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EM kompakt: Für Didier Deschamps war das Deutschland-Spiel Grund der Niederlage

Frankreichs Trainer klagt über das Halbfinale gegen Deutschland +++ 1392 Deutsche tippten auf Portugal als Europameister +++ EM nervt Lucien Favre +++ Nachrichten rund um die EM 2016 im Überblick.

Didier Deschamps geht an Europameisterpokal vorbei

So nah und doch so fern: Frankreichs Trainer Didier Deschamps musste sich am Sonntagabend nur mit der Silbermedaille zufrieden geben

+++ 11. Juli: Deschamps: "Deutschland-Spiel hat uns zu viel Kraft gekostet" +++ 

Das verlorene EM-Finale setzt den Franzosen offenbar schwer zu. Kurz nach Abpfiff am Sonntagabend mussten auch Frankreichs Trainer Didier Deschamps zur Pressekonferenz antreten und als ein Grund für die Niederlage gab er das Halbfinalspiel gegen Deutschland an. "Wir haben sehr viel Energie in das Match gesteckt, wir hatten einen Tag weniger Pause als die Portugiesen", so Deschamps vor Journalisten im Stade de France von St. Denis. "Das ist grausam, schrecklich, so zu verlieren. Aber wir gratulieren Portugal zum Titel", sagte Deschamps weiter. . "Wir waren nicht gefährlich, nicht cool genug. Meine Spieler haben alles gegeben. Aber in den entscheidenden Momenten hat uns etwas gefehlt."

+++ 11. Juli: Nur 0,75 Prozent der Deutschen tippten auf Portugal +++

Auf einen Sieg Portugals bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich haben nur sehr wenige getippt - und die Deutsche Bahn kann sich freuen. Rund 185.000 Kunden kauften bis zum Beginn der EM am 11. Juni eine sogenannte Sieger BahnCard - auf einen Sieg der Elf um Cristiano Ronaldo wetteten dabei nur 0,75 Prozent, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Diese 1392 Gewinner fahren nun im August kostenlos in den Fernverkehrszügen der Bahn durch Deutschland.
Favorit bei den Sieger-BahnCard-Käufern war die deutsche Nationalmannschaft - ihren Sieg tippten mehr als 73 Prozent. Mit riesigem Abstand folgten der EM-Zweite Frankreich (9,5 Prozent) und Spanien mit acht Prozent. 

+++ 11. Juli: Ronaldos Verletzung wohl weniger schwer als befürchtet +++

Cristiano Ronaldo hat sich einem Medienbericht zufolge im EM-Finale wohl nur eine Zerrung des Innenbandes im linken Knie und keine schwere Verletzung zugezogen. Das hätten erste Untersuchungen des Fußball-Profis von Real Madrid ergeben, berichteten die spanischen Zeitungen "Marca" und "AS" in der Nacht zum Montag. Damit könnte der 31-Jährige seinem Club schon in wenigen Wochen wieder zur Verfügung stehen.

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+++ 10. Juli: Vor dem EM-Finale: Mottenplage im Stade de France +++

Wie die ARD berichtet, wurde im Stade de France, dem Austragungsort des heutigen EM-Finals zwischen Frankreich und Portugal, über Nacht das Flutlicht angelassen - mit der nicht beabsichtigten Folge, dass nun unzählige Motten durch das Stadion schwirren. Fernsehbilder zeigen, wie die Spieler beim Aufwärmen von den flatternden Tieren gestört werden - und wie Sicherheitsmitarbeiter versuchen, die Motten mit Staubsaugern zu entfernen.

+++ 10. Juli: Droht Schweinsteiger bei ManU das Aus? +++

Bastian Schweinsteiger hat laut dem englischen Boulevard-Blatt "The Sun" bei Manchester United keine Zukunft mehr und soll den Verein verlassen. Dem Bericht zufolge hat ManUs neuer Trainer José Mourinho den Verein wissen lassen, welche Spieler er nicht mehr haben möchte. Zum einen will Mourinho wohl mit einem 22-Mann-Kader in die neue Saison starten, zum anderen will er Paul Pogba von Juventus Turin loseisen. Das dürfte laut "Sun" rund 100 Millionen Pfund kosten - etwa 117 Millionen Euro. Und damit dieser Deal klappt, muss sogar ein englischer Spitzenverein Geld für andere Spieler sparen. Davon ist laut der Zeitung dann eben auch Schweinsteiger betroffen.

Und noch mehr Gegenwind für Schweinsteiger: Michael Ballack hat ihm den Rücktritt aus der DFB-Elf nahegelegt. "Ich würde ihm raten, sich diesen Schritt genau zu überlegen. Ich fürchte, er könnte in einen Strudel hineingeraten. Andere Spieler könnten die Situation nutzen, um seinen Status in der Nationalmannschaft in Frage zu stellen. Das hätte Schweinsteiger nicht verdient", schrieb Ballack in seiner Kolumne für die Zeitungen "Express" und "TZ".

An der Reputation Schweinsteigers ließ der ehemalige DFB-Kapitän und FC-Bayern-Teamkollege keine Zweifel aufkommen, trotz des unnötigen Handspiels im EM-Halbfinale gegen Frankreich (0:2). "Er hat Deutschland 2014 zum Weltmeister gemacht. Er hat Großartiges für den Fußball geleistet. Er kann jetzt erhobenen Hauptes durch die Vordertür abtreten. Ich denke, es ist jetzt ein guter Zeitpunkt für ihn, zurückzutreten."

+++ 9. Juli: Für Lucien Favre ist die EM "ein Horror" +++

Ex-Bundesligatrainer Lucien Favre hat heftige Kritik am Niveau der Fußball-Europameisterschaft geübt. "Vor allem die Gruppenphase war unfassbar langweilig, ein Horror", sagte der Schweizer in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".
Ihn habe die Flut der Spiele gestört, in denen kaum einmal Begeisterung und Spannung erzeugt worden sei. "Die Qualität war einfach zu schlecht", stellte der frühere Coach von Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC fest.

Die Schuld daran trägt nach Ansicht von Favre die Europäische Fußball-Union (UEFA), die das Teilnehmerfeld um acht Teams aufgestockt hatte. "Wenn die UEFA eine EM mit 24 Mannschaften spielen lässt, hat das bestimmt wirtschaftliche Vorteile. Aber dem Spiel schadet es", erklärte Favre. "Die Spieler sind an ihrem Limit. Vor allem mental."

An eine Abkehr vom neuen Turniermodus glaubt der Schweizer nicht. "Es geht ja seit Jahren nicht mehr um das Spiel, sondern nur noch um Business, Business, Business!", sagte Favre, der in der kommenden Saison den französischen Erstligisten OGC Nizza betreut.


+++ 9. Juli: Bierhoff: "Klinsmann würde zu England passen" +++

Oliver Bierhoff hält den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann für einen geeigneten englischen Fußball-Nationalcoach. Er denke, dass der aktuelle US-Trainer in Gesprächen mit England sei, sagte der DFB-Nationalmannschaftsmanager übereinstimmend in englischen Zeitungen.

"Er würde gut passen. Wir haben 2004 zusammen angefangen, und es ist nicht immer - wie soll ich sagen - einfach, mit ihm umzugehen, weil er Dinge verändern will", sagte Bierhoff über seinen früheren Weggefährten. "Aber er bringt Motivation. Er hat den Mut, schwierige Entscheidungen zu treffen, und vielleicht braucht man manchmal so etwas."

Nach kolportierten Absagen von Kandidaten wie U21-Trainer Gareth Southgate und abwartenden Aussagen von Arsenals Arsène Wenger ist Klinsmann bei den Buchmachern Favorit auf die Nachfolge des zurückgetretenen Roy Hodgson. England war bei der EM schmachvoll im Achtelfinale gegen Außenseiter Island ausgeschieden. Als deutscher Bundestrainer erreichte der frühere Stürmer Klinsmann bei der Heim-WM 2006 den dritten Platz.

+++ 9. Juli: Bayern bestätigen: Boateng erleidet Muskelbündelriss +++

Jérôme Boateng hat sich beim EM-Aus mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Frankreich einen Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Dies teilte der FC Bayern am Samstag nach einer eingehenden Untersuchung in München mit. Der Saisonstart sei für den 27-Jährigen aber nicht in Gefahr, hieß es weiter. Der deutsche Rekordmeister bestreitet am 26. August daheim gegen Werder Bremen das Auftaktspiel der neuen Bundesliga-Saison.

Boateng hatte sich seine Verletzung am Donnerstag in Marseille bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich zugezogen. Der Innenverteidiger war in der zweiten Halbzeit nach einem langen Pass humpelnd vom Platz geführt worden. In der Vorrunde hatte er unter Problemen in der Wade gelitten.

+++ 8. Juli: "Ewiger Poldi" denkt nicht an Rücktritt +++

Lukas Podolski denkt auch nach seinem siebten Turnier nicht an einen freiwilligen Rückzug aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Er mache "auf jeden Fall" weiter, erklärte der 129-malige Nationalspieler nach dem Halbfinal-Aus des Weltmeisters am Donnerstagabend in Marseille gegen Frankreich.

"Ich stehe voll im Saft, auch wenn ich eine Drei vorne habe", sagte der 31 Jahre alte Podolski mit Blick auf sein fortgeschrittenes Fußballeralter. Er war neben Bastian Schweinsteiger (31), Mario Gomez (30) und Manuel Neuer (30) einer von vier Ü30-Spielern im 23-käpfigen deutschen Kader.

Er brauche sich vor keinem im Team zu verstecken, sagte Podolski selbstbewusst. "Das habe ich bei dieser EM wieder gesehen." Der Bundestrainer könne das bestätigen. Joachim Löw setzte Podolski aber nur im Achtelfinale gegen die Slowakei (3:0) für 19 Minuten ein.

Mit 129 Einsätzen ist Podolski unter Deutschlands Rekordspielern die Nummer drei hinter Lothar Matthäus (150 Länderspiele) und Miroslav Klose (137). Sein erstes Turnier bestritt der Angreifer von Galatasaray bei der EM 2004 in Portugal.

Bei der WM 2018 wäre Podolski 33 Jahre alt. Zuvor findet im kommenden Jahr in Russland noch der Confederations Cup statt. 

+++ 8. Juli: Franzosen-Star Paul Pogba besucht Boateng in der Kabine +++

Paul Pogba hat nach dem Sieg seiner Franzosen dem deutschen Superstar Jerome Boateng mit einer rührenden Geste seinen Respekt gezollt. In einem Selfie-Video, das Pogba auf Instagram und Facebook gepostet hat, sagt er: "Me and my brother. He is the king, he is the player" - „Ich und mein Bruder. Er ist der König, er ist DER Spieler.“ Der ob der Niederlage noch sichtlich enttäuschte Boateng gratuliert seinem französischen Kollegen und versucht sich an einem Lächeln.

+++ 8. Juli: Jerome Boateng wohl schwerer verletzt +++

Jerome Boateng hat sich im EM-Halbfinale gegen Frankreich offenbar schwerer verletzt als zunächst angenommen: Nach Informationen von Sport1 zog sich der Abwehrchef erneut eine Verletzung an den Adduktoren zu und soll mindestens einen Monat ausfallen. Boateng werde wohl noch am Freitag genauer untersucht.

+++ 8. Juli: Stromausfall beim Public Viewing +++

Das EM-Aus im Halbfinale gegen Frankreich war eine schwarze Stunde für alle Fans des DFB-Teams. Schwarz wurde für rund 20 Minuten aber auch der Bildschirm beim Public Viewing in Köln: Wie "Bild" berichtet, fiel im Biergarten am Aachener Weiher zu Beginn der zweiten Halbzeit der Strom aus - woraufhin unter den 4500 Besuchern Chaos ausgebrochen sei. Viele von ihnen haben aufbrechen wollen, um woanders das Spiel sehen zu können, Ordner hätten das Gelände teilweise gesperrt, wütende Fans sollen Bengalos gezündet haben. Laut Polizei habe es aber keine Verletzten gegeben. Zum entscheidenden zweiten Tor habe die Übertragung dann auch wieder funktioniert.

+++ 7. Juli: Ronaldo macht sie alle lang +++

Der Torjubel von Cristiano Ronaldo nach seinem 1:0 gegen Wales hat jemanden sehr inspiriert. Ronaldo stand nach dem Jubel mit seinen Mitspielern kurz an der Eckfahne, sprang in Pose und deutete zwei Schläge in Richtung Rasen an. Diese Szene findet sich nun in einem Video wieder. Darin haut Ronaldo vom Baby bis zu Donald Trump einfach alle um. Aber sehen Sie selbst!

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Portugals Superstar: Warum Cristiano Ronaldo als Kind gehänselt wurde

+++ 6. Juli: Polarforscher hoffen das Halbfinale zumindest hören zu können +++

Die Crew des Forschungsschiffes Polarstern dürfte zu den nördlichsten Fußballfans beim EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich zählen. Ob sie in der Arktis am Donnerstag aber in den Genuss einer Live-Übertragung kommt, ist fraglich. "Fernsehen geht nicht, aber wahrscheinlich gibt es Radio-Empfang", hofft Thomas Soltwedel, Fahrtleiter der aktuellen Polarstern-Expedition und Tiefsee-Ökologe am Alfred-Wegener-Institut.

