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EM-Halbfinale Glückliche Spanier, gespannte Deutsche


Den Elfmeterkrimi gegen Portugal konnte Spanien für sich entscheiden. Jetzt schaut die Selección gespannt nach Warschau, wo am Abend der Finalgegner zwischen Deutschland und Italien ermittelt wird. Die Mannschaft von Nationaltrainer Joachim Löw sinnt auf Wiedergutmachung. Erst gegen Italien, dann gegen Spanien.

Spaniens Fußball-Nationalmannschaft darf weiter vom Titel-Hattrick und dem EM-Wunschfinale gegen Deutschland träumen. Im Halbfinale gegen Portugal setzte sich "La Furia Roja" im Elfmeterschießen durch und steht damit im dritten Finale in Serie bei einem großen Turnier. Um ihre Regentschaft am Sonntag in Kiew gegen Deutschland oder Italien zu behaupten, müssen sich die Spanier aber deutlich steigern. "Die Deutschen sind vielleicht etwas stärker, wir werden sehen", sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque.

Derweil würde Deutschland nur zu gerne die Chance auf eine Revanche wahren. Vorher muss das junge Team von #link;www.stern.de/sport/fussball/joachim-loew-90250934t.html;Bundestrainer Joachim Löw# am heutigen Donnerstag in Warschau gegen Italien den Endspieleinzug perfekt machen. Auch an die Italiener hat die Nationalelf keine guten Erinnerungen.

"Zweimal 0:1 reicht", hatte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bereits angekündigt, dass nun die Zeit reif ist für einen Sieg gegen die Spanier. Schon gegen die starken Portugiesen brauchte der Titelverteidiger im Halbfinale das Elfmeterschießen zum Erfolg.

Portugiesen besser, aber zu fahrlässig

Die uninspirierten Spanier bewahrte nur die Abschlussschwäche von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo, der vor 48.000 Zuschauern mehrfach aus guter Position scheiterte, vor dem Aus. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Cesc Fábregas und machte für Spanien alles klar. "Es war schwierig. Jetzt bin ich dankbar und voller Gefühle", bekannte Matchwinner Fábregas. Für sein Team war es das 19. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie.

"Wir sind verdient im Finale", beteuerte Innenverteidiger #link;www.stern.de/sport/fussball/sergio-ramos-90345139t.html;Sergio Ramos#. "Ich bin stolz, in dieser Mannschaft zu sein." Durch den Finaleinzug des Weltmeisters ist der EM-Finalgegner, also die DFB-Auswahl oder die Squadra Azzurra, automatisch für den Confederations Cup im kommenden Jahr in Brasilien qualifiziert.

Die Portugiesen stehen dagegen wieder mit leeren Händen da. "Wir sind sehr traurig", sagte Offensivmann Nélson Oliveira. "Am Ende hat das Glück entschieden", meinte Flügelstürmer Nani. Und Trainer Paulo Bento klagte: "Wir waren in den 90 Minuten besser, aber haben unsere Chancen nicht genutzt."

Deutschland oder Italien?

Zuletzt hatten sich die Spanier vor zwei Jahren im WM-Finale gegen die Niederlande über 120 Minuten quälen müssen. Damals hieß der Retter Iniesta. In der 104. Minute hatte der Spielmacher des FC Barcelona erneut die Entscheidung auf dem Fuß. Nach Flanke von Jordi Alba scheiterte Iniesta aber mit seiner Direktabnahme an Keeper Rui Patricio. Auch beim Schuss von Jesus Navas war der Schlussmann zur Stelle (111.).

Die Portugiesen wirkten nun müde und konnten den alten Rivalen nicht mehr so effektiv am Vorwärtsgang hindern. Mit letzter Not retteten sie sich ins Elfmeterschießen - und scheiterten doch.

Spanien ist also der erste Finalteilnehmer. Der deutsche Titelbaumeister Joachim Löw hat den Auftritt des größten Kontrahenten im Fernsehen intensiv beobachtet. Doch jetzt hat er nur Italien im Kopf. "Italien ist eine ganz andere Hausnummer als Griechenland im Viertelfinale", betonte der Bundestrainer.

Löw und sein Masterplan

Der Optimismus des 52-Jährigen ist groß: "Ich weiß, dass die Luft sehr dünn wird auf diesem Niveau. Um ins Finale zu kommen, braucht man natürlich auch Glück. Wir sind gut vorbereitet, wir freuen uns auf das Spiel und wir sind absolut in der Lage, Italien zu bezwingen", erklärte Löw vor dem Klassiker.

Für Bastian Schweinsteiger wäre der erste deutsche Sieg gegen Italien bei einer Welt- und Europameisterschaft und der damit verbundene Finaleinzug "ohne Frage ein Höhepunkt in der langen Saison". Auch der Vizekapitän der DFB-Elf, der sich nach einer Knöchelblessur wieder "hundertprozentig fit" fühlt, strotzt vor Selbstbewusstsein: "Wir sind taktisch gut, physisch sehr stark, haben gute Einzelspieler und funktionieren als Mannschaft sehr gut."

Das erneute Aufeinandertreffen mit Spanien wäre der Endpunkt in Löws Masterplan, den er schon nach dem Halbfinal-Aus vor zwei Jahren in Südafrika entworfen hat. "Die Spanier zählen nach wie vor zu den besten Nationen, auch wenn sie noch nicht ganz so spektakulär gespielt haben", meinte der DFB-Chefcoach: "Sie haben eine der besten Defensiven, lassen wahnsinnig wenig zu."

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jat/Sebastian Stiekel und Florian Lütticke/DPA DPA

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