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Nationalmannschaft: Erfolg überdeckt die Schwachpunkte

Die deutsche Nationalmannschaft ist Vize-Europameister. Auf den ersten Blick ein Erfolg, der sich sehen lässt. Bei näherem Hinsehen erkennt man, dass das nackte Ergebnis vieles übertüncht. Denn das deutsche System offenbarte im Turnierverlauf einige eklatante Schwächen.

Eine Fehleranalyse von Jens Fischer

Gezeichnet stand er da, der Mann, dessen Wade vor dem EM-Finale die gesamte Nation in helle Aufruhr versetzt hatte. Michael Ballack war rat- und emotionslos, er wollte einfach nicht verstehen, warum er zum x-ten Male an einem Titel vorbei geschrammt war. Und dann sagte er einen Satz, der einen Tag nach der verdienten Final-Pleite gegen die übermächtigen Spanier die ganze Misere der deutschen Nationalmannschaft ausdrückt: "Die Mannschaft hat im Großen und Ganzen eine großartige EM gespielt."

Ballacks Meinung besitzt exklusiven Charakter. Sicher ist es der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gelungen, die deutschen Fans über drei Wochen in emotionale Ausnahmezustände zu versetzen. Wie immer hat das Volk gelitten, wie immer hat das "deutsche" Kraftwerk geächzt und gestöhnt und so manchen Gegner mit rustikalen Mitteln in die Schranken gewiesen. Nur: Spielerisch - die Sternstunde Portugal ausgenommen - lief bei der deutschen Nationalmannschaft über den gesamten Turnierverlauf nicht viel zusammen. Und das hatte Gründe.

1.) Mangelnde Kreativität

Es war der 16. Mai, als der Bundestrainer seine Auserwählten für die EM-Endrunde bekannt gab. Mit dabei: Patrick Helmes und Marko Marin, zwei junge Spieler, die besonders im technischen Bereich ihre Stärken haben. Nach dem Trainingslager auf Mallorca wurden beide von Löw auf Grund mangelnder Erfahrung aussortiert, stattdessen entschied er sich für die "WM-Helden" David Odonkor und Oliver Neuville. Im Nachhinein ein Fehler. Denn in allen Spielen wurde deutlich: Es fehlte der deutschen Mannschaft an Kreativität und Genialität.

Spielerische Qualität - für die Helmes und Marin eventuell hätten sorgen können - blitzte lediglich gegen die schwachen Polen auf, aber dieser Gegner hatte sicher kein internationales Top-Format. Ansonsten blieb vieles Stückwerk. Selbst beim viel umjubelten Sieg gegen die Portugiesen waren es in erster Linie die Standards, die den Erfolg brachten. Ansonsten gab es vorzugsweise die Kombination "Podolski über Außen, Schweinsteiger in der Mitte" - viel zu wenig, um auch spielerisch Glanzlichter zu setzen. Auf Akteure, die hier Abhilfe hätten schaffen können, verzichtete Löw. Zudem versauerten Borowski und Trochowski auf der Bank.

2.) Taktischer Starrsinn

In der Vorrunde war es gegen leichte Gegner sicher richtig auf das altbewährte System mit zwei Stürmern zu vertrauen. Und die spielstarken Portugiesen mit einem kompakten Defensiv-Konzept zu bekämpfen machte auch Sinn. Aber schon im Halbfinale gegen ersatzgeschwächte Türken wartete man vergeblich auf die notwendigen spielerischen Impulse aus dem zentralen Mittelfeld, die Stürmer hingen in der Luft. Noch frappierender im Finale gegen Spanien: Als es eng wurde, brachte Löw mit dem erschreckend schwachen Kevin Kuranyi und dem indisponierten Mario Gomez zwar zwei frische Angreifer, das entscheidende Manko blieb davon aber unberührt.

Warum Löw mit Borowski und auch Trochowski zwei Spieler gänzlich ignorierte, die den berühmten genialen Pass in die Spitze durchaus spielen können, wird sein Geheimnis bleiben. So hing wieder einmal alles an Ballack, der auch alles versuchte, aber in der so wichtigen Mitte zumeist völlig auf sich alleine gestellt war. Kreative Unterstützung suchte er vergeblich - Spieler wie Frings, Rolfes oder Hitzlsperger agierten tapfer, aber das leider nur in der eigenen Hälfte. Speziell Schweinsteiger wirkte auf der Außenbahn des Öfteren verschenkt.