"Es gibt derzeit zwei französische Kollegen unter den wissenschaftlichen Fahrtteilnehmern - sind aber offenbar beide nicht so recht an Fußball interessiert, so dass sie nicht allzu traurig sein werden, wenn die französische Mannschaft 2:1 verliert", verriet Soltwedel seinen Tipp.

Die Schiff hielt sich am Mittwoch in der Framstraße über der tiefsten Senke im Arktischen Ozean, dem Molloy Deep auf (Wassertiefe: 5600 Meter). In der Region ist die Satellitenabdeckung mehr als mager. An Bord sind 45 Besatzungsmitglieder, 49 Wissenschaftler, Techniker, Ingenieure, Studenten und das Helikopter-Team.

+++ 6. Juli: Bastian Schweinsteiger beim Abschlusstraining dabei +++

Steht Bastian Schweinsteiger doch fürs Halbfinale zur Verfügung? Der 31-Jährige, der sich beim Viertelfinal-Erfolg gegen Italien wieder am rechten Knie verletzt hatte, stand am Mittwoch beim Abschlusstraining in Évian-les Bains ebenso auf dem Rasen wie Benedikt Höwedes, der am Dienstag noch pausiert hatte. Um die Knie des gut gelaunten Schweinsteigers waren wie schon bei anderen Einheiten im Stade Camille Fournier Tapes zu sehen. Wie die "Bild" berichtet, soll er das Training komplett durchlaufen haben und könnte somit im Halbfinale spielen.

Ob Löw tatsächlich auf den Kapitän setzt, wird sich aber erst noch zeigen. Der Bundestrainer hatte klar gesagt, dass er in der Startelf nur auf absolut fitte Spieler setzt. Er muss abwägen, ob der in der EM-Saison wiederholt von Knieverletzungen geplagte Schweinsteiger wie im Viertelfinale auch gegen Frankreich die Position von Khedira einnehmen kann. Eine Alternative wäre der Dortmunder Julian Weigl, der allerdings im bisherigen Turnier noch nicht zum Einsatz gekommen ist.

+++ 5. Juli: Portugals Coach widerspricht Gerüchten um Sanches +++

Der portugiesische Nationaltrainer Fernando Santos hat Gerüchten über falsche Altersangaben des Bayern-Neuzugangs Renato Sanches widersprochen. "Renato Sanches wurde in Portugal geboren. Er wurde vor 18 Jahren geboren, es gibt keinen Zweifel daran", sagte der Coach vor dem EM-Halbfinale gegen Wales am Mittwoch in Lyon. Zuvor hatte der französische Ex-Trainer Guy Roux Medienberichten zufolge gesagt, Sanches müsse "23 oder 24 Jahre alt" sein. "Sein Geburtsdatum wurde erst Jahre später eingetragen, es ist komplett willkürlich", sagte er. Gerüchte darüber, dass der Neuzugang des FC Bayern München älter als 18 Jahre sein könnte, gibt es bereits seit einiger Zeit. Der deutsche Meister hatte den Portugiesen vor der EM für mindestens 35 Millionen Euro verpflichtet. 

+++ 5. Juli: Uefa will keine Spielerkinder mehr auf dem Platz sehen +++

Die Organisatoren des EM-Turniers in Frankreich haben etwas dagegen, wenn Spieler ihre Kinder nach dem Abpfiff auf den Rasen holen. "Es ist immer süß, wenn die Kinder auf dem Platz spielen. Das sind schöne Bilder", so Uefa-Turnierdirektor Martin Kallen. "Aber es ist eine Europameisterschaft und zumindest auf dem Rasen keine Familienveranstaltung."

Die Bilder von Wales-Superstar Gareth Bale, der nach dem Achtelfinalsieg gegen Nordirland (1:0) mit seiner kleinen Tochter Alba Viola über den Rasen tollte, hatten bei den meisten Fans für Entzücken gesorgt. Nach dem Viertelfinale gegen Belgien (3:1) spielten dann gleich mehrere Kinder der Waliser auf dem Platz. Der walisische Verband wurde daraufhin von der Uefa bekommen "ermahnt", ein erhöhtes Sicherheitsrisiko werde befürchtet.

"Die Uefa missbilligt das leider, weil es ein Vordringen auf den Platz ist", sagte der walisische Verbandschef David Griffiths. "Aber die Mannschaft ist wie eine Familie und die Jungs waren jetzt so lange zusammen."

Trotzdem bleibt abzuwarten, ob sich die walisischen Profis auch nach einem möglichen Halbfinalerfolg gegen Portugal tatsächlich an die Vorgaben halten.

+++ 4. Juli: Frenetischer Empfang für die isländischen Fußballer +++

Die Isländer feiern ihre neuen Helden: Tausende Menschen bereiteten am Montag der Fußball-Nationalmannschaft in Reykjavik einen rauschenden Empfang. Das Team, das es bei der Europameisterschaft in Frankreich völlig unerwartet bis ins Viertelfinale geschafft hatte, wurde in einem offenen Doppeldecker-Bus durch die von Fans gesäumten Straßen der Hauptstadt gefahren. Begleitet wurden sie von begeisterten "Huh!"-Rufen - dem Schlachtruf der isländischen Fans in Frankreich.

"Ihr seid unser nationaler Schatz!", sagte der isländische Ministerpräsident Sigurdur Ingi Johannsson beim Empfang der Mannschaft. "Es gibt immer noch Märchen!" Stürmer Kolbeinn Sigthorsson dankte seinen Landsleuten für die überwältigende Unterstützung der Mannschaft. "Es war wirklich ein Traum, diesen Rückhalt zu bekommen", sagte er. "Wir erleben hier etwas ganz Wunderbares, es ist wirklich ein Traum wahr geworden."

Schätzungsweise 30.000 Isländer - ein Zehntel der Gesamtbevölkerung - waren zu den Spielen ihrer Mannschaft nach Frankreich gereist. Sigthorsson dankte den Isländern dafür, dass sie ihr Land durch ihr zivilisiertes Verhalten bei der EM so gut dargestellt hätten. Dies mache ihn stolz, sagte der Fußballer.

&quot;Hu&quot;-Schlachtrufe in Reykjavik: So fulminant empfangen Fans die isländische Mannschaft

+++ 4. Juli: Bale verzichtet auf Mannschaftstraining +++

Der walisische Superstar Gareth Bale hat die Sorgen um seinen Fitnesszustand vor dem EM-Halbfinale gegen Portugal heruntergespielt. "Es war nur ein Tag extra Erholung", sagte der Stürmer, nachdem er am Montag nicht mit dem Team trainierte. Stattdessen absolvierte er eine individuelle Einheit. "Du wirst etwas steif nach den Spielen, deshalb brauchte ich etwas mehr Erholung. Es gibt keine Sorgen und wir machen normal weiter."

+++ 4. Juli: Panini erzielt Verkaufsrekord +++

Der Panini-Verlag hat zur Fußball-EM so viele Bilder wie noch nie verkauft. "Insgesamt sind mehr als eine Milliarde Stickertüten für 70 Länder produziert worden", sagte Panini-Deutschland-Chef Hermann Paul der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf vom Dienstag laut einer Vorabmeldung. Deutschland steht Paul zufolge beim Verkauf an der Spitze, dicht gefolgt von Großbritannien und Frankreich. Durch die Erhöhung des Teilnehmerfelds von 16 auf 24 Teams habe sich die Zahl der Stickerbilder im Vergleich zu 2012 deutlich erhöht. "Nur fünf Prozent der Kunden, die mit einem Album anfangen, füllen es aber auch", sagte Paul. "98 Prozent sammeln nur 50 bis 60 Sticker."

+++ 4. Juli: Video zeigt Löw, Podolski und Can beim Trick-Schießen +++

Mit einer schärferen Trainingseinheit für die Reservisten hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Vorbereitung auf das EM-Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich eröffnet. "Die, die nicht gespielt haben, müssen belastet werden", hatte Bundestrainer Joachim Löw vor der Übungseinheit in Évian-les-Bains angekündigt: "Einrosten dürfen wir nicht." Auf dem Platz trainierten acht Feldspieler und zwei Ersatztorhüter. 

Dass der Spaß dabei dennoch nicht zu kurz kam, zeigt ein von Lukas Podolski gepostetes Video, auf dem neben ihm auch Löw und Emre Can kunstvoll Ecken ins Tor schnibbeln. Hier der Beweis.

+++ 4. Juli: Italiener Rizzoli pfeift Halbfinale gegen Frankreich +++

Weltmeister Deutschland trifft im EM-Halbfinale gegen Frankreich auf den Schiedsrichter aus dem erfolgreichen WM-Finale 2014. Die Europäische Fußball-Union Uefa bestätigte den Italiener Nicola Rizzoli als Schiedsrichter für die Partie der DFB-Auswahl am Donnerstag (21.00 Uhr) in Marseille. Der 44 Jahre alte Rizzoli kommt im Halbfinale zu seinem vierten Einsatz bei dem Turnier in Frankreich. Zuletzt hatte er das Achtelfinale zwischen den Gastgebern und Irland (2:1) in Lyon gepfiffen. Das erste Halbfinale am Mittwoch (21.00 Uhr) zwischen Portugal und Wales pfeift der Schwede Jonas Eriksson.

+++ 4. Juli: Die Elfmeter von Deutschland - Italien gleichzeitig +++

Der Webvideo-Produzent Kurt Prödel hat auf Twitter und Youtube Videos des Elfmeterschießens zwischen Deutschland und Italien veröffentlicht. Das Besondere: Er schnitt die Elfmeter der Teams jeweils in ein Video. Bei den Italienern sticht Zaza natürlich besonders heraus - er schießt einfach deutlich später. Sehr unterhaltsam, das Ganze. Aber sehen Sie selbst:

+++ 4. Juli: Islands Trainer sucht neuen Job +++

Islands scheidender Nationalcoach Lars Lagerbäck hält sich eine Fortsetzung seiner Karriere offen. "Ich schließe keine Tür, aber es müsste schon etwas Besonderes sein", sagte der 67 Jahre alte Schwede nach dem 2:5 des nordischen EM-Debütanten im Viertelfinale gegen Frankreich. Ein Nationalteam werde er voraussichtlich nicht mehr übernehmen, erklärte der frühere Fußball-Coach von Schweden und Nigeria in der Nacht zu Montag im Stade de France. "Ich denke nicht an einen 100-Prozent-Cheftrainerposten. Aber wenn jemand kommt und etwas Interessantes anbietet, höre ich mir das auf jeden Fall an."

Wie schon vor dem Turnier verabredet, wird Lagerbäck nach gut viereinhalb Jahren als Trainer bei Island aufhören. "Er ist jetzt schon eine Legende des isländischen Fußballs", lobte Torwart Hannes Halldórsson. Der zuletzt gleichberechtigt agierende Trainer Heimir Hallgrímsson übernimmt die alleinige Verantwortung.

+++ 4. Juli: Frankreich mit Respekt vor DFB-Elf +++

Frankreichs Fußball-Nationalspieler haben trotz des starken Auftritts beim 5:2-Sieg über Island Respekt vor Deutschland. "Sie sind der Weltmeister und Favorit", betonte Mittelstürmer Olivier Giroud am Sonntagabend nach dem souveränen Viertelfinalerfolg über das bisherige Sensations-Team Island. "Aber wir wollen ein weiteres Kapitel französischer Fußballgeschichte schreiben", meinte Giroud vor dem Halbfinale am Donnerstag gegen die DFB-Auswahl.

Vor zwei Jahren waren die Franzosen bei der WM im Viertelfinale an der DFB-Elf gescheitert. Das bisher letzte Aufeinandertreffen war am 13. November des vergangenen Jahres von den Terroranschlägen in Paris überschattet worden. Frankreich gewann die Partie mit 2:0.

"Wir wissen, dass Deutschland Weltmeister ist, wir wissen, was uns erwartet", sagte Girouds Offensivkollege Dimitri Payet vor dem Duell im Stade Vélodrome von Marseille. "Wir sind entschlossen, wir sind die Gastgeber. Aber Deutschland will auch gewinnen", betonte Paul Pogba.

+++ 4. Juli: Mehr als 1000 Festnahmen seit EM-Auftakt +++

Seit Beginn der Fußball-Europameisterschaft haben französische Sicherheitskräfte mehr als 1000 Menschen im Zusammenhang mit dem Turnier festgenommen. Rund 600 Menschen wurden seit dem EM-Auftakt am 10. Juni in Polizeigewahrsam genommen, 56 von ihnen wurden bereits verurteilt, wie Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve der Zeitung "La Provence" (Montagsausgabe) sagte.

Zudem seien 34 Menschen aus Frankreich ausgewiesen worden - die meisten von ihnen im Zusammenhang mit der Hooligan-Gewalt am 11. Juli in Marseille, als russische und englische Fans aneinandergeraten waren. Insgesamt sind nach Cazeneuves Angaben rund 90.000 Sicherheitskräfte zum Schutz der Fußballveranstaltung im Einsatz. Die EM endet am 10. Juli. "Die Sicherheitskräfte haben beträchtliche Arbeit geleistet, um Ausschreitungen zu verhindern", sagte der Minister.

