Uefa-Pokal Werder remis, Leverkusen geschockt


Werder Bremen hat im Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups gegen AZ Alkmaar ein torloses Remis erreicht - dank des starken Torwarts Tim Wiese. Bayer Leverkusen steht dagegen unter Schock: Im Heimspiel gegen Osasuna setzte es eine herbe 0:3-Pleite.

Dank eines glänzend aufgelegten Tim Wiese darf Werder Bremen weiter auf den Einzug ins Halbfinale des Uefa-Pokals hoffen. Der Torhüter rettete nach der Pause dem Fußball-Bundesligisten das 0:0 beim AZ Alkmaar und damit eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinal-Rückspiel in einer Woche. Werder brachte am Donnerstagabend vor 17 000 Zuschauern nur in den ersten zwanzig Minuten die Serie der Niederländer in Gefahr, die international seit 29 Heimspielen ungeschlagen sind. Danach war der Dritte der Ehrendivision einem Tor näher als der enttäuschende Bundesliga-Zweite, scheiterte aber mehrmals am starken Wiese.

Werder-Trainer Thomas Schaaf überraschte mit einer neuen Formation Im Mittelfeld. Für den verletzten Daniel Jensen rückte Patrick Owomoyela ins Team, übernahm aber die Position von Clemens Fritz rechts in der Viererkette. Fritz begann dagegen auf der ungewohnten rechten Rauten-Position - ein Schachzug, der beinahe schon früh aufgegangen wäre: Nach einem wunderbaren Doppelpass mit Diego lief Fritz allein auf das Tor von Alkmaar zu, doch seinen Schuss konnte Torwart Boy Waterman gerade noch zur Ecke lenken (11. Minute).

Zu Beginn hatte Bremen die Partie im Griff

Gegen die spielstarken und torgefährlichen Niederländer, die im Uefa-Pokal bereits 25 Treffer erzielt haben, hatte Werder die Partie zunächst gut im Griff und ließ keine gefährlichen Szenen vor dem eigenen Tor zu. Doch auf der anderen Seite brachte der Versuch, schnell in die Spitze zu spielen, ebenfalls kaum Möglichkeiten ein. Im Angriff konnten sich Klose und Hugo Almeida, der anstelle von Aaron Hunt begann, zunächst nicht in Szene setzen.

Vor allem Klose präsentierte sich erneut in einer schwachen Verfassung. Dem Nationalspieler war seine Verunsicherung in fast allen Aktionen anzumerken. Immer wieder lief er ins Abseits, spielte unnötige Fehlpässe und verlor einen Großteil seiner Zweikämpfe. «Miro muss sich da besser durchsetzen», sagte Sportchef Klaus Allofs schon zur Pause. Einen Torschuss brachte Klose, der seit dem 31. Januar ohne Pflichtspiel-Treffer ist, überhaupt nicht zu Stande.

Werder gab das Spiel aus der Hand

Mitte der ersten Halbzeit zogen sich die Bremer etwas zu weit zurück und gaben das zuvor sicher kontrollierte Spiel zunehmend aus der Hand. Alkmaar kam vor dem Werder-Tor aber trotz einiger guter Ansätze nur zu einer gefährlichen Szene: Eine Kopfball-Bogenlampe von Maarten Martens lenkte Torhüter Wiese über die Latte (31.).

Nach der Pause aber baute Werder weiter ab und bot den technisch starken Niederländern viel zu viel Raum bei ihren Angriffen. Vor allem mit dem quirligen Martens hatte die Defensive ihre liebe Mühe. In der bedrohlichsten Phase musste Wiese für seine indisponierten Vorderleute innerhalb von zwei Minuten gleich zwei Mal retten: Erst parierte er einen Schuss von Moussa Dembele aus kurzer Distanz nach einem groben Schnitzer von Naldo (53.); dann bekam er auch bei einem Schuss von Danny Koevermans gerade noch die Hand an den Ball (54.).

Kaum Torchancen gegen die Niederländer

Zwar war auch Werder bei seinen gelegentlichen Kontern gefährlich und hatte durch den starken Pierre Womé (50.), Diego (56.), Torsten Frings (68.) und wieder Womé (74.) vielversprechende Szenen. Doch ein Tor hätten eher die Niederländer verdient gehabt.

Ein Blitztor und ein Doppelschlag von CA Osasuna haben Bayer Leverkusen geschockt und die Chancen des Fußball- Bundesligisten auf den vierten Einzug in ein Europapokal-Halbfinale fast auf den Nullpunkt sinken lassen. Nach einer der schwächsten Leistungen seit langem verloren die Leverkusener am Donnerstagabend im Hinspiel des UEFA-Pokal-Viertelfinales verdient mit 0:3 (0:1) gegen den überraschend starken Gast aus dem Vorort von Pamplona.

Blitztor leitete Leverkusens Niederlage ein

Schon nach 55 Sekunden brachte Osasunas starker Abwehrchef Javier Cuellar den Tabellen-13. der Primera Division in Führung. Innerhalb von 90 Sekunden machten David Lopez (71.) und Pierre Webó (73.) die höchste Heimniederlage von Bayer im Europapokal perfekt. Für die heimstarken Spanier scheint das Rückspiel am kommenden Donnerstag im eigenen Stadion beinahe Formsache zu sein.

"Mit dem 0:3 sind wir weit, weit weg davon, noch ins Halbfinale zu kommen", meinte Bayer-Trainer Michael Skibbe. Das frühe Gegentor habe "uns total aus dem Konzept gebracht". Auch Kapitän Bernd Schneider sah in dem Blitztor der Gäste die Schlüsselszene der Partie: "Es war schwer, nach dem schnellen Tor ins Spiel zu kommen. Es ist schon ärgerlich, so zu verlieren. Die Chancen stehen nicht gut, nur bei ein Prozent."

Michael Rossmann/DPA/tis DPA

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