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EM 2012: Drei Fragen an den zweiten Spieltag der Gruppe B

Die Niederländer stehen unter Druck - es müssen mehr Fans her. Ob diese per PayPal angeworben wurden, warum Nani seine Müller Crunch Corner nur im Sechserpack bekommt und wieso Joachim Löw im Kreis der DFB-Auswahl nur einmal kann, beantworten die Drei Fragen an den Spieltag.

In der Gruppe B stehen die Niederlande und Portugal unter Druck. Beide Teams verloren ihr erstes Gruppenspiel und eine weitere Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem Aus bei dieser EM. Da stellen sich doch mehrere Fragen - genauer gesagt glatte drei und die gibt es wie immer hier zu lesen.

Haben die Niederländer keine Fans?

Die Zeit, in der das Duell zwischen der DFB-Elf und dem Nachbar aus den Niederlanden noch mit einer Beziehung a la Kain und Abel verglichen wurde, sind vorbei. "In den 80er-Jahren war das fast so etwas wie Krieg", sagt Oliver Bierhoff dem Hamburger Abendblatt. Hans van Breukelen erklärte unlängst, das Spiel der Deutschen zu lieben (ohne dass er des Landes verwiesen wurde).

Es herrscht Friede, Freude und Pfannkuchen zwischen den Erzrivalen. Vor dem wichtigen zweiten Spiel der Gruppe B – die Niederländer müssten bei deiner erneuten Pleite die Zelte wohl abbrechen – scheint die Ruhe im Lager der Oranjes fast schon zu groß.

Was also machen? Mehr Fans akquirieren, um den Lautstärkepegel in die Höhe zu treiben. Schnell mal rumgeschaut, wo es ein paar (Achtung Wortwitz) Anhänger zu holen gibt, um dann beim Nachbarn fündig zu werden. Denn da die Belgier sich nicht für die EM qualifizieren konnten, herrscht nun Langeweile im Land des Tim und Struppi-Erfinders Hergé – das sollte sich ändern.

Kurzerhand wurde dann von belgischen Fußball-Fans eine Anzeige bei ebay geschaltet, in der Hoffnung, doch noch ein Team zu finden, das der Unterstützung lautstarker Gruppierungen bedarf. "Wir sind verkauft worden und sind stolz, jetzt Söldner der Niederlande zu sein", zitiert der Stern aus der belgischen Zeitung Vers l'Avenir. "Wir werden die Spiele sehen, die Farben tragen, eine Auswahl ihrer Nationalgerichte zubereiten und essen, möglicherweise sogar ihre Flagge kaufen und die Nationalhymne lernen."

Mit Hollandse Nieuwe in der einen und einem Jenever in der anderen Hand bald beim Public Viewing anzutreffen, sollen die Söldner die Elftal zu einem Sieg gegen die deutsche Nationalmannschaft anfeuern. In den 80er Jahren war es also fast eine Art Krieg. Mal schauen, was die Genfer Konvention zum Thema Söldner zu sagen hat ….

Kann Joachim Löw nicht zwei Mal …?

Apropos Genfer Konvention: Joachim Löw kann, soviel sei an dieser Stelle verraten, keine zweimal hintereinander. Und da das einzige explizit in den Genfer Konventionen benannte Kontrollorgan das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist, könnte der deutsche Bundestrainer sich dort doch einmal einer eingehenden Untersuchung unterziehen und Ursachenforschung betreiben.

Es ist das dritte große Turnier für Löw und bei einem Blick in den Sportaalmanach ist festzustellen, dass die DFB-Auswahl unter seiner Leitung jeweils das erste Spiel gewann (2008: 2:0 gegen Polen/ 2010: 4:0 gegen Neuseeland/ 2012: 1:0 gegen Portugal). Danach kam der Hänger und es fehlte bei der zweiten Aufgabe an Spritzigkeit (2008: 1:2 gegen Kroatien/ 2010: 0:1 gegen Serbien/ 2012 ... Niederlande?).

Sind es nun die Balkanstaaten, die Löw nicht liegen und haben die Niederlande das Problem, zu weit westlich zu liegen, um deren Gefahr zu entwickeln? Einen Trumpf halten sie jedoch in ihren Reihen: Luciano Narsingh! Luciano, wer? Der Angreifer des SC Heerenveen hat zumindest einen Bezug zu Kroatien, denn bei seinem ersten Ligaspiel wurde er für Danijel Pranjić eingewechselt – immerhin.

Ist Nanis Freundin die Lucky Luke der Sparfüchse?

Bekannter ist da schon Herr Nani aus Portugal – neben Ronaldo die vielleicht wichtigste Stütze von Coach Paulo Bento. Gegen Dänemark muss ein Sieg her, oder das Unternehmen EM ist schneller beendet, als Daniela Martins ihre Geldbörse schließen kann – und diese Frau schließt schneller, als Lucky Luke seine Knarre zieht.

Frau Martins ist die Freundin von Nani und ihre Sparsamkeit schon legendär. Problematisch ist es, dass ihr Geiz scheinbar auf Nani abgefärbt hat, der zum Auftakt gegen die DFB-Elf torlos blieb. Er hat aber auch ein schier übermächtiges Vorbild in den eigenen vier Wänden. Denn Frau Martins plauderte im englischen Mirror aus dem Nählästchen.

"Wenn ich einkaufen gehe, schaue ich immer nach Sonderangeboten", erklärte sie dem Mirror und verriet, dass ihr Freund den Jogurth mit der Ecke bevorzuge – im englischen als Müller Crunch Corner zu haben. Allerdings sind diese Leckereien nur im Kühlschrank zu finden, wenn sie im Sonderangebot zu haben sind. "Mit Glück gibt es sechs Stück für 2,96 Pfund", so die bessere Nani-Hälfte.

Die Vorliebe für Müller brachte den Portugiesen eine Niederlage gegen die Deutschen. Ob es nun an der Sparfüchsigkeit seiner Freundin oder am Produktnamen liegt, wir werden es nie erfahren. Zudem es im Kader der Dänen niemanden gibt, der Krispy oder Kreme heißt. Denn diese Doughnuts stehen auf Nanis Einkaufsliste ganz oben.

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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