+++ 3. Juli: Isländer und Franzosen feiern vor Anpfiff gemeinsam +++

Die inzwischen berühmte "Huh"-Choreographie der isländischen Fans hat auch die Anhänger von Gastgeber Frankreich angesteckt. Vor dem Viertelfinal-Duell der Fußball-EM am Sonntagabend im Stade de France von Saint-Denis klatschten und schrien zunächst alle Zuschauer gemeinsam. Danach vollführten die Isländer alleine ihr Ritual, mit dem sie normalerweise ihr Team nach den Partien feiern.
Zum Abschluss klatschten nochmals alle Zuschauer ihre Hände über dem Kopf zusammen und brüllten "Huh". Dieses Siegesritual hatte sich der isländische Fanverband "Tolfan" (die Zwölf - für den zwölften Mann) ausgedacht, kurz nachdem Lars Lagerbäck die Nationalelf als Trainer übernommen hatte.

+++ 3. Juli: Begeisterter Empfang für die Squadra Azzurra +++

Nicht einmal 24 Stunden nach dem Ausscheiden bei der Fußball-EM im Viertelfinale gegen Deutschland ist Italiens Nationalmannschaft begeistert in der Heimat empfangen worden. Die Spieler flogen am Sonntag nach Mailand und Rom und starteten von dort aus in ihren Urlaub. In Mailand, wo die Sondermaschine zuerst landete, empfingen Medienberichten zufolge Hunderte Fans das Team und feierten vor allem Trainer Antonio Conte mit lauten Sprechchören. Am Abend sollte der Rest des Teams in der Hauptstadt Rom ankommen.

"Danke, das ist eine unbeschreibliche Freude, die ich nie vergessen werde", sagte Conte. Die Squadra Azzurra hatte am Samstagabend 5:6 im Elfmeterschießen gegen Weltmeister Deutschland verloren. Die Spieler zeigten sich auch einen Tag nach der Niederlage enttäuscht, aber auch stolz. "Wir haben alles gegeben, es ist schön, dass diese Nationalelf gefeiert wird", sagte Mittelfeldspieler Emanuele Giaccherini. "Elfmeterschießen ist immer eine 50:50-Sache."

+++ 3. Juli: Polizei sprengt Auto vor EM-Stadion +++

Französische Sicherheitskräfte haben in der Nähe des Pariser Stade de France wenige Stunden vor dem EM-Viertelfinalspiel an einem Auto eine kontrollierte Sprengung durchgeführt. Das sei eine klassische Sprengung gewesen, sagte eine Sprecherin der zuständigen Polizeibehörde am Sonntag. Im Inneren des Autos sei aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Das Auto habe im Parkverbot geparkt und sei daher zunächst verdächtig gewesen.

In den sozialen Netzwerken wurde bereits über eine Explosion spekuliert. Das sei eine Sprengung gewesen und keine Explosion, hieß es bei der Behörde. Aus Furcht vor Anschlägen gelten in Frankreich zur Europameisterschaft strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Im Stade de France spielt am Abend Gastgeber Frankreich gegen Island im EM-Viertelfinale (21.00 Uhr/ZDF).

+++ 3. Juli: Zwei Präsidenten im Stadion erwartet +++

Präsident François Hollande will die französische Nationalmannschaft beim EM-Viertelfinale gegen Island am Sonntagabend (21.00 Uhr/ZDF) im Stade de France unterstützen. Der Staatschef stand ebenso auf der Ehrengäste-Liste der Europäischen Fußball-Union UEFA wie Premierminister Manuel Valls und Islands scheidender Präsident Ólafur Ragnar Grímsson. Dieser wird am 1. August von Gudni Jóhannesson abgelöst, der ebenfalls seinen Stadionbesuch angekündigt hatte.

+++ 2. Juli: Kurze Massenpanik auf Pariser Fanmeile +++

Auf der Pariser EM-Fanmeile am Eiffelturm hat es während des Spiels Deutschland gegen Italien eine kurze Panik unter den Zuschauern gegeben. Im vordersten Bereich vor der Großleinwand auf dem Marsfeld liefen kurz vor Ende der regulären Spielzeit am Samstagabend plötzlich Hunderte Menschen auseinander, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Auslöser war nach Angaben mehrerer Augenzeugen eine Schlägerei. Einige Menschen stürzten, vereinzelt brachen Besucher in Tränen aus. Die Situation beruhigte sich jedoch sehr schnell wieder, die Übertragung des Spiels lief weiter.

Aus Furcht vor Anschlägen gelten an den Fanmeilen zur Europameisterschaft strenge Sicherheitsvorkehrungen. Wer die Pariser Fanmeile besuchen will, wird an drei aufeinanderfolgenden Kontrollpunkten kontrolliert und abgetastet. Auf dem Gelände am Wahrzeichen der französischen Hauptstadt ist Platz für bis zu 92.000 Menschen, am Samstagabend verfolgten Zehntausende Fans das Viertelfinale - darunter viele in den Farben Deutschlands oder Italiens.

+++ 1. Juli: Löw: Kimmich spielt, aber die Mannschaft wird verändert +++

Bundestrainer Jogi Löw hat erste Hinweise auf die Mannschaftsaufstellung im Klassiker gegen Italien gegeben. Auf die Frage, ob Benedikt Höwedes für Joshua Kimmich ins Team rücke, um für mehr Sicherheit zu sorgen, antwortete der Coach: "Nein". Dennoch will Löw offenbar nicht mit derselben Elf auflaufen, die die Slowakei mit 3:0 besiegen konnte. "Ich kann die Aufstellung natürlich nicht verraten, bevor die Mannschaft es nicht weiß. Aber Höwedes kommt nicht für Kimmich", erklärte Löw.

+++ 1. Juli: Del Bosque plaudert über Abschieds-SMS +++

Spaniens EM-Trainer Vicente del Bosque hat das Verhalten seines langjährigen Torhüter Iker Casillas beim Turnier in Frankreich gerügt. "Ich habe jedem meiner Spieler eine SMS geschickt - außer einem: Casillas", sagte der 65-Jährige in einem Interview des Radiosenders Cadena SER. "Bei seinen Kameraden hat er sich gut verhalten, korrekt, aber mit dem Trainerstab mal so, mal so." Del Bosque hatte Rekordnationalspieler Casillas bei der Europameisterschaft durch David de Gea von Machester United ersetzt. Der 35-jährige Weltmeister von 2010 und zweimalige Europameister trug sein Los, ohne in der Öffentlichkeit zu meckern. Casillas habe ihm und seinen Assistenten die Entscheidung aber nachgetragen, so Del Bosque. "Er hat mit uns geschmollt." Nach dem Achtelfinal-Aus hatte Del Bosque am Donnerstagabend erklärt, dass er sein Amt als Nationalcoach wie erwartet aufgebt. Sein Vertrag läuft am 31. Juli aus.

+++ 1. Juli: Sprecher: Island-Trikots sind ausverkauft +++

Der Hype um Island sorgt für einen unerwarteten Engpass. Die Trikots des EM-Überraschungsteams seien ausverkauft, wie Pressesprecher Ómar Smárason am Freitag berichtete. Die Verkaufszahlen lägen 1800 Prozent über dem prognostizierten Wert. "Das ist ziemlich gut. Das Schlechte ist, dass die Leute keins bekommen, die eins haben wollen. Aber ich bin sicher, dass wir das lösen können."

Die isländische Fußball-Nationalmannschaft wird seit 2002 vom vergleichsweise kleineren Sportartikelhersteller Errea aus Italien ausgestattet. "Wir haben Vertrauen in sie, wir sind sehr glücklich mit ihnen", sagte Smárason. Auf der Internetseite des Unternehmens konnten am Freitagmittag keine Trikots von Island mehr bestellt werden.

+++ 1. Juli: Merkel bei Italien-Spiel nicht im Stadion +++

Kanzlerin Angela Merkel hofft auf einen Sieg der deutschen Nationalelf im EM-Viertelfinale gegen Italien - aus der Ferne. Zum Spiel nach Bordeaux reisen wird sie an diesem Samstag nicht, wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin sagte. Wie Millionen andere Deutsche drücke die Kanzlerin der Mannschaft die Daumen, "dass sie das gute Spiel, das sie jetzt zuletzt gezeigt hat, in Bordeaux auch wieder zeigen kann und den entsprechenden Erfolg dafür erntet". Ins Stadion kommen will aber der auch für Sport zuständige Innenminister Thomas de Maizière (CDU).

Auf die Frage, ob Merkel womöglich zum Halbfinale oder zum Finale nach Frankreich reisen werde, sagte Seibert: "In einem Turnier mit K.o.-Modus sollte man einfach mal immer nur bis zum nächstem Spiel gucken." Zunächst würden die Daumen gedrückt, "und dann kann das auch gut gehen, und dann sehen wir weiter".

+++ 1. Juli: Italien auch im Abschlusstraining ohne De Rossi und Candreva +++

Italiens angeschlagene Nationalspieler Daniele De Rossi und Antonio Candreva haben auch das Abschlusstraining vor dem EM-Viertelfinale gegen Deutschland verpasst. Die beiden Fußballer nahmen nicht an der Einheit im EM-Trainingscamp der Azzurri in Montpellier teil, berichtete die Uefa. Damit sinken auch die Chancen der Mittelfeldspieler für einen Einsatz in der Partie gegen den Weltmeister am Samstag (21.00 Uhr/ARD) in Bordeaux.

De Rossi hofft italienischen Medienberichten zufolge dennoch weiter auf eine rechtzeitige Genesung. Die endgültige Entscheidung darüber, ob der 32-Jährige spielen kann, soll erst kurz vor dem Anpfiff fallen. Italiens Nationalteam sollte am späten Freitagnachmittag nach Bordeaux fliegen, wo am Abend noch eine Platzbegehung im Nouveau Stade und die obligatorische Pressekonferenz anstanden.

+++ 1. Juli: Ex-Weltmeister Zoff: Deutsche Überheblichkeit kann uns helfen +++

Der frühere italienische Nationaltrainer Dino Zoff hält die deutsche Einstellung vor dem EM-Viertelfinale gegen Italien für entscheidend. "Deutschland hat diese Prise Überheblichkeit, die es uns auf dem Platz einfacher machen kann", sagte der Weltmeister von 1982 und Europameister von 1968 der "Gazzetta dello Sport" (Freitag). Deutsche Teams würden oft mit der Überzeugung auf den Platz gehen, das Spiel schon gewonnen zu haben, urteilte er. "Wenn es psychologisch und taktisch so läuft, wird es interessant für uns."

Zoff, der von 1998 bis 2000 die Nationalelf trainiert hatte, ist der einzige Italiener, der als Spieler Welt- und Europameister geworden ist. "Ich hoffe, dass Gigi mich einholt, indem er diese EM gewinnt", sagte der frühere Weltklasse-Torhüter mit Blick auf seinen Nachfolger Gianluigi Buffon. "Buffon und Manuel Neuer sind sicherlich die besten. Es sind zwei Champions, jeder auf seine Art und Weise.

+++ 1. Juli: Ex-Bayer Luca Toni warnt Italiener +++

Nach Ansicht des früheren Bayern-Stürmers Luca Toni ist es für Italiens Fußball-Nationalelf im EM-Viertelfinale gegen Deutschland fundamental wichtig, kein frühes Tor zu kassieren. "Wenn wir das vermeiden, wird es die Partie, die wir uns erhoffen", sagte der ehemalige italienische Nationalspieler dem "Corriere dello Sport". "Ich erwarte ein großartiges Spiel", ergänzte er.

Nichtsdestotrotz sieht er Deutschland in der Favoritenrolle. "Immer wenn Deutschland auf Italien getroffen ist, waren sie Favorit, und sie haben es trotzdem nicht geschafft", sagte er. "Daran erinnern sie sich jetzt und wenn sie noch einmal verlieren würden, wäre es ein Trauma für sie."

+++ 1. Juli: Mehr als 15 Millionen Zuschauer sehen erstes Viertelfinale +++

Das erste Viertelfinale der Fußball-EM in Portugal zwischen Portugal und Polen war eine langwierige und zähe Prozedur. Trotzdem verfolgten am Donnerstagabend im Ersten ab 21 Uhr im Durchschnitt 15,73 Millionen Zuschauer das Spiel, das Portugal nach Elfmeterschießen für sich entschied und nun im Halbfinale steht. Der Marktanteil betrug 55,9 Prozent. Die Auftaktberichterstattung ab 20.15 Uhr sahen zuvor 7,46 Millionen Menschen (29,5 Prozent).

+++ 1. Juli: De Rossi glaubt an Einsatz gegen Deutschland +++

Italiens angeschlagner Mittelfeldspieler Daniele De Rossi hofft Medienberichten zufolge auf eine Blitz-Genesung für einen Einsatz im EM-Viertelfinale gegen Deutschland. Der Zustand des Fußball-Profis vom AS Rom verbessere sich, De Rossi arbeite intensiv an seinem Comeback, berichteten italienische Medien am Freitag übereinstimmend. Nationaltrainer Antonio Conte will demnach erst in letzter Minute entscheiden, ob er De Rossi in der Partie am Samstag gegen Weltmeister Deutschland in Bordeaux von Beginn an bringt.

Der 32-Jährige hatte sich am Montag im EM-Achtelfinale gegen Spanien ein Hämatom am linken Oberschenkel zugezogen, auch der Muskel ist betroffen. Teamarzt Enrico Castellacci hatte erklärt, die Zeit bis zum Spiel gegen Deutschland sei sehr knapp. Da De Rossis Ersatz Thiago Motta mit einer Gelb-Sperre fehlt, müsste Conte im Falle eines Ausfalls des Profis im zentralen Mittelfeld improvisieren.