3.) Unsichere Defensive

Die Befürchtungen vor dem Turnier wurden sogar noch übertroffen. Die deutsche Innenverteidigung spielte in der Summe eine grauenvolle Europameisterschaft. Von Christoph Metzelder war wegen der langen Verletzungspause im Vorfeld nicht mehr zu erwarten, aber dass Per Mertesacker teilweise völlig neben sich stand und seine vorhandene Klasse nie abrufen konnte - damit war nicht zu rechnen. Beide werden in den kommenden Tagen alleine beim Gedanken an Fernando Torres ins Schwitzen geraten, der spanische Torjäger machte im Finale mit beiden, was er wollte. Fehlende Schnelligkeit, mangelnde Technik und schwaches Stellungsspiel - die Mängel-Liste von Mertesacker und Metzelder ist lang.

Aber auch auf den defensiven Außen taten sich eklatante Schwächen auf. So wurde Philipp Lahm zwar über das gesamte Turnier von den Verantwortlichen in den höchsten Tönen gelobt, seine entscheidenden Patzer waren aber mehr als offensichtlich. Gegen die Türkei machte er beim späten Ausgleich eine mehr als unglückliche Figur und der entscheidende Treffer im Finale geht im Zusammenspiel mit Jens Lehmann ebenfalls auf sein Konto.

Auf der anderen Seite sah es nicht besser aus. Arnie Friedrich spielte, was er kann: Hinten solide, nach vorne extrem limitiert in seinen technischen Fähigkeiten. Viel zu wenig für einen Außenverteidiger moderner Prägung. Bei Jansen war genau das Gegenteil der Fall: Nach vorne wild und aggressiv, dafür defensiv - speziell gegen Kroatien - ein Total-Ausfall. Und auch Torwart-Oldie Jens Lehmann leistete sich einige Patzer, allerdings wäre ohne ihn die Niederlage gegen Spanien sicher höher ausgefallen.

3.) Fehlende Euphorie

Was war die große Stärke der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren im eigenen Land? Richtig: Zusammenhalt, Euphorie, jeder spielte für jeden. Damals ist es Jürgen Klinsmann mit seiner aufputschenden Rhetorik gelungen, der Mannschaft ein unerschütterliches Selbstvertrauen einzuimpfen. Sie wurde getragen von einer Welle der Begeisterung und verdeckte so viele spielerische Defizite.

Löw hat das 2008 nicht geschafft, was auch an seiner Art liegen mag. Zwar zeigte er an der Seitenlinie - oder auch auf der Tribüne - gesteigerte Emotionalität, bei seinen Spielern spiegelte sich diese leider nicht wieder. Wenn es nicht lief, sah man auf dem Platz viele hängende Köpfe, schnell wurde da über den eigenen Mitspieler gemeckert. Löw hat keine Gemeinschaft entstehen lassen, genau das Gefühl, dass Deutschland gerade im Finale so dringend gebraucht hätte.

4.) Achse der Schwäche

Lehmann, Mertesacker, Frings, Ballack, Klose – an diesen Säulen hätte sich die Mannschaft aufrichten sollen. Das klappte nicht, weil die Genannten über das gesamte Turnier aus verschiedenen Gründen mit sich zu kämpfen hatten. Mertesacker formschwach, Frings nicht fit, Ballack mit den Ansprüchen überfordert und Klose ein Schatten früherer Tage - das Korsett fiel regelmäßig in sich zusammen, da konnten auch die beiden Einzelkämpfer Schweinsteiger und Podolski nicht für die notwendige Stabilität sorgen.

5.) Wirkungslose Bank

Holländer müsste man sein, oder Spanier. Da kamen regelmäßig absolute Weltklassespieler von der Bank, die dem Spiel ihrer Mannschaft jederzeit den Stempel aufdrucken konnten. Bei den Deutschen war das anders. Über die gesamte EM blieb jede Einwechslung wirkungslos, Impulse von außen Fehlanzeige. Löw hat es nicht geschafft, auf einzelne Spieler Druck auszuüben, ihm mangelte es schlichtweg an Alternativen. Allerdings hat er auch Niemandem aus der zweiten Garde das Vertrauen geschenkt und keinen seiner Ersatzleute stark geredet - ein Vorwurf, den sich Löw gefallen lassen muss.

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Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?