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DFB-Pokal: Gladbach schmeißt Titelverteidiger raus - Stuttgart schlägt HSV

Borussia Mönchengladbach hat auch im DFB-Pokal seine Stärke bewiesen und ist durch einen 3:1-Sieg gegen Schalke ins Viertelfinale eingezogen. Dort steht auch der VfB Stuttgart nach einem glücklichen Erfolg gegen den Hamburger SV.

Borussia Mönchengladbach hat ein wunderbares Fußball-Jahr wunderbar zu Ende gebracht. Mit einem 3:1 (1:0) warf das Team von Trainer Lucien Favre im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgerechnet Cup-Verteidiger Schalke 04 aus dem Wettbewerb.

Nach dem kaum noch für möglich gehaltenen Klassenverbleib in der Vorsaison und einer überragenden Hinrunde zogen die Gladbacher zum Jahresabschluss erstmals seit der Saison 2003/2004 wieder in die Runde der letzten Acht ein und krönten dei Erfolgsbilanz 2011.

Huntelaar erweist den Bärendienst

Juan Arango (18.) und der wieder einmal überragende Marco Reus (56.) mit einem genialen Schuss aus 22 Metern brachten im Duell der Bayern-München-Verfolger den Bundesliga-Vierten in Front. Julian Draxler (70.) traf für den Bundesliga-Dritten aus Gelsenkirchen und machte es noch einmal spannend. Erneut Marco Reus (88.) sorgte für die Entscheidung.

Dabei mussten die Schalker beinahe die gesamte zweite Halbzeit zu zehnt spielen: Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hatte nur zwei Minuten nach der Pause die Gelb-Rote Karte wegen Reklamierens und Meckerns gesehen. Schalkes Jermaine Jones sah kurz vor dem Ende auch noch einmal Gelb-Rot.

Die Gäste waren ohne ihren Cheftrainer Huub Stevens angereist. Der Niederländer war in seine Heimat zu seiner kranken Mutter gefahren und überließ seinem Assistenten Seppo Eichkorn das Kommando. Der erlebte, dass vor 54.047 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park nach einer Viertelstunde die Gastgeber mehr und mehr das Spiel in den Griff bekamen. Mit der ersten guten Aktion gingen die Gladbacher auch gleich in Führung.

Schwache Schalker in Halbzeit eins

Nach einer harten Hereingabe von Reus schlug der Schalker Kyriakos Papadopoulos den Ball direkt vor den Fuß von Arango, der mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze 04-Torwart Lars Unnerstall keine Chance ließ. Auch in der Folgezeit blieben die Borussen dominant. Ein Treffer von Roman Neustädter drei Minuten nach der Führung wurde wegen Abseits zurecht nicht anerkannt.

Die Schalkern blieben blass. Vier Tage nach der 5:0-Angriffsshow in der Bundesliga gegen Werder Bremen war vom gefürchteten königsblauen Sturm nichts zu sehen. Raul, Huntelaar oder Teemu Pukki brachten nichts zustande. Klare Möglichkeiten hatten zwar auch die Gastgeber nicht, doch spielten sie wesentlich gefälliger.

Draxler brachte Schwung

In der Halbzeit reagierte Schalkes Aushilfs-Cheftrainer Eichkorn, brachte Draxler für Pukki und setzte mehr auf Offensive. Doch schon zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff waren alle taktischen Pläne durch den Platzverweis für Huntelaar über den Haufen geworfen.

Gladbach, zuletzt Pokalsieger 1995, bestimmte weiter das Geschehen. Das 2:0 entstand durch eine Schalker Fehlerkette, ein eigener Einwurf wurde zum Boomerang,  Reus traf mit einem schwachen Schuss, weil Keeper Unnerstall schlief. Der eingewechselte Draxler machte es noch einmal spannend. Nach einem Schuss von Jurado staubte er geschickt ab.

Das war der Weckruf für die Königsblauen: Sie machten Druck, doch die klaren Chancen fehlten, um noch einmal die Wende zu schaffen. Reus machte dann nach einem erneuten Fehler von Unnerstall alles klar.

Ulreich hält den Sieg fest

Dank Doppeltorschütze Cacau und des glänzend haltenden Torhüters Sven Ulreich hat der VfB Stuttgart erstmals seit 2007 das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Mit seinen beiden Treffern zum glücklichen 2:1 (1:0) gegen den Hamburger SV beendete Cacau zugleich die Erfolgsserie der Hanseaten, die seit dem Amtsantritt von Trainer Thorsten Fink in acht Bundesligaspielen unbesiegt geblieben waren.

Vor 38.600 Zuschauern traf der Nationalstürmer (22./62.) jeweils auf Vorlage von Cristian Molinaro und sorgte für das erhoffte Erfolgserlebnis vor der Winterpause. Auch den dritten Treffer des Abends erzielte ein Stuttgarter: William Kvist traf in der 54. Minute per Eigentor zum Ausgleich für den HSV. In der Schlussphase hielt der überragende Ulreich den knappen VfB-Sieg mit tollen Paraden gegen Robert Tesche (70.) und Mladen Petric (79.) fest.

Kuzmanovic wieder dabei

VfB-Coach Bruno Labbadia hatte nach den jüngsten Enttäuschungen reagiert und den Japaner Shinji Okazaki auf die Spielmacherposition beordert, auch Zdravko Kuzmanovic kehrte ins Team zurück. Spielerisch ließ der VfB unter den Augen des Ex-Stuttgarters Sami Khedira zunächst zwar erneut einige Wünsche offen, doch auf Torjäger Cacau konnten sich die Schwaben diesmal verlassen. Als HSV-Abwehrchef Jeffrey Bruma bei Molinaros weitem Flankenball wegrutschte, hatte der Nationalstürmer freie Bahn und ließ Jaroslav Drobny im Tor der Hamburger mit seinem platzierten Schuss keine Abwehrchance.

Bis dahin hatten die Hanseaten die Partie kontrolliert und die bessere Spielanlage gezeigt. Doch den sicheren Ulreich im Stuttgarter Tor konnten die ohne Petric beginnenden Gäste in ihrer stärksten Phase nicht überwinden. In der 11. Minute lenkte der Schlussmann einen Kopfball-Aufsetzer von Marcell Jansen reaktionsschnell über die Latte, dann war er auch gegen den als einzige Spitze aufgebotenen Paolo Guerrero (12.) auf dem Posten. Eine Flanke von Dennis Diekmeier bereinigte Ulreich per Faustabwehr (18.).

Petric macht Druck 

Um die schwache Offensive zu beleben, brachte HSV-Coach Fink nach der Pause Petric für Jansen in die Partie. Und der Wechsel machte sich schnell bezahlt. Gerade einmal neun Minuten auf dem Feld war der Kroate maßgeblich am Ausgleich beteiligt, als VfB-Abwehrspieler Kvist von Petric bedrängt eine Vorlage von Guerrero zum hochverdienten Ausgleich ins Netz bugsierte.

Doch eine erneute Koproduktion zwischen Molinaro und Cacau brachte die Hausherren erneut in Front. Diesmal bugsierte der Angreifer eine scharfe Hereingabe über die Linie. Auf der Gegenseite verhinderte Ulreich den erneuten Gleichstand, als er reaktionsschnell gegen den eingewechselten Tesche (70.) rettete.

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