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EM 2008: Die bitteren Tränen des Alexander Frei

Für die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz hat die EM-Endrunde mit einem Schock begonnen. Kapitän Alexander Frei humpelte im Eröffnungsspiel kurz vor der Halbzeit unter Tränen vom Platz. Für ihn ist die EM schon zu Ende.

Für Alexander Frei hat es ein denkbar unglückliches Ende eines Seuchenjahres gegeben. Als der 29-jährige Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft in Tränen aufgelöst und humpelnd den Platz des St. Jakob-Parks von Basel verließ, wurde die ganze Verzweiflung des tragischen Torjägers sichtbar.

"Er ist erfahren genug. Als er das Knacken gehört hat, wusste er, dass es etwas Schlimmes war", sagte der eidgenössische Teamarzt Cuno Wetzel. Die Diagnose nach dem Duell mit dem Tschechen Zdenek Grygera im Eröffnungsspiel lautete: Innenbandanriss im linken Knie - sechs Wochen Pause.

Ein Seuchenjahr findet seine Fortsetzung

Mit Willen und Ehrgeiz hatte sich der Stürmer von Borussia Dortmund nach Hüft- und Wadenoperationen sowie achteinhalb Monaten ohne Fußball in der Bundesliga-Endphase wieder in Form geschossen. "Das ist eine Saison, die ich nie wieder erleben möchte. Ich hoffe, dass ich für mich und die Schweiz es am Ende noch positiv gestalten kann", sagte Frei vor der EM. Ausgerechnet im 60. Länderspiel in seiner Geburtsstadt Basel erfüllte sich dieser Wunsch nicht.

Es hätte seine EM werden können. Zum ersten Mal trug der "Spieler des Jahres" der Schweiz von 2004 und 2005 die Kapitänsbinde. "Ich bin nicht Kapitän geworden, weil ich ein gutes Verhältnis zu Nationaltrainer Köbi Kuhn habe", sagte Frei, "vielmehr weiß er, wie ich ticke und dass ich Erfolg haben will wie er."

Es hätte seine EM werden können

In den Testspielen gegen Slowenien und Liechtenstein zeigte er dies eindrucksvoll, traf dreimal und avancierte zum Rekordtorschützen (35 Tore) in seinem Land. Angesprochen über seine Aussicht, Torschützenkönig der EM zu werden, sagte er: "Darüber zu sprechen bringt Unglück."

Schon vor der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland musste Frei wegen einer Leistenoperation um seinen Einsatz bangen. Mit sieben Toren trug er dennoch zur erfolgreichen WM-Qualifikation bei und schoss in der Endrunde noch zwei. Danach wechselt er von Stade Rennes für 4,1 Millionen Euro nach Dortmund, wo er in der ersten Saison mit 16 Treffern wesentlich zum Klassenerhalt beitrug.

SID/kng / SID
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