+++ 1. Juli: Giggs kritisiert junge England-Spieler +++

Manchester Uniteds Legende Ryan Giggs hat die junge Generation englischer Spieler und ihr Umfeld schwer kritisiert. Es gebe ein "generelles Problem" mit dem Nationalteam und ihrer Kultur, "es ist diese ganze Kulturbeutel-Kultur", sagte der walisische TV-Experte nach dem peinlichen EM-Achtelfinalaus gegen Island. "Ich wollte nicht berühmt sein, ich wollte erfolgreich sein. Spieler werden inzwischen belohnt, bevor sie etwas erreichen - sie haben nette Autos, nette Uhren. Sie sind Roboter, nur Roboter."

Der 42-Jährige sprach sich für U21-Trainer Gareth Southgate als Nachfolger des zurückgetretenen Roy Hodgson aus. Southgate soll jedoch übereinstimmenden Medienberichten zufolge weder übergangsweise noch dauerhaft zur Verfügung stehen wollen. Unter anderen der frühere England-Coach Glenn Hoddle ist als Interimstrainer im Gespräch, Arsenals Arsène Wenger soll der bevorzugte langfristige Kandidat des Verbands FA sein.

+++ 30. Juni: Spaniens Trainerlegende del Bosque tritt ab +++

Ende einer Ära: Spaniens Fußball-Nationaltrainer Vicente Del Bosque hat nach dem Achtelfinal-Aus des Titelverteidigers bei der EM bereits seinen Abschied bekanntgegeben. "Ohne Zweifel habe ich nicht die Absicht, als Trainer weiterzumachen", sagte er am Donnerstag im spanischen Radiosender "rne". Die Madrider Sportblätter "Marca" und "As" hatten zuvor übereinstimmend, del Bosque habe am Dienstag mit Spaniens Verbandspräsident Angel Maria Villar Llona gesprochen und ihm den Schritt mitgeteilt. Nach dem 0:2 gegen Italien am Montag hatte er erklärt, er wolle mit dem Präsidenten besprechen, ob er weitermache oder nicht. Die Entscheidung, nach der EM aufzuhören, soll aber schon vergangenen Dezember gefallen sein, hieß es nun. Del Bosque habe Villar lediglich erklärt, dass sich daran nichts geändert habe. Der Vertrag des 65-Jährigen endet am 31. Juli, öffentlich gemacht werden solle sein Abschied erst am 15. Juli.

+++ 30. Juni: Wayne Rooney sucht das Vergessen +++

Englands Fußball-Ikone Wayne Rooney hat Urlaub dringend nötig. Das peinliche EM-Aus gegen Island hat das selbst ernannte Mutterland des Fußballs enorm erschüttert. Rooney sucht das Vergessen auf der Insel - aber natürlich nicht der britischen Insel. Der Kapitän der Three Lions sonnt sich derzeit gemeinsam mit seiner Frau Coleen auf einer Yacht vor Formentera, wie englische Medien am Donnerstag mit Paparazzi-Fotos berichteten. Immerhin: Auf dem Flug zur Sonneninsel zeigte sich, dass die britischen Fans vergeben können - und sich durchaus mit dem 30-Jährigen weiter sehen lassen. Ob Rooney weiter für die englische Nationalmannschaft spielt, will er auch davon abhängig machen, wer der neue Coach wird.

Wayne Rooney im Flieger nach Formentera - Fans lassen sich mit ihm ablichten

Englische Fans können vergeben: Selfie auf dem Flug nach Formentera, wo sich Wayne Rooney, Kapitän der Three Lions, derzeit von der EM-Blamage erholt.

+++ 30. Juni: Aktion zum Gedenken an die Opfer von Istanbul +++

Mit einer Minute Applaus sollen die Fans auf den EM-Fanmeilen der Opfer des Anschlags vom Istanbuler Flughafen gedenken. Zudem wird der Pariser Eiffelturm in der Nacht zum Freitag ab Mitternacht in den türkischen Farben angestrahlt, kündigte die Stadtverwaltung an. Die Besucher der Fanmeilen in den EM-Stadion-Städten sind aufgerufen, eine halbe Stunde vor Anpfiff des Viertelfinales Polen gegen Portugal (21.00 Uhr/live im stern-Ticker) mit Klatschen ihre Solidarität zu zeigen. Auch die Zuschauer der Partie im Stade Vélodrome sind laut Uefa dazu aufgerufen.

+++ 30. Juni: Ungar Kassai leitet Deutschland-Spiel +++

Der erfahrene ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai leitet den Fußball-Klassiker zwischen Deutschland und Italien am Samstag (21.00 Uhr/ARD) in Bordeaux. Der Referee ist für das EM-Viertelfinale aber nicht gerade ein gutes Omen für die DFB-Auswahl. 2010 hatte Kassai auch das mit 0:1 verlorene WM-Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen den späteren Titelträger Spanien geleitet. Zudem war der Ungar im September 2008 der Leiter des 3:3 der DFB-Auswahl in Finnland in der WM-Qualifikation. 2011 pfiff er das Testspiel gegen Brasilien in Stuttgart, als Mario Götze beim 3:2-Sieg auftrumpfte.

Bei der EM 2016 hatte Kassai unter anderem das zweite Gruppenspiel der Italiener gegen Schweden (1:0) gepfiffen. In Erinnerung bleibt unterdessen sein Fehler bei der EM 2012. Dort verweigerte er der Ukraine im Spiel gegen England in Donezk ein reguläres Tor. Der Ball war nach einem Schuss von Marko Devic klar hinter der Linie, der akrobatische Rettungsversuch von John Terry kam eigentlich zu spät. Die Ukraine verlor 0:1 und schied aus. Der schwache Trost für Kassai: Das Tor hätte wiederum auch nicht zählen dürfen, wegen einer Abseitsposition, die er auch übersah.

+++ 30. Juni: Trapattoni tippt auf Italien-Sieg in der Verlängerung +++

Der frühere italienische Fußball-Nationaltrainer Giovanni Trapattoni setzt im EM-Viertelfinale auf einen Sieg Italiens gegen Deutschland. "Es ist nicht gesagt, dass Deutschland gewinnt. Im Gegenteil, ich glaube, Italien gewinnt in der Verlängerung", sagte der frühere Trainer des FC Bayern München und des VfB Stuttgart vor der Partie am Samstag in Bordeaux der Nachrichtenagentur Ansa. 

Die Gründe dafür, dass Deutschland in acht Partien bei Welt- und Europameisterschaften noch nie gegen Italien gewonnen habe, liegen für den Ex-Trainer in der Mentalität der beiden Länder. "Warum Deutschland im Fußball gegen Italien so viel leidet? Weil es in ihrer Mentalität liegt, zu denken, dass Deutschland die ganze Welt dominiert", sagte der 77-Jährige. Und ergänze: "Aber dann kommen wir Italiener, kleine Genies, und sie müssen leiden."

+++ 28. Juni: Italien voraussichtlich ohne De Rossi und Candreva +++

Italiens Fußball-Nationalmannschaft muss im EM-Viertelfinale gegen Deutschland aller Voraussicht nach auf die angeschlagenen Daniele De Rossi und Antonio Candreva verzichten. "De Rossi hat einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. Wir schließen nichts aus, aber die Zeit ist gegen uns", sagte Teamarzt Enrico Castellacci am Mittwoch im EM-Quartier der Azzurri in Montpellier. "Candreva hatte eine schwere Verletzung, sein Zustand hat sich verbessert, aber nicht so, dass er ins Team zurückkehren kann." Kapitän Gianluigi Buffon hatte am Morgen das Aufwärmprogramm nicht mit dem Team absolviert, nahm danach aber regulär am Training teil. Der Torhüter soll gegen Deutschland in jedem Fall auflaufen können.

+++ 28. Juni: Hummels springt vom Zehner +++

Fußball-Nationalspieler Mats Hummels feierte in Évian-les Bains eine besondere Premiere. Der baldige Bayern-Profi war am freien Tag vom Zehn-Meter-Turm in den Genfer See gesprungen. "Es war mein erster Zehnersprung", berichtete Hummels am Mittwoch im DFB-Basisquartier ein wenig stolz und fügte lächelnd an: "Ich hatte Schiss ohne Ende. Ich wäre nicht gesprungen, wenn die Treppe zurück nicht noch furchteinflößender gewesen wäre."

+++ 28. Juni: Gomez sorgt sich um Freunde in der Türkei +++

Nach den Terroranschlägen in der Türkei sorgt sich Fußball-Nationalspieler Mario Gomez um die Freunde in seiner Wahlheimat Istanbul. "Das ist nie schön, egal wo es auf der Welt passiert. Ich habe natürlich all meinen Bekannten eine SMS geschickt, ob es ihnen gut geht", berichtete der Torjäger von Besiktas Istanbul am Mittwoch am deutschen EM-Standort in Évian-les Bains. "Das ist ein Faden, der sich die letzten Monate durchzieht. Das ist eine sehr traurige Geschichte. Das Land wir darunter leiden und auch die Liga wird darunter leiden. Es ist ein Thema, das sehr viele berührt."

+++ 28. Juni: Island-Trainer Lagerbäck mahnt Spieler zu Disziplin +++

Vor dem EM-Viertelfinale gegen Frankreich hat der isländische Fußball-Nationaltrainer Lars Lagerbäck seine Mannschaft zu mehr Disziplin ermahnt. Der Schwede rüffelte am Mittwoch sogar einige Spieler, weil sie zu spät zum Essen aufgetaucht waren. "Es ist respektlos gegenüber deinen Kollegen, 20 Minuten zu spät zum Abendessen zu kommen, sagte Lagerbäck bei einer Pressekonferenz in Annecy. "Das ist kein großes Ding, aber trotzdem ein Detail, an das wir uns halten müssen."

+++ 28. Juni: Italiens Nationalelf trainiert ohne De Rossi, Buffon und Candreva +++

Ohne Daniele De Rossi, Gianluigi Buffon und Antonio Candreva hat Italiens Fußball-Nationalteam mit der gezielten Vorbereitung auf das EM-Viertelfinale gegen Deutschland begonnen. Die verletzten Mittelfeldspieler De Rossi und Candreva nahmen wie auch Kapitän und Torhüter Buffon zu Beginn nicht an der Einheit am Mittwoch im EM-Trainingscamp der Azzurri in Montpellier teil. Ob die angeschlagenen De Rossi und Candreva für den Klassiker gegen Deutschland am Samstag in Bordeaux wieder fit werden, war zunächst nicht klar. De Rossi hatte sich beim 2:0-Sieg im Achtelfinale gegen Spanien am Montag eine Verletzung an der Hüfte zugezogen, Candreva pausiert bereits seit mehreren Tagen mit Adduktorenproblemen. Warum Buffon mit dem Training aussetzte, blieb zunächst offen.

+++ 28. Juni: Buffon: Neuer ist besser als ich +++

Italiens Fußball-Nationaltorhüter Gianluigi Buffon freut sich nach dem EM-Achtelfinal-Sieg gegen Spanien auf das Duell mit Deutschlands Keeper Manuel Neuer. Der 30-Jährige sei aktuell sicher einer der besten Torhüter, lobte Italiens Kapitän vor dem Viertelfinale gegen die DFB-Auswahl am Samstag in Bordeaux. Im direkten Duell der beiden Super-Keeper sieht Buffon sich im Nachteil: "Ohne Zweifel ist Neuer besser als ich. Er ist jünger als ich, er ist ein außergewöhnlicher Torhüter, ich bin zu alt für solche Wettbewerbe", sagte der 38-jährige Buffon.

+++ 28. Juni: Ex-England-Coach Hudgson bekommt eigenen Song +++

Nach dem nordirischen Nationalspieler Will Grigg hat nun auch Englands Ex-Coach Roy Hodgson seinen eigenen Song. Nach dem blamablen EM-Aus gegen Island dichteten die Anhänger der Three Lions die Lobeshymne der Nordiren auf Grigg ("Will Grigg's on fire") kurzerhand auf den scheidenenden Coach um. Ihr Lied "Hodgon's been fired" ("Hodgson ist gefeuert") gaben sie dann auch gleich einer U-Bahn in Nizza zum besten. Hier der Beweis:

+++ 28. Juni: Knapp 15 Millionen sahen Islands historischen Sieg +++

Das war ein Abend so recht nach dem Geschmack der Fußball-Fans: Den 2:1-Überraschungscoup der Underdogs aus Island im Achtelfinale der Fußball-EM gegen den hohen Favoriten England verfolgten ab 21 Uhr im Ersten 14,96 Millionen Zuschauer - der Marktanteil betrug 47,0 Prozent. Zuvor hatten sich ab 18 Uhr bereits 14,34 Millionen Menschen für die Begegnung zwischen Italien und Spanien (2:0) interessiert. Der Marktanteil lag zu dieser Stunde sogar bei 55,5 Prozent. Nicht eingerechnet sind die Fans, die die Spiele beim Public Viewing auf öffentlichen Plätzen und in Gaststätten sahen.

+++ 28. Juni: Frankreich plant erstes öffentliches EM-Training +++

Das erste Mal seit Anpfiff der Heim-EM hat Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft für diesen Mittwoch ein öffentliches Training angesetzt. Sprich: Auch die Anhänger der Équipe tricolore dürfen vor dem EM-Viertelfinale am kommenden Sonntag in Saint-Denis auf das Gelände des Centre National du Football in Clairefontaine (von 17.00 Uhr an). 

