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Niederlande - Rumänien: Müheloser Sieg der B-Elf

Auch mit neun neuen Spielern in der Startelf hatten die Niederlande keine Probleme mit den harmlosen Rumänen und untermauerten ihre Favoritenrolle bei dieser EM. Mit Russland oder Schweden warten jetzt Gegner, die für die van-Basten-Truppe zu meistern sein werden.

Selbst gegen eine B-Elf aus den Niederlanden hat Rumänien die Gunst der Stunde nicht nutzen können und muss nach einem mutlosen Auftritt bei der Euro 2008 die Koffer packen. Den auch mit neun "Neuen" aufgelaufenen "Oranjes" genügte in Bern eine Tempoverschärfung nach der Pause, um bei der Fußball- Europameisterschaft den dritten Sieg im dritten Spiel unter Dach und Fach zu bringen. Vor 30.777 Zuschauern im ausverkauften Stade de Suisse kam das bereits für das Viertelfinale qualifizierte Team von Trainer Marco van Basten in der letzten Begegnung der schweren Vorrundengruppe C mit Weltmeister Italien und Vize-Weltmeister Frankreich zu einem hochverdienten 2:0 (0:0).

Klaas-Jan Huntelaar (54.) und Robin van Persie (87.) erzielte das achte und neunte Tor bei dieser EM-Endrunde für das erneut souverän auftretende Oranje-Team. Sieben Niederländer trugen sich in der Vorrunde als Torschützen ein. "Die Niederlande war besser und frischer. Das Leben geht weiter. Wir haben wertvolle Erfahrungen gesammelt bei diesem Turnier", sagte Rumäniens Trainer Victor Piturca, der seinem Team eine Mauertaktik verordnet hatte. Die Rumänen igelte sich gegen die Oranje-Elf in der eigenen Hälfte ein.

Sogar van der Sar wurde geschont

Die als Gruppenerster schon für die K.o.-Runde qualifizierten Niederländer mühten sich zwar redlich, doch Zählbares sprang zunächst nicht heraus. Vier Tage vor dem Viertelfinale am Samstag gegen Schweden oder Russland testete Hollands Cheftrainer Marco van Basten seine Reservespieler - und die enttäuschten ihn nicht. Lediglich der frühere Hamburger Khalid Boulahrouz und Orlando Engelaar von Twente Enschede blieben aus der Startelf bei der 4:1-Gala über Weltmeister Frankreich über. Sogar Torhüter Edwin van der Sar vom englischen Meister und Champions-League-Gewinner Manchester United wurde auf der Bank geschont. Sein Stellvertreter Marteen Stekelenburg hatte nicht viel zu tun. "Dieser Sieg sagt viel aus. Wir haben nicht mit einem B- Team gespielt. Wir 23 Spieler bilden eine starke, ausgeglichene Gruppe."

Die harmlosen Rumänen hatten erst nach 24 Minuten ihre erste Mini- Chance, als Adrian Mutu vom AC Florenz beim ersten Vorstoß der Osteuropäer in den Strafraum der Niederländer abzog und mit seinem Drehschuss knapp scheiterte. Selbst als Italiens Pirlo in Genf in der 25. Minute den Foulelfmeter verwandelte, änderte sich an der Spielweise der nun zum Siegen verdammten Rumänen nicht viel. Die erste richtig große Chance in diesem Spiel hatten dann die Niederländer. Arjen Robben tauchte für die bei den Erfolgen gegen Vize-Weltmeister Frankreich und Weltmeister Italien mit Zauberfußball glänzenden Niederländer sieben Minuten vor der Pause alleine vor Keeper Bogdan Lobont auf, konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen.

Gleich nach dem Wechsel macht Oranje Dampf. Einen Pass von Eindhovens Ibrahim Afellay fälschte Orlando Engelaar zu Huntelaar ab. Der Ajax-Angreifer hatte keine Probleme, den Ball aus sechs Meter im Tor von Lobont unterzubringen und sein erstes Tor zu erzielen. Doch auch nach dem Rückstand setzten die Rumänen nicht alles auf eine Karte. Das Team von Trainer Victor Piturca ließ den Kampfgeist vermissen. Van Persie mit seinem zweiten EM-Tor sorgte dann für den Schlusspunkt unter eine glänzende Vorrunde der Niederländer. Zuvor brachte van Basten kurz vor Schluss auch noch Jan Vennegoor of Hesselink von Celtic Glasgow - es war es der letzte Feldspieler, den der noch nicht eingesetzt hatte.

Ulli Brünger/DPA

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