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DFB-Pokal: Werder würgt sich weiter

Nachsitzen für den Titelverteidiger: Werder Bremen musste in die Verlängerung gehen, um Zweitligist Eintracht Trier zu besiegen. Nach dem Ausscheiden gegen Hannover 96 sieht es für Borussia Dortmund düster aus.

Mit viel Mühe hat Werder Bremen das Viertelfinal-Jubiläum im DFB-Pokal geschafft. Der Titelverteidiger schlug am Dienstagabend den Zweitligisten Eintracht Trier nach einer müden Vorstellung mit 3:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung und erreichte damit zum 25. Mal die Runde der letzten acht Teams. Vor 17.462 Zuschauern schossen Daniel Jensen (5./105.+1) und Ivan Klasnic (120.+1) die Tore für Bremen. Den Ausgleich hatte Antun Labak (57. Minute) erzielt.

Trotz des Sieges ging Thomas Schaafs Experiment daneben. Der Trainer der Bremer hatte nicht nur die zuletzt so erfolgreichen Stürmer Ivan Klasnic und Miroslav Klose zunächst auf die Bank gesetzt und durch Nelson Valdez und Angelos Charisteas ersetzt, sondern auch Nationalspieler Fabian Ernst nicht für die Startelf nominiert. Die für Werder-Verhältnisse ungewohnte Rotation machte sich vor allem im Sturm negativ bemerkbar, wo Charisteas eine ganz schwache Partie bot. "Der Anfang war ok, danach lief es aber nicht mehr", merkte auch Manager Klaus Allofs kritisch an.

Jensen glänzt als Antreiber

Während Valdez mit großer Laufbereitschaft zumindest mehrmals Löcher in die Eintracht-Abwehr riss, bewegte sich der griechische Nationalstürmer zu wenig und fiel wie Rechtsverteidiger Ümit Davala mit Fehlpässen unangenehm auf.

Im Mittelfeld konnte Werder das Fehlen von Ernst kompensieren. Vor allem Jensen glänzte in der ersten Halbzeit als Antreiber. Der Däne war es auch, der nach schöner Vorarbeit von Paul Stalteri das 1:0 erzielte. Doch der Erfolg der Mannschaft überwog für den 25-Jährigen bei weitem den Stolz über die eigene starke Vorstellung. "Das ist für mich persönlich natürlich schön, dass ich zwei Tore geschossen habe. Aber viel wichtiger ist, dass wir weiter gekommen sind", sagte Jensen nach der Partie. Nach der frühen Führung versäumten es die Bremer allerdings, das Ergebnis auszubauen. Jensen (8.) und Micoud (9.) scheiterten mit Schüssen.

Labak macht aus einer Chance ein Tor

Während die Gastgeber trotz gedrosselten Tempos zu weiteren Chancen durch Ludovic Magnins Drehschuss (24.) und Valerien Ismaels Kopfball (31.) kamen, konnte sich die Trierer Offensive nur ganz selten in Szene setzen. Dem Zweitligisten fehlte der Mut, die Nachlässigkeiten des Double-Gewinners zu nutzen. Immerhin musste sich die Eintracht in punkto Effektivität keine Vorwürfe machen lassen: Labak nutze gegen die unentschlossene Werder-Abwehr gleich die erste Chance eiskalt. Bremen kam erst in der Schlussphase der zweiten Halbzeit wieder zu Chancen, doch Klasnic (78.) und Valdez verzogen. In der Verlängerung fand Werder wieder besser seinen Rhythmus und stellte durch den zweiten Treffer von Jensen und das späte Tor von Klasnic den Sieg sicher.

In München wiesen die Bayern-Amateure dem Rekord-Pokalsieger, der am Mittwoch den VfB Stuttgart empfängt, den Weg. Im Regionalliga-Duell besiegte die Mannschaft von Trainer Hermann Gerland Eintracht Braunschweig mit 3:2 und steht zum zweiten Mal nach 1995 in der Runde der letzten Acht. Der Peruaner Paolo Guerrero, der am Samstag gegen Hannover sein Tor-Debüt in der Bundesliga gefeiert hatte, glänze erneut mit zwei Treffern. Das Viertelfinale wird am 1./2. März 2005 ausgespielt.

"Dortmund hat uns alles abverlangt", lobte 96-Trainer Ewald Lienen den Gegner. Doch nach dem einzigen Tor von Sylvio Schröter (59.) war es vor allem Schiedsrichter Franz-Xaver Wack, der aus dem Spiel einen packenden Pokal-Fight machte. "Ich denke, dass er heute etwas durcheinander war. Ich bin kein Trainer, der Schiedsrichter beschimpft", sagte BVB-Coach van Marwijk, der nach einer Roten Karte in der 72. Minute auf die Tribüne musste.

Wack "schenkte" jedem Team zudem einen fragwürdigen Elfmeter und heizte damit die Stimmung in der mit 38.764 Zuschauern gut gefüllten AWD-Arena an. Doch sowohl 96-Stürmer Thomas Christiansen (81.) als auch der Dortmunder Ewerthon (84.) zielten am Tor vorbei. Der schnelle Brasilianer hatte sich zuvor in der ersten Halbzeit drei gute Chancen selbst erarbeitet, konnte sie aber nicht nutzen.

Arminia Bielefeld hat zum ersten Mal in seiner 99-jährigen Vereinsgeschichte das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Mit einem vor allem auf Grund einer starken zweiten Halbzeit verdienten 4:0-Erfolg gegen den Zweitligisten Karlsruher SC setzte der Bundesliga-Rekord-Aufsteiger seinen Höhenflug auch in dem bislang ungeliebten Wettbewerb fort. Vor der Saison-Minuskulisse von 10.708 Zuschauern in der Schüco-Arena brachte Ervin Skela die Gastgeber bereits in der vierten Minute in Führung, bevor Detlev Dammeier per Foulelfmeter (50.), Delron Buckley (55.) und erneut Skela (72.) den Sieg perfekt machten.

DPA / DPA

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