Mintal und Ilkay Gündogan sorgten mit ihren Toren zum 3:0 für klare "Club"-Verhältnisse bei Drittliga-Vertreter Dresden. Freiburg ließ bei den viertklassigen Elversbergern durch Heiko Butscher und Stefan Reisinger nichts anbrennen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker