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Fußball-WM 2010: Niederlande startet ohne Robben

Robben raus, van der Vaart rein: Für Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben kommt der niederländische WM-Auftakt an diesem Montag gegen Dänemark im Soccer City Stadium von Johannesburg noch zu früh, doch unruhige Nächte verbringt Bondscoach Bert van Marwijk deshalb nicht.

Robben raus, van der Vaart rein: Für Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben kommt der niederländische WM-Auftakt an diesem Montag gegen Dänemark im Soccer City Stadium von Johannesburg noch zu früh, doch unruhige Nächte verbringt Bondscoach Bert van Marwijk deshalb nicht. "Ich habe sehr gut geschlafen", versicherte der Ex-Trainer von Borussia Dortmund vor seiner WM- Premiere gegen die Skandinavier.

Die Dänen bangen noch um den Einsatz ihres Top-Stürmers Nicklas Bendtner vom FC Arsenal. "Stand heute kann er nicht spielen", sagte Trainer Morten Olsen am Sonntagabend. Der ehemalige Trainer des 1. FC Köln beklagte nach dem Abschlusszutraining zudem leichte Blessuren beim Bremer Daniel Jensen und bei Jon Dahl Tomasson von Feyenoord Rotterdam. "Wir müssen abwarten, ob sie spielen können."

Holland-Star Robben wird zum WM-Start definitiv fehlen. Der 26- Jährige, der nach seinem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erst am Samstag in Südafrika eintraf und seitdem separat vom Team trainierte, soll ganz behutsam wieder aufgebaut werden. "Wir werden es mit Arjen ganz in Ruhe angehen lassen und kein Risiko eingehen", sagte van Marwijk. "Schließlich brauchen wir ihn noch im Laufe des Turniers."

Van Marwijk kann den Ausfall des Tempodribblers gelassen kommentieren, verfügen die Oranjes zusammen mit Argentinien doch über den wohl besten Angriff der WM. Wesley Sneijder, Robin van Persie, Rafael van der Vaart, Dirk Kuyt - die Offensive der "Elftal" liest sich wie ein "Who is Who" des internationalen Spitzenfußballs. "Wir haben ein paar Spieler, die den Unterschied ausmachen können", sagte Kapitän Giovanni van Bronckhorst lapidar - eine große Untertreibung.

Vom Potenzial her zählen die Niederländer also erneut zu den Topfavoriten, doch in der Vergangenheit wurde der Europameister von 1988 den Vorschusslorbeeren fast nie gerecht. "Es wird Zeit, dass wir endlich einmal einen Preis mit nach Hause nehmen", sagte van Bronckhorst, der gegen Dänemark sein 100. Länderspiel machen wird. Der Routinier ist überzeugt, dass die Zeit dafür in Südafrika gekommen ist: "Wir wollen Weltmeister werden."

Die Chancen stehen nicht schlecht. Die Oranjes wirken gereifter, haben unter van Marwijk gelernt, effektiv zu spielen. Mit Mark van Bommel und Nigel de Jong verfügen sie auch über eine Doppel-Sechs von internationalem Top-Niveau. Zudem ist van Marwijk auf einem guten Weg, seinen oft zur Selbstüberschätzung neigenden Profis den Schlendrian auszutreiben. "Wir nehmen jeden Gegner ernst und werden die Dänen sicher nicht unterschätzen", sagte der Bondscoach.

Für die Dänen sind die Zauber-Fußballer aus den Niederlanden klarer Favorit. "Mit einem Unentschieden wäre ich schon zufrieden", sagte Olsen, der wie so oft bewusst tief stapelte. Fragen nach dem Gesundheitszustand Bendtners, der nach Informationen der Zeitung "Ekstra Bladet" für Diskussionen im dänischen Lager um die Aufstockung der medizinischen Abteilung gesorgt hatte, bügelte Olsen am Sonntag ab. "Sie denken, das ist ein Bluff? Ich denke auch, dass die Sache mit Robben ein Bluff ist."

Doch während Robben definitiv ausfallen wird, besteht bei Bendtner noch leise Hoffnung. Auch van Marwijk hält die skeptischen Meldungen aus dem dänischen Lager für ein Ablenkungsmanöver. "Ich gehe davon aus, dass er dabei ist."

Ob mit Bendtner oder ohne - die Dänen wollen alles für eine Überraschung geben. "Wir sind 23 Löwen, die in ihrem Käfig herumlaufen und darauf hoffen, dass der Wärter vergisst, die Türe zu schließen", sagte Tomasson. "Wir werden als Team auftreten, als Dänemark auf dem Platz stehen", kündigte der Ex-Schalker Christian Poulsen an. Favorit bleiben aber die Niederländer. "Auch wenn Robben ausfällt, haben sie noch viele gute Spieler. Die Niederländer sind sicherlich einer der Favoriten, wenn nicht sogar der Favorit", meinte Jesper Grönkjar.

Lars Reinefeld und Heinz Büse, DPA / DPA

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