Allerdings liegt das EM-Quartier nicht unbedingt in einer urbanen Gegend. Clairefontaine-en-Yvelines zählt etwa knapp 1000 Einwohner, das nahe gelegene Rambouillet rund 25.000. Paris ist gut 50 Kilometer entfernt. Letztmalig hatten die Franzosen am 10. Juni, also vier tage vor EM-Beginn, öffentlich trainiert. 

+++ 27. Juni: Roy Hodgson macht Weg für Neustart frei +++

Trainer Roy Hodgson hat kurz nach dem Abpfiff des Achtelfinalspiels gegen Island (1:2) die Verantwortung für das erneut enttäuschende Aus der Three Lions übernommen. Er erklärte seinen Rücktritt. "Es tut mir leid, dass es so enden muss", sagte der 68-Jährige in Nizza. Seine Spieler nahm der ohnehin umstrittene Coach in Schutz. Er habe sie gerufen, um für ihr Land zu spielen, und sie hätten ihre Sache gut gemacht.

+++ 27. Juni: St. Denis: Verdächtiger Motorroller gesprengt +++

In Saint-Denis, dem unmittelbar nördlich von Paris gelegenen Spielort des EM-Achtelfinals zwischen Italien und Spanien hat die Polizei laut einer Meldung der "Bild"-Zeitung einen verdächtigen Motorroller gesprengt. Der Bereich sei zuvor weiträumig abgesperrt worden. Es sei noch unklar, ob sich im dem Fahrzeug Sprengstoff befunden hat. Sprengstoffhunde hätten nicht angeschlagen, dennoch wollte die Polizei kein Risiko eingehen.

+++ 27. Juni: Sepp Maier lobt Manuel Neuer für bisherige EM-Leistung +++

Vier EM-Spiele am Stück ohne Gegentor - und damit es noch mehr werden, drückt Ex-Nationaltorwart Sepp Maier seinem Nachfolger die Daumen. "Ich wünsche Manuel Neuer, dass er meinen Rekord knackt. Er ist der beste Torwart seiner Zeit", schrieb der bayerische Europa- und Weltmeister (1972/1974) am Montag in den sozialen Netzwerken Seniorbook und Facebook. Die Reaktion kam prompt: Mit "Danke, Sepp Maier" würdigte der 30-Jährige dessen Worte und teilte seinen Beitrag auf der eigenen Seite. 

Eine derartige Serie ohne Gegentor wie jetzt bei der EM in Frankreich hat Deutschland bei einem großen Turnier erst einmal geschafft: Bei der Weltmeisterschaft in Argentinien 1978 sorgte Maier dafür, dass weder Polen, Mexiko, Tunesien noch Italien einen Treffer erzielten. Sollte die DFB-Elf im Viertelfinale am Samstag erneut "zu null" spielen, würde Neuer der Rekord ganz allein gehören.

+++ 27. Juni: Training und Regeneration in Évian-les Bains +++

Während die zwölf Ersatzspieler der deutschen Mannschaft, darunter die eingewechselten Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Benedikt Höwedes, am Morgen eine intensive Einheit in Évian-les Bains bei schönstem Wetter absolvierten, stand für die Startelf vom Sonntag vor allem Regeneration auf dem Programm. Neben Radfahren, Gymnastik und Stabilisationsübungen versuchten die Spieler auch am und im Pool neue Kräfte zu sammeln.

+++ 27. Juni: Boatengs Wade muss wieder behandelt werden +++

Jérôme Boateng muss sich vor dem EM-Viertelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wieder intensiv von der medizinischen Abteilung behandeln lassen. Ähnlich wie beim 1:0 gegen Nordirland war der Abwehrchef auch am Sonntag beim 3:0-Erfolg im Achtelfinale gegen die Slowakei vorzeitig ausgewechselt worden. Er selbst sprach von einer "Vorsichtsmaßnahme". "Ich fühle mich ganz gut, die Wade hat ganz gut gehalten", sagte der Torschütze. Vor seiner Auswechslung in der 71. Minute hatte der Premierentorschütze gespürt, dass sich die Wade wieder härter angefühlt hätte. Schon in Lille äußerte sich Boateng hoffnungsvoll, dass er beim Halbfinale am Samstag in Bordeaux gegen Italien oder Spanien wieder mitwirken kann. "Es ist genug Zeit. Ich denke, dass alles gut ist", sagte der 27-Jährige.

+++ 27. Juni: Schweinsteiger traut sich Startelf zu +++

Kapitän Bastian Schweinsteiger bewirbt sich nach drei Einwechslungen vor dem EM-Viertelfinale um einen ersten Einsatz in der deutschen Startelf. "Vom Rhythmus her ist es vielleicht nicht ganz ideal. Aber ich würde mir schon zutrauen, von Anfang an zu spielen. Aber das entscheidet der Trainer", sagte der 31-Jährige. Wie schon gegen die Ukraine und gegen Nordirland wurde der in diesem Jahr lange verletzte Schweinsteiger auch beim 3:0 am Sonntagabend in Lille gegen die Slowakei eingewechselt. 

Der Weltmeister spürt allerdings selbst, dass er kaum von Anfang an im Viertelfinale gegen Italien oder Spanien beginnen wird. "Ich fühle mich gut, aber es ist schwierig. Ich habe jetzt zweimal 20 Minuten und einmal zwei Minuten gespielt. Es ist nicht so, dass ich mal eine Halbzeit gespielt habe", sagte Schweinsteiger. 

+++ 27. Juni: 15-Jährige fällt bei Autokorso aus geöffnetem Kofferraum +++

Bei einem Autokorso nach dem 3:0-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Slowakei bei der EM ist eine 15-Jährige im hessischen Viernheim am Sonntag aus einem Auto gefallen und hat sich verletzt. Das Mädchen habe im geöffneten Kofferraum gesessen und sei während der Fahrt herausgestürzt, teilte die Polizei in Darmstadt am Montag mit.

Die 15-Jährige habe durch den Sturz Gesichtsverletzungen sowie Schürfwunden erlitten, berichteten die Beamten weiter. Sie sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Gegen den 18-jährigen Fahrer des Wagens und das Mädchen selbst wurden Ermittlungen eingeleitet.

+++ 27. Juni: Schon jetzt 50.000 Euro für deutsche EM-Spieler +++

Jetzt wird in Frankreich Geld verdient. Der Einzug in das EM-Viertelfinale macht sich für die deutschen Nationalspieler und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch finanziell bezahlt. Kapitän Bastian Schweinsteiger und seine 22 Teamkollegen haben sich mit dem 3:0 im Achtelfinale gegen die Slowakei eine erste Erfolgsprämie in Höhe von 50.000 Euro pro Mann gesichert. Dieser Betrag könnte bis zur Titelprämie von 300.000 Euro anwachsen. 

Diese Höchstsumme hatten die deutschen Weltmeister auch 2014 für ihren Triumph in Brasilien kassiert. Der DFB steigerte seine EM-Einnahmen mit der Viertelfinalteilnahme auf bereits 14,5 Millionen Euro.

Für den Gruppensieg und das Achtelfinale hatten die 23 deutschen Spieler noch keine Prämien erhalten. Eine Halbfinalteilnahme würde der DFB mit 100.000 Euro belohnen. 150.000 Euro würden als Trostpflaster im Falle einer Finalniederlage am 10. Juli im Stade de France auf die Konten der 23 EM-Spieler fließen.

Ein vierter EM-Titel würde den Verband eine Ausschüttung von 6,9 Millionen Euro an die Mannschaft kosten. "300.000 Euro sind eine maßvolle, eine angemessene Prämienregelung, die wir mit den Spielern vereinbart haben", hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel erklärt.

Der DFB würde als Europameister die Rekordsumme von 26,5 Millionen Euro von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) erhalten. Die bisher eingenommenen 14,5 Millionen Euro setzen sich aus Startprämie (8,0 Mio), zwei Siegen und einem Unentschieden in der Gruppenphase (2,5 Mio), Achtelfinale (1,5 Mio) und Viertelfinale (2,5 Mio) zusammen.

+++ 27. Juni: Gomez holt Klinsmann ein +++

Der glückliche Mario Gomez mochte sich nicht groß mit Jürgen Klinsmann beschäftigen. "Mein Ziel hier ist nicht, Rekorde zu brechen, sondern Europameister zu werden", sagte der 30 Jahre alte Torjäger. Beim 3:0 im Achtelfinale gegen die Slowakei hatte Gomez mit seinem fünften EM-Tor mit dem deutschen EURO-Rekordschützen Klinsmann gleichgezogen. Zur alleinigen Bestmarke fehlt nur noch ein Treffer.

"Im Moment will ich nur nach Paris", sagte Gomez in Lille zum Ziel EM-Finale. Als Zugabe, das gestand der "Vollblut-Torjäger", wie ihn Jérôme Boateng titulierte, würde er den Rekord gerne höher schrauben. "Ich freue mich immer noch über jedes Tor unendlich", erklärte er.

+++ 26. Juni: Boxer Fury schmeißt Lokalrunde für England-Fans +++

Box-Weltmeister Tyson Fury hat einen bemerkenswerten Auftritt vor dem EM-Achtelfinale Englands hingelegt. Der Schwergewichtler tauchte mit nacktem Oberkörper in der Altstadt von Nizza auf und wurde von den Fans der Three Lions umringt, wie auf Videos zu sehen war. Anschließend führte Fury einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge die Anhänger in einen Pub - und schmiss eine Lokalrunde Jägermeister. Am Montagabend trifft die Fußball-Nationalmannschaft Englands im EM-Achtelfinale auf Island.

+++ 26. Juni: Irische Fans beglückwünschen Frankreichs Anhänger zum Weiterkommen +++

Eine Halbzeit lang schnupperten die Iren gegen Frankreich am Viertelfinaleinzug. Bereits in der zweiten Minute hatte Robbie Brady den Gastgeber durch seinen Treffer in Rückstand gebracht. Am Ende konnte sich Irland vom zweitschnellsten Tor der EM-Geschichte aber nichts kaufen: Dank eines Doppelschlags von Mittelfeldstar Antoine Griezmann in der 58. und 61. Minute setzte sich die Équipe tricolore letztlich verdient durch und zog ins Viertelfinale ein.

Die irischen Fans bewiesen im Anschluss einmal mehr, dass sie zu den besten und fairsten der Fußballwelt gehören. Hatten sie in der Vorrunde unter anderem regelmäßig durch ihre Gesänge begeistert, präsentierten sie sich nach dem Spiel gegen Frankreich zudem als gute Verlierer. Nicht nur applaudierten sie den siegreichen Franzosen auf dem Rasen, auch schüttelten sie einigen gegnerischen Fans in ihrem Block respektvoll die Hand, wie ein auf Facebook veröffentlichtes Video zeigt. Angesichts dieser Bilder ist es fast schon schade, dass Irland die heimreise antreten muss.

+++ 24. Juni: Boateng fürs Achtelfinale fit +++

Nach einem Härtetest im Abschlusstraining hat Innenverteidiger Jérôme Boateng sich für einen Startelf-Einsatz im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei bereit gemeldet. Das bestätigte Joachim Löw einen Tag vor dem Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in die K.o.-Runde . "Im Grunde genommen hat die Wade heute gehalten. Er hatte keine Probleme, er hat alles absolviert. Er wird morgen spielen", sagte der Bundestrainer der ARD-Sportschau. Boateng hatte sich beim 1:0-Sieg zum Gruppenabschluss gegen Nordirland eine Wadenverletzung zugezogen.

+++ 24. Juni: Perisic gegen Portugal mit patriotischer Frisur +++

Kroatiens Torjäger Ivan Perisic hat sich mit einer Zusatzschicht beim Friseur auf das Achtelfinale gegen Portugal vorbereitet. Der ehemalige Bundesliga-Profi ließ sich das rot-weiße Schachbrettmuster aus der Landesflagge in den Schopf färben. "Ivan Perisic ist komplett bereit für das nächste Kroatien-Spiel", twitterte der kroatische Fußballverband mit zwei Nahaufnahmen von der neuen Frisur des 27-Jährigen von Inter Mailand.

+++ 22. Juni: Die ersten Achtelfinalpaarungen stehen fest - Deutschland gegen die Slowakei +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt im EM-Achtelfinale am Sonntag um 18.00 Uhr in Lille gegen die Slowakei.
Durch das 3:3 von Portugal gegen Ungarn und das 2:1 der Isländer gegen Österreich schied Albanien aus. Der Dritte der Gruppe A wäre auch ein möglicher deutscher Gegner gewesen, muss aber nach drei Tagen Wartezeit aus Frankreich abreisen.

Die Slowakei, nach einem 0:0 gegen England Dritter der EM-Gruppe B, war vorletzter deutscher EM-Testgegner gewesen. In Augsburg setzte sich das Team um Marek Ham?ík am 29. Mai in einem von heftigen Unwettern beeinträchtigen Spiel überraschend mit 3:1 durch. Joachim Löw hatte mitten im Trainingslager allerdings nicht sein bestes Team aufgeboten.

Die Gesamtbilanz der DFB-Elf gegen die Slowaken ist aber positiv. In zehn Spielen gab es sieben Siege und drei Niederlagen. Der letzte Erfolg datiert vom 6. Juni 2007, als es in der EM-Qualifikation ein 2:1 in Hamburg gab.

