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Randale bei EM: 36 Festnahmen in Lille: Droht England nun das EM-Aus?

In Lille ist es bis zum Morgen zu Ausschreitungen zwischen Fußball-Fans und der Polizei gekommen. Vor allem englische Fans sollen randaliert haben. Dabei spielt das englische Team schon auf Bewährung.

EM 2016: Ausschreitungen in Lille

Die Polizei ging am Rand der EM 2016 mit Tränengas und Hunden gegen Randalierer vor

In Lille sind die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Fans bis tief in die Nacht zum Donnerstag weitergegangen. Mit Tränengas und Schlagstöcken ging die Polizei gegen etwa 200 Fans vor, von denen ein Teil aus England kam. Diese waren vor dem zweiten EM-Gruppenspiel der Three Lions gegen Wales an diesem Donnerstag (15 Uhr) im nur 40 Kilometer entfernten Lens in die Stadt gekommen.

Dabei wiederholte sich die harte Vorgehensweise gegen die singenden und meist friedlichen Fans, neben Reizgas wurden auch Hunde eingesetzt. Nach Einschätzung von Augenzeugen ging diese Taktik aber nicht auf, sondern glich vielmehr einem Katz-und-Maus-Spiel. Die Menge ließ sich bis nach Mitternacht nur vorübergehend auseinandertreiben. Erst gegen 1 Uhr am Morgen kehrte auf den Straßen weitgehend Ruhe ein.


Ausschluss aus EM 2016 unwahrscheinlich

Zuvor war es gleich mehrere Male zu Jagdszenen durch die Innenstadt von Lille gekommen, die am Mittwoch Schauplatz der Partie Russland gegen Slowakei (1:2) war. Rund um diese Partie wurden 16 Menschen festgenommen. Darunter seien auch sechs Russen, die an den Ausschreitungen in Marseille am vergangenen Samstag beteiligt waren, teilte die Präfektur des Départements Nord am Mittwochabend mit. Im Stadtgebiet war es den Tag über nach Angaben der Behörde vom frühen Donnerstagmorgen zu insgesamt 36 Festnahmen gekommen. 50 Menschen seien von Rettungskräften behandelt, 16 in Krankenhäuser gebracht worden.

Unklar ist zunächst, ob und wie Uefa auf die neuerlichen Krawalle reagieren wird. Nach den schweren Ausschreitungen in Marseille war neben dem russischen auch der englische Verband vom europäischen Fußballverband verwarnt worden. Beim Wiederholungsfall drohe ein Ausschluss, hieß es. Allerdings ist die Uefa offiziell nur für Ereignisse innerhalb der Stadien zuständig. Deshalb dürfte sich das Exekutivkomitee mit den Vorfällen aus der Nacht eher nicht beschäftigen. Sollte es während der Begegnung zwischen Wales und England (15 Uhr/live im stern-Ticker) innerhalb des Stadions zu Ausschreitungen kommen, sieht das ganz anders aus. Die heutige Partei gilt als Hochsicherheitsspiel. Die Sicherheitsvorkehrungen sind auf einem Höchststand.

mod/dho / DPA

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