Ungarn mit seinem deutschen Trainer Bernd Storck steht als Sieger der Gruppe F im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft. Das ungarische 3:3 (1:1) gegen Portugal am Donnerstag in Lyon reichte beiden Teams zum Weiterkommen.
Portugal, für das Cristiano Ronaldo zweimal ausglich, spielt nun am am Samstag in Lens als einer der besten Gruppendritten gegen Kroatien. Ungarn trifft am Sonntag in Toulouse auf den Zweiten der Gruppe F. Island wurde nach dem 2:1 (1:0) gegen Österreich in Saint-Denis Gruppenzweiter und spielt Montag in Nizza gegen England.
Österreich scheidet als Tabellenvierter sieglos aus.

+++ 22. Juni: Wirbel um Piqués Mittelfinger +++

Was will Piqué uns damit sagen? Fragten sich zahlreiche Zuschauer, als die Kamera während der Hymne vor dem Spiel Spanien gegen Kroatien die Reihen der Spieler entlangfuhr. Just in dem Moment, als der Verteidiger im Bild zu sehen war, fuhr er den Mittelfinger aus. Eine bewusste Geste?

Rasch gingen in Spanien die Diskussionen und Spekulationen los. Piqué ist Katalane, Anhänger der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung - und vertritt dies auch konsequent im schwelenden Dauerkonflikt zwischen der Region und Spanien. Viele Spanier unterstellten dem Spieler prompt, er habe den Stinkefinger in Richtung Staat gezeigt. Piqué selbst wehrte sich gegen die Vorwürfe. Er habe lediglich die Finger gekreuzt, erklärte er auf Twitter.

+++ 21. Juni: Ibrahimovic kündigt Rücktritt aus Nationalelf an +++ 

Zlatan Ibrahimovic wird nach der Fußball-EM seine Karriere in der schwedischen Nationalmannschaft beenden. Das teilte der 34-Jährige am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem dritten und letzten Gruppenspiel gegen Belgien am Mittwoch in Nizza mit.
"Mein letztes Spiel für Schweden wird bei dieser EM sein. Und ich hoffe nicht, dass es morgen sein wird", sagte Ibrahimovic. Auch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro werde er nicht mehr für die schwedische Auswahl spielen. "Es wird nicht einfach, aber wir glauben an uns. Wir haben noch eine Chance", sagte Ibrahimovic mit Blick auf die Partie gegen Belgien.

Nationaltrainer Erik Hamrén verneigte sich noch einmal vor seinem einzigen Weltklassemann. "Wir haben einen Spieler auf dem Level von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Das ist Zlatan", erklärte der 58-Jährige auf der Pressekonferenz.

Hamrén war in die Entscheidung des wohl besten schwedischen Fußballers der Geschichte eingeweiht. "Ich habe es heute erst erfahren. Aber als ich im Januar oder Februar mit ihm geredet habe und gesagt habe, dass ich selbst aufhöre, sagte er, dass er wahrscheinlich auch aufhören werde", erzählte Hamrén.

Ibrahimovic war in den vergangenen Jahren die alles überstrahlende Figur für die Schweden. Mit bislang 62 Toren in 115 Länderspielen ist er unangefochtener Rekordtorschütze seines Landes. "Zlatan ist unser einziger Weltklassespieler", hatte Hamrén schon zu EM-Beginn betont.
"Wenn wir weiterkommen wollen, brauchen wir ihn in Topform und eine Mannschaft, die dreimal 100 Prozent gibt."

+++ 20. Juni: Russlands Trainer kündigt Rücktritt an +++ 

Trainer Leonid Sluzki hat nach dem enttäuschenden EM-Aus der russischen Fußball-Nationalmannschaft seinen Abschied angekündigt. "Ich denke, nach so einem Turnier brauchst du einen Anderen, der es macht", sagte der 45-Jährige nach dem 0:3 gegen Wales am Montagabend in Toulouse. Der Trainer sprach seinem eigenen Team zwei Jahre vor der Heim-WM die Turniertauglichkeit ab. "Es ist hart, darüber zu sprechen, aber wir waren schlecht in jedem Bereich. Ich übernehme die volle Verantwortung", sagte er.

Russland schied mit nur einem Punkt als Tabellenletzter der Gruppe B aus. Sluzki hatte den Job als Nationalcoach erst Mitte 2015 von dem entlassenen Fabio Capello übernommen und die Sbornaja im Schlussspurt der Qualifikation noch zur EM geführt. Sein Vertrag endet nach dem Turnier ohnehin.

+++ 20. Juni: Ausgewiesener russischer Fan-Chef in EM-Stadion festgenommen +++ 

Der nach den Ausschreitungen von Marseille ausgewiesene Vorsitzende des Allrussischen Fanverbandes, Alexander Schprygin, ist am Montag erneut in Frankreich festgenommen worden. Der Russe sei im EM-Stadion der südfranzösischen Stadt Toulouse aufgegriffen und in Polizeigewahrsam genommen worden, teilte der Sprecher des Pariser Innenministeriums am Montagabend mit. Im Stade Municipal spielte das russische Team gegen Wales. Auf Twitter hatte Schprygin zuvor unter anderem ein Bild vor dem Stadion gepostet: "Hallo Euro 2016", schrieb er, "Russland voran". In einem weiteren Tweet hieß es: "Um beim Match zu sein, musste ich einen etwas unüblichen Weg im Schutze der Nacht nehmen und für eine Zeit Tourist werden."  In einem Telefonat aus dem Stadion sagte Schprygin der Nachrichtenagentur AFP, da sein Schengen-Visum nicht ungültig gemacht worden sei, halte er sich "legal in der Europäischen Union" auf. "Ich bin beim Spiel mit einer Eintrittskarte", sagte Schprygin. Kurz nach dem Telefonat wurde Schprygin laut Innenministerium festgenommen. Schprygin gilt als Chef rechter Fangruppen.

+++ 20. Juni: Milde Strafen für Kroatien +++

Die UEFA hat den kroatischen Fußballverband nach den Fanausschreitungen im EM-Spiel am vergangenen Freitag gegen Tschechien nur milde bestraft. Die Disziplinarkommission verhängte am Montag eine Geldstrafe über 100 000 Euro und ein Verbot des Ticketverkaufs an bekannte Gewalttäter für die EM-Dauer auf Bewährung.

+++ 20. Juni: Puma: Materialfehler ist Ursache für "Trikotgate" +++

Der Sportartikel-Hersteller Puma hat die Ursache für die zerrissenen Schweizer Trikots im Gruppenspiel gegen EM-Gastgeber Frankreich in einem Materialfehler gefunden. "Unsere Untersuchung der Trikots vom Spiel am Sonntag hat ergeben, dass es eine fehlerhafte Materialcharge gegeben hat, in der Garne während der Produktion beschädigt wurden, was zu einer Schwächung des fertigen Trikotstoffs geführt hat", erklärte der fränkische Ausrüster am Montag per Mitteilung. Dies sei auf eine falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit bei der Herstellung in der Türkei zurückzuführen. 

Das defekte Material sei ausschließlich in einer kleinen Stückzahl der Schweizer Heimtrikots verwendet worden. "Puma hat den Bestand aller EM-Trikots seiner ausgerüsteten Teams geprüft und kann versichern, dass es nicht zu einer Wiederholung dieses Falls kommt", hieß es. 

Im Internet hatte sich am Sonntagabend unter anderem via Twitter unter dem Hashtag #trikotgate Häme und Spott ergossen, als gleich sieben Schweizer Trikots beim 0:0 zerrissen worden waren.

+++ 20. Juni: Diplomatenpässe für Albaniens EM-Helden +++

Albaniens Fußballprofis sollen Medienberichten zufolge als Anerkennung für den EM-Sieg gegen Rumänien Diplomatenpässe erhalten. Das habe Albaniens Ministerpräsident Edi Rama Fußball-Verbandschef Armand Duk nach dem 1:0-Erfolg im letzten Vorrundenspiel am Sonntag versprochen, hieß es am Montag nach übereinstimmenden Berichten. Rama und Duk hatten nach der Partie noch in der Mannschaftskabine miteinander telefoniert. Diplomatenpässe erhalten sonst nur hochrangige politische Amts- und Mandatsträger.
Obendrein genehmigte die Regierung der Mannschaft den Berichten zufolge eine Gesamtbelohnung von einer Million Euro.

+++ 20. Juni: Van der Vaart nennt Ronaldo "langweilig" +++

Der frühere HSV-Profi Rafael van der Vaart hat die ständigen Debatten über Charakter und Auftreten von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo um eine überraschende Aussage bereichert. "Ich glaube nicht, dass ich mit ihm enger befreundet sein könnte. Cristiano ist als Person ziemlich langweilig", sagte der Niederländer in einem Interview des Fernsehsenders NOS. Als "langweilig" wurde Ronaldo in den teils hitzigen Debatten während dieser Fußball-EM wohl kaum bezeichnet. Die vielen Kritiker des 31-jährigen Stürmers von Real Madrid halten ihn schlicht für einen arroganten, selbstverliebten Schnösel. Viele ehemalige und aktuelle Mitspieler beschreiben Ronaldo dagegen als sehr umgänglichen und besonders im Umgang mit jungen Spielern auch integrativen Typen.

+++ 20. Juni: Buffon und Candreva setzen mit Mannschaftstraining aus +++

Italiens Fußball-Nationalspieler Gianluigi Buffon und Antonio Candreva trainieren weiterhin nicht mit dem Team. Zwei Tage vor dem dritten EM-Vorrundenspiel gegen Irland absolvierte der grippekranke Kapitän Buffon am Montag nur eine leichte Einheit im Fitnessraum, wie der italienische Verband (FIGC) mitteilte. Der unter Adduktorenproblemen leidende Candreva trainierte individuell. Beide Profis hatten bereits am Sonntag die Einheit verpasst. Am Mittwoch gegen Irland könnten sie wie zahlreiche weitere Stammspieler geschont werden, da Italien nach zwei Siegen bereits als Gruppenerster feststeht. Bei Candreva ist zudem weiter unklar, ob er bis zum Achtfinale am kommenden Montag in Paris wieder fit wird.

+++ 20. Juni: Koala tritt als EM-Orakel zurück +++

Der Koala Oobi-Ooobi aus dem Zoo in Leipzig tritt als EM-Orakel zurück. Zweimal hatte "der unparteiische Australier" Tipps für die Spiele der deutschen Mannschaft abgegeben - und zweimal daneben gelegen. "Als sportlich fairer Verlierer überlässt er das Orakeln ab sofort den anderen und sieht seine Stärken künftig wieder beim Eukalyptus futtern", teilte der Zoo am Montag mit.

+++ 20. Juni: Frankreich-Keeper Hugo Lloris seit über 200 Minuten arbeitslos +++

Hugo Lloris ist praktisch teilzeitarbeitslos. Der 29 Jahre alte Keeper der französischen Fußball-Nationalmannschaft musste bei der EM im eigenen Land schon 205 Minuten keinen Ball mehr parieren. Fast schon verwunderlich, galt die Defensive der Franzosen vor dem Beginn der Europameisterschaft noch als Schwachpunkt. In den bisherigen drei Spielen gegen Rumänien (2:1), Albanien (2:0) und am Sonntag in Lille gegen die Schweiz (0:0) ließ die Viererabwehrkette aber nur einen Gegentreffer zu.

+++ 20. Juni: Uefa verteidigt EM-Modus +++

Uefa-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti hat die umstrittene Aufstockung der Fußball-EM auf 24 Mannschaften und den damit verbundenen komplizierten Modus verteidigt. "Es hat die Qualität des Turniers nicht negativ beeinflusst", sagte Marchetti am Montag in Paris. Alle Gruppen seien offen, er sei "extrem positiv überrascht." Der Top-Funktionär der Europäischen Fußball-Union fürchtet auch keine Ergebnis-Absprachen. "Ich denke, wir sind auf der sicheren Seite, weil viele Mannschaften einen Sieg brauchen", sagte der Italiener.

+++ 20. Juni: Deutlich weniger Tore bei EM in Frankreich +++

Im Vergleich zu vorangegangenen EM-Turnieren hat die Uefa bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich eine "deutliche Abnahme" an erzielten Toren festgestellt. "Die Anzahl der erzielten Tore ist um einiges geringer", sagte Uefa-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti am Montag in Paris. In bisher 26 Spielen sind in Frankreich 48 Tore geschossen worden. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine seien nach 24 Spielen bereits 60 Tore gefallen, sagte Marchetti. In Österreich und der Schweiz 2008 seien es 57 nach 24 Partien gewesen. Die Endrunde in Frankreich ist mit 24 teilnehmenden Teams die größte überhaupt. 2008 und 2012 hatten jeweils 16 Teams am Turnier teilgenommen. 

+++ 20. Juni: Erdogan nimmt türkisches EM-Team in Schutz +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anfeindungen der Fans gegen die türkische Nationalmannschaft bei der Fußball-EM scharf verurteilt. "Das hat mich als Staatspräsident sehr traurig gemacht", sagte der Politiker laut der Nachrichtenagentur DHA bei einem gemeinsamen Fastenbrechen mit Prominenten aus Sport und Unterhaltung. Vor allem die lautstarke Kritik von den Tribünen an Spielmacher Arda Turan vom FC Barcelona nach der 0:3-Niederlage gegen Spanien ging Erdogan entschieden zu weit: "Im zweiten Spiel wurde unser Spielführer, den wir alle bisher in den Himmel gelobt haben, Opfer von Schmährufen. Er ist unser Sohn, unser Bruder, der zur besten Mannschaft der Welt gewechselt ist. Schämt ihr euch nicht?"

+++ 20. Juni: Xhaka hält Deutschland für schlagbar +++

Mittelfeldspieler Granit Xhaka hat nach dem erstmaligen Einzug der Schweiz in die K.o.-Runde bei einer Fußball-EM keine Angst vor einem möglichen Achtelfinalgegner Deutschland. "Auch Deutschland ist schlagbar. Ob Deutschland im Achtelfinale oder im Finale, das ist egal", sagte der 23-Jährige nach dem 0:0 am Sonntagabend gegen Frankreich. Dadurch qualifizierte sich die Schweiz als Zweiter der Gruppe A für das Achtelfinale und könnte am Samstag in Saint-Étienne auf Deutschland treffen, falls das DFB-Team die Gruppe C als Zweiter abschließt.

+++ 20. Juni: Ermittlungen nach Hooligan-Attacke in Köln gehen weiter +++

Nach dem brutalen Angriff russischer Hooligans auf spanische Touristen in Köln laufen die Ermittlungen weiter. Fünf Tatverdächtige sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Ihnen wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. In den kommenden Tagen werden die Ermittler weiter Spuren abgleichen und erneut Zeugen vernehmen, wie Staatsanwalt Ulf Willuhn am Montag sagte. Bis es zu einer Anklageerhebung komme, könne es noch ein paar Tage dauern.

+++ 20. Juni: Schweizer und Franzosen meckern über Rasen +++

Trainer und Spieler haben nach dem 0:0 von Gastgeber Frankreich gegen die Schweiz den schlechten Rasen in Lille kritisiert. "Das ist eine Schande", sagte der Schweizer Coach Vladimir Petkovic nach dem 0:0 seiner Mannschaft am Sonntagabend im letzten Spiel der Gruppe A bei der Fußball-Europameisterschaft gegen das Gastgeber-Team. Der Rasen habe das Spiel sehr beeinflusst. "Das Spiel war gut, aber es hätte sehr viel besser sein können", meinte Petkovic: "Ich hoffe, dass es gelingt, die Platzverhältnisse zu verbessern."

Auch Frankreichs Trainer Didier Deschamps zeigte sich nach wie vor unzufrieden mit den Bedingungen. "Ich weiß nicht, wer für den Platz verantwortlich ist, solche Verhältnisse sind aber in der Gruppenphase nicht gut", sagte der ehemalige Nationalspieler. Deschamps hatte zuletzt in Marseille sein Unverständnis darüber geäußert, dass wenige Wochen vor der EM im Stade Vélodrome noch ein Konzert der Rockgruppe AC/DC stattgefunden hatte. Die Franzosen hatten am vergangenen Mittwoch in der südfranzösischen Hafenstadt gespielt.

Der Platz im Stade Pierre Mauroy von Lille sei nun zwar besser als in Marseille gewesen, "aber natürlich ist das enttäuschend", meinte Deschamps.

+++ 19. Juni: Ronaldo-Fehlschuss macht Schweden zum Millionär +++

Die Österreicher haben sich natürlich gefreut über den vergebenen Elfmeter von Cristiano Ronaldo. Aber ein Mann aus Schweden dürfte sich wohl noch ein bisschen mehr gefreut haben. Er hatte einen Euro in eine Kombiwette mit 13 Tipps investiert. Und weil Ronaldo eben nicht traf, machte er aus einem Euro eine Million Euro (genau: 1,063 Millionen Euro) und kassierte ordentlich ab. Hätte Ronaldo seinen Elfer reingeschossen, hätte der Schwede übrigens auch noch gewonnen, allerdings "nur" 190.000 Euro. Ein Sprecher der Tippspielgemeinschaft soll den Gewinn bestätigt haben.

+++ 19. Juni: Portugal droht Geldstrafe wegen Flitzer-Selfie mit Ronaldo +++

Cristiano Ronaldo Selfie

Das Flitzer-Selfie mit Ronaldo hat Konsequenzen für den portugiesischen Fußballverband

Wegen des kuriosen Platzsturms eines Fans bei der EM inklusive anschließendem Selfie mit Superstar Cristiano Ronaldo wird die UEFA ein Disziplinarverfahren gegen Portugals Verband eröffnen.
Das sagte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach müssen die Portugiesen wohl mit einer kleineren Geldstrafe rechnen. Der Fan war nach dem 0:0 gegen Österreich am Samstagabend in Paris auf den Platz gerannt und hatte Ronaldo um ein Selfie gebeten. Da der Fan zunächst Probleme hatte, die Kamera seines Handys zu aktivieren, bat Ronaldo die umstehenden Ordner um Geduld. Nach geglücktem Foto führten sie den Mann ab.

+++ 19. Juni: Jogis Wasserspiele +++

EM 2016 Jogi Löw beim Training am Sonntag

Nach ihrem ersten freien Tag hat die deutsche Nationalmannschaft wieder das Training aufgenommen. Es gilt, sich auf das Spiel gegen Nordirland (18 Uhr, ARD und im stern.de-Liveticker) vorzubereiten. "Die Konzentration ist vorhanden, die Stimmung ist gut", sagte Bundestrainer Jogi Löw in Évian-les Bains und spielte entspannt mit, natürlich, dem berühmten Wasser aus der Region herum.

+++ 19. Juni: Lewandowski tritt die Spaßbremse +++

Polens Kapitän Robert Lewandowski gibt den Mahner. Mit vier Punkten aus den ersten beiden EM-Partien hat sich der deutsche Gruppenkontrahent eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der K.o.-Runde verschafft. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen die bereits ausgeschiedene Ukraine am Dienstag (18 Uhr im stern.de-Liveticker) in Marseille warnte der Stürmer des FC Bayern allerdings vor voreiliger Euphorie. "Hurraoptimismus ist nicht angebracht", so der 27-Jährige. Man dürfe keinen Gegner unterschätzen, es gebe nur "große Spiele" bei der EM. "Wir gehen Schritt für Schritt."

+++ 19. Juni: Schweiz ist Europameister, Deutschland auf Platz 2 …+++

… wenn es nach der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der teilnehmenden Nationen ginge.

+++ 19. Juni: Russische Hooligans in Haft +++

Wegen eines brutalen Angriffs auf spanische Touristen in Köln sitzen fünf russische Hooligans nun in Untersuchungshaft. Gegen die fünf Männer sei in der Nacht Haftbefehl erlassen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Der sechste Tatverdächtige sei freigelassen worden, offenbar hätten sich die Verdachtsmomente gegen ihn nicht erhärten lassen. Den russischen Hooligans wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Sie hatten am Donnerstagabend auf der Rückreise aus Marseille am Kölner Dom zwei spanische Touristen und deren Begleiterin angegriffen. Dabei gingen sie laut Polizei "äußerst aggressiv und brutal" vor. Die Spanier hatten den Angaben zufolge auf der Kölner Domplatte Aufkleber verteilt.

 +++ 19. Juni: Jogi Löw siegreicher als Vincente del Bosque +++

Spaniens Trainer Vicente del Bosque und DFB-Coach Joachim Löw gehören zu den erfolgsverwöhntesten Trainern im Fußball. Nicht nur, weil sie ihre Mannschaften bereits zum WM-Titel geführt haben. Del Bosque feierte am Samstag mit dem 3:0 gegen die Türkei seinen 87. Sieg im Amt, Löw hat sogar 88 Erfolge auf dem Konto. Der 65-jährige del Bosque zog mit Helmut Schön, dem Weltmeistertrainer von 1974, und Mario Zagallo gleich. Der Brasilianer war sogar als Spieler und Trainer Weltmeister. An der Spitze der Statistik steht aber jener Mann, der 1954 für das "Wunder von Bern" verantwortlich zeichnete: Sepp Herberger führte die deutsche Nationalmannschaft 94 mal zu einem Länderspielsieg.

+++ 18. Juni: Irischer Spieler irritiert mit zweitem Ball +++

Ein zweiter Ball im Spielfeld ist nichts außergewöhnliches. Es kommt schonmal vor, dass zwei Balljungen parallel einen Ball in Richtung Spieler werfen. Der Spieler spielt schnell weiter, der zweite Ball kullert aufs Feld. Normalerweise kickt dann irgendein weiterer Spieler den zweiten Ball schnell ins Aus, bei auffälligen Situationen pfeift sogar der Schiedsrichter ab. Im Spiel zwischen Belgien und Irland passierte aber weder das eine noch das andere. Irlands Jeff Hendrick benutzte den zweiten Ball um für Verwirrung zu sorgen. Er spielte den Ball zwar ins Aus - aber quer durch die belgische Angriffsaktion. Ob die Aktion clever und witzig oder unsportlich ist? Das entscheiden Sie selbst.

+++ 18. Juni: Das Netz feiert die irischen Fans +++

Alle Jahre wieder packen die irischen Fans ihre großen Hymnen aus. Ob bei Siegen oder Niederlagen, sie singen zu Tausenden fast während der gesamten Spielzeit. Gegen Belgien lief es beim 0:3 alles andere als rund für das Nationalteam und doch feierten die Fans ihr Team. Viele neutrale Fans sind begeistert. "Irland hat für mich gewonnen, egal was ist! Die besten Fans der EM", schreibt zum Beispiel Nutzer "Sammy" bei Twitter.

+++ 18. Juni: EM ab morgen auch bei Sat1 +++

Sat1 steigt am Sonntag mit der Live-Übertragung des Spiels Rumänien gegen Albanien in die Fußball-EM ein. Drei weitere der insgesamt sechs Partien stehen inzwischen fest. Der Privatsender zeigt außerdem Russland gegen Wales am Montag sowie Ukraine gegen Polen und Tschechien gegen Türkei am Dienstag. Welche zwei weiteren Spiele Sat1 übertragen darf, entscheiden ARD und ZDF, die das Erstzugriffsrecht haben.

Bei der EM-Premiere des Senders um 21 Uhr in Lyon kommentiert Hansi Küpper. Bereits anderthalb Stunden vorher sendet der Sender aus Rust mit Moderator Frank Buschmann und dem ehemaligen Fußball-Kommentator Marcel Reif als Experten.

+++ 18. Juni: Löw hat noch keinen Titelfavoriten +++

Für Bundestrainer Jogi Löw hat sich vor dem Abschluss der ersten zwei Gruppenspieltage noch keine Nation entscheidend herausgehoben. "Ich sehe keine Mannschaft, die so sehr überzeugt hat, dass man sagen muss, sie ist der absolute Titelfavorit. Dafür ist es zu früh", sagte der Bundestrainer. Italien zum Beispiel sei 2006 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland schwach gestartet und am Ende Weltmeister geworden - es mache ihm Hoffnung, dass es nach den zwei Siegen der Squadra Azzurra diesmal anders herum sei, so Löw schmunzelnd. Gegen die sogenannten kleinen Nationen täten sich die Topteams sehr schwer, weil Mannschaften wie Albanien oder Wales heutzutage einfach sehr gut verteidigen könnten. "Es gibt Mannschaften, die ultra-defensiv sind", sagte der Bundestrainer zu den knappen Vorrundenergebnissen.

+++ 18. Juni: 16 Festnahmen bei Spiel Spanien - Türkei +++

Bei dem EM-Spiel Spanien-Türkei sind am Freitagabend in Nizza 16 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Drei türkischstämmige Franzosen seien festgenommen worden, weil sie im Besitz verbotener bengalischer Fackeln waren oder diese an einem der Stadionzugänge vor Spielbeginn zündeten, teilten die französischen Behörden mit. Auch nach dem Spiel, das 3:0 für Spanien ausging, wurden auf den Rängen der türkischen Fans drei Bengalos gezündet. Wie die Behörden mitteilten, wurde ein Franzose deswegen festgenommen. Ein weiterer Franzose wurde in Gewahrsam genommen, weil er während des Spiels versucht hatte, auf das Spielfeld zu gelangen. Bereits vor dem Spiel waren elf spanische Ultra-Fans festgenommen worden, weil sie einen Supermarktbetreiber angegriffen hatten, der ihnen keinen Alkohol verkaufen wollte. Am Vorabend von Spielen und an Spieltagen selbst ist in Nizza der Straßenverkauf von Alkohol verboten.

+++ 18. Juni: Tomas Rosicky: "Turnier ist für mich vorbei" +++

Für Tschechiens Spielmacher Tomas Rosicky ist die Fußball-EM in Frankreich möglicherweise schon nach zwei Spielen vorbei. Der 35 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Arsenal zog sich beim 2:2 (0:1) seines Teams gegen Kroatien eine Oberschenkelverletzung zu. Trainer Pavel Vrba erklärte nach dem Spiel zwar, erst noch die weiteren Untersuchungen abwarten zu wollen. Rosicky selbst sagte jedoch: "Für mich ist das Turnier zu Ende." Die Tschechen treffen am Dienstag in ihrem letzten Gruppenspiel auf die Türkei. Rosicky hatte aus Verletzungsgründen bereits die komplette abgelaufene Premier-League-Saison mit dem FC Arsenal verpasst.

+++ 17. Juni: Leuchtrakete von kroatischen Fans explodiert bei Ordner +++

Ganz hässliche Szene während des Spiels Tschechien gegen Kroatien. Erst fliegen mehrere Leuchtraketen auf den Rasen. Als die Ordner diese wegräumen wollen, explodiert eine direkt an seinem Körper. Ob er gezielt beschossen wurde, oder eine Rakete beim Aufheben detonierte, war zunächst nicht klar. Der Ordner geht zu Boden, seine Kollegen eilen herbei, helfen ihm auf und verlassen mit ihm die Ecke des Feldes. Die Kroatischen Spieler versuchen, schlichtend auf die Randalierer einzuwirken - ohne Erfolg. Das Spiel musste mehrere Minuten unterbrochen werden. Auch auf dem Platz war die Schlussphase turbulent: Die beiden Mannschaften trennten sich 2:2. Der Ausgleich für Tschechien fiel nach der Spielunterbrechung.

Kroatiens Mittelfeld-Stratege Ivan Rakitic fasste zusammen: "Wenn wir uns auf den Rängen nicht anständig benehmen können, dann haben wir es auf dem Feld vielleicht auch nicht verdient."

Randale von Kroatien-Anhängern: Ordner wird von Pyro-Böller getroffen - die Bilder des Skandals
EM 2016 Tschechien gegen Kroatien: Knallkörper auf dem Platz

Gegen Ende der Partie Tschechien gegen Kroatien fliegen Feuerwerkskörper aus dem kroatischen Block auf den Platz.

+++ 17. Juni: Island-Kapitän entlastet Cristiano Ronaldo +++

Ein kurzer Plausch, ein abschätziger Blick - die Szene zwischen Portugals Superstar Cristiano Ronaldo und Islands Kapitän Aron Gunnarsson nach Abpfiff am Dienstagabend sorgt nicht nur im Internet für viel Wirbel. Der Isländer war auf Ronaldo zugelaufen und hatte ihn nach einem Trikottausch gefragt, der Madrilene lehnte ab. Am Freitag widersprach Gunnarsson allerdings Lippenlesern, die behauptet hatten, Ronaldo habe den bärtigen Mann vom britischen Fußball-Zweitligisten Cardiff City obendrein auch noch beleidigt. "Er hat nicht gefragt: "Wer bist du denn überhaupt?"", berichtete Gunnarsson vor dem EM-Spiel gegen Ungarn. Stattdessen habe Ronaldo nach dem für ihn enttäuschenden 1:1 gesagt, dass er die Trikots lieber im Innenraum tauschen wolle.

+++ 17. Juni: England-Fan sammelt Geld für Rückreise von Sterling +++

Mit seinen bisherigen Leistungen bei der Fußball-EM sorgt Raheem Sterling nicht gerade für Begeisterung unter den englischen Fans. Ein Anhänger der Three Lions würde den Außenstürmer von Manchester City am liebsten direkt ganz nach Hause schicken. Auf einer Crowdfunding-Plattform sammelte ein Nutzer mit dem Namen Aaron Bamford dafür 200 Pfund. Trainer Roy Hodgson werde Raheem in der Mannschaft behalten, "deshalb ist es an uns, ihn aus Frankreich zu bekommen", schreibt der Initiator. Beim 1:1 gegen Russland blieb Sterling wirkungslos und musste im britischen Duell mit Wales zur Halbzeit runter. Freitagmittag war die Summe der Spaßaktion erreicht - das Geld will Bamford an ein Hospiz spenden.

+++ 17. Juni: Polen-Spiel knackt Quotenrekord +++

Die Fußballbegeisterung der Fernsehzuschauer wird immer größer. 27,32 Millionen Fans verfolgten das 0:0 von Deutschland gegen Polen im ZDF. Die Übertragung des zweiten EM-Gruppenspiels der DFB-Auswahl erreichte einen bemerkenswerten Marktanteil von 73,3 Prozent. Damit wurden die hohen Werte von ersten Match gegen die Ukraine (26,57 Millionen/68,5 Prozent) nochmals übertroffen. Am Donnerstagabend entschieden sich drei von vier TV-Zuschauern, die um 21 Uhr ihr Gerät eingeschaltet hatten, für den Auftritt des Löw-Teams. Die Nullnummer gegen Polen ist damit die meistgesehene TV-Sendung im Jahr 2016.

+++ 16. Juni: Nordirischer Fußball-Fan stirbt im Stadion von Lyon +++

Nordirlands Fußballer trauern erneut um einen Fan. Beim 2:0 gegen die Ukraine starb ein Anhänger im Stadion von Lyon. "Das relativiert jedes Resultat", sagte der Chef des nordirischen Fußballverbandes, Patrick Nelson, laut einer am Donnerstagabend veröffentlichten Mitteilung. Unbestätigten Angaben zufolge handelte es sich um einen Mann Anfang 60, der einen Herzinfarkt erlitt. Schon in der Nacht nach der EM-Premiere am Sonntag war ein Fan in Nizza verunglückt. Er war in der Stadt mehrere Meter in die Tiefe gestürzt. Der Sieg gegen die Ukraine war der erste Erfolg Nordirlands bei einer Fußball-Europameisterschaft.

+++ 16. Juni: "Will Grigg's On Fire"! Nordiren singen Kulthit bei Hagel-Unterbrechung +++

Will Grigg ist ein nordirischer Fußballer aus der zweiten Reihe, kam bei der EM noch nicht eine Minute zum Einsatz - und ist trotzdem schon Kult im Netz. Als Torschützenkönig in Englands dritter Liga haben ihm die Fans von Wigan Athletic einen eigenen Song gewidmet, der absolutes Ohrwurm-Potenzial hat. "Will Grigg´s On Fire" zum Beat von "Freed From Desire" heißt die Nummer und die nordirischen Fans schmettern den Song im Spiel gegen die Ukraine voller Inbrunst in den Nachthimmel. Abbringen lassen sie sich auch nicht von einem Hagelschauer, der so stark ist, dass das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden muss. Und wie hört sich der Song an? In der Theorie, so:

In der Praxis wird sich das Ganze wohl mehr so anhören:

+++ 16. Juni: Russische Hooligans zu Haftstrafen verurteilt +++

Nach den brutalen Krawallen am Rande des EM-Spiels Russland gegen England in Marseille sind drei russische Hooligans zu Gefängnisstrafen zwischen einem und zwei Jahren verurteilt worden. Die drei Männer wurden am Donnerstag in der südfranzösischen Hafenstadt in Schnellverfahren schuldig gesprochen, regelrecht Jagd auf englische Fans gemacht zu haben.

Zusätzlich zu den Haftstrafen von zwölf, 18 und 24 Monaten wurde ein zweijähriges Einreiseverbot gegen die drei Russen verhängt. Die Verurteilten sind zwischen 28 und 33 Jahre alt.

+++ 16. Juni: Schwedens Lustig fällt für Rest der Vorrunde aus +++

Schwedens angeschlagener Fußball-Nationalspieler Mikael Lustig wird in den beiden verbleibenden EM-Vorrundenspielen gegen Italien und Irland nicht mehr zum Einsatz kommen. "Ich habe Zweifel, dass er noch spielen wird in der Gruppenphase, vielleicht, wenn wir weiterkommen", sagte Trainer Erik Hamrén vor der Partie gegen Italien am Freitag in Toulouse. Lustig hatte sich beim 1:1 zum EM-Auftakt gegen Irland eine leichte Zerrung in der Leiste zugezogen. Zunächst hatte es noch geheißen, die Verletzung sei nicht so schlimm.

+++ 16. Juni: Adidas verkauft 1,3 Millionen DFB-Trikots +++

Der Sportartikelhersteller Adidas hat in diesem Jahr weltweit 1,3 Millionen Trikots im aktuellen DFB-Design abgesetzt. Das Unternehmen sei "sehr zufrieden" mit den jüngsten Zahlen, sagte der Chef der Fußball-Sparte, Markus Baumann, am Donnerstag in Paris.
Während des EM-Jahres 2012 waren eine Million Trikots verkauft worden. Im Fußballbereich rechnet das Unternehmen für 2016 mit einem Rekordumsatz von 2,5 Milliarden Euro, nach 2,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Aktuell verhandelt Adidas über einen neuen Vertrag mit dem DFB. Der im Herbst ausscheidende Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer sprach von "konstruktiven Gesprächen", wollte in Paris aber keine näheren Angaben machen. "Wir haben ein vernünftiges Angebot abgegeben", sagte Hainer.

+++ 16. Juni: Bundespolizei stoppt Hooligans auf dem Weg nach Paris +++

Die Bundespolizei hat in Nordrhein-Westfalen bis zum späten Vormittag drei Gewalttätern die Ausreise untersagt. Das teilte die Bundespolizei in Aachen mit. Die Hooligans müssen sich während der gesamten EM immer wieder bei deutschen Behörden melden. Ein Schwerpunkt der Kontrollen in NRW war an der A 44 bei Aachen vor der belgischen Grenze. Verdächtige Fahrzeuge wurden aus dem fließenden Verkehr auf einen Parkplatz geleitet und kontrolliert. Zehn bekannte Hooligans, die nach Paris wollten, wurden gestoppt. Davon durften sieben nach einer "Gefährderansprache", bei der den Betroffenen klar gemacht wird, dass sie unter Beobachtung stehen, weiterfahren.

+++ 16. Juni: BKA bittet um Hinweise auf deutsche Hooligans +++

Nach den Ausschreitungen von Lille hat das Bundeskriminalamt ein Online-Portal geschaltet, um Hinweise auf deutsche Hooligans zu bekommen. Auf bka-hinweisportal.de können Augenzeugen der Krawalle von Lille Handyfotos und -videos hochladen, auf denen Hooligans zu sehen sind, die an den Angriffen auf ukrainische Fans vor dem deutschen EM-Auftaktspiel beteiligt waren.

+++ 16. Juni: Frankreich weist russischen Fan-Chef aus +++

Nach den brutalen Krawallen am Rande des EM-Spiels Russland gegen England in Marseille wird der Chef der Vereinigung russischer Fußballfans, der Nationalist Alexander Schprygin, aus Frankreich ausgewiesen. Schprygin und 19 weitere Russen würden am Montag ausgewiesen, teilte die Vereinigung am Donnerstag in Moskau mit. Nach Angaben der Präfektur in Marseille wird den 20 Russen eine "Störung der öffentlichen Ordnung" vorgeworfen.

+++ 16. Juni: Bislang keine Russen in Lens +++

Die französischen Behörden setzen rund um das britische EM-Duell England gegen Wales in Lens auf starke Präsenz von Polizei und Sicherheitsleuten, um Ausschreitungen zu verhindern. "Die Devise lautet, das Terrain zu besetzen", sagte Präfektin Fabienne Buccio am Vormittag. "Wir werden alles tun, damit es ein Fest bleibt." In der 32.000-Einwohner-Stadt, deren Stadion 35.000 Zuschauer fasst, waren für das Spiel 1400 Polizisten und Gendarmen im Einsatz.

Bislang sei keine Ankunft russischer Fans in Lens festgestellt worden, sagte Buccio. Die Russen hatten am Vortag im nahegelegenen Lille gegen die Slowakei gespielt. Nach den Ausschreitungen in Marseille am Rande des Spiels England gegen Russland am vergangenen Wochenende stehen beide Parteien in Nordfrankreich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Am Mittwochabend setzte die Polizei in Lille mehrfach Tränengas gegen englische Fans ein.

Für Lens zog die Präfektin eine positive Bilanz der Nacht vor dem Spiel: "Alles ist gut verlaufen", sagte sie. Acht Franzosen und ein Brite seien festgenommen worden, in erster Linie wegen Trunkenheit. Etwa 20 britische Beamte unterstützten die Franzosen am Donnerstag vor Ort.

+++ 16. Juni: Uefa straft England wegen Hooligans nicht ab +++

Nach den Ausschreitungen englischer Fans in Lille wird es keine Bestrafung durch die Europäische Fußball-Union Uefa geben.
Es sei kein Treffen des Exekutivkomitees geplant, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Uefa bedauere die Auseinandersetzungen, die Polizei habe die Ordnung aber schnell wieder hergestellt und die Situation unter Kontrolle gehabt.

Rund um die Partie Russland gegen Slowakei waren am Mittwoch insgesamt 36 Fans festgenommen und 50 Personen leicht verletzt worden. 16 von ihnen mussten in Krankenhäusern stationär behandelt werden, teilte die Präfektur des Départements Nord in der Nacht zum Donnerstag mit.

Die Uefa musste entscheiden, ob die Vorkommnisse am Mittwochabend als so gravierend eingestuft werden, dass das Exekutivkomitee oder das Dringlichkeitskomitee zusammenkommt und über Maßnahmen entscheidet.
Dies war am Sonntag nach den Krawallen in Marseille mit russischen und englischen Fans geschehen.

Die Disziplinarkommission der Uefa ist für die Ereignisse in Lille nicht zuständig, da sie sich nicht im EM-Stadion, sondern in der Stadt abspielten. Das Gremium hatte am Dienstag Russland wegen der Fangewalt im Stade Vélodrome von Marseille nur auf Bewährung im Turnier belassen und bei weiteren Krawallen in einer Arena den EM-Rauswurf angedroht.

+++ 16. Juni: Drei Russen kommen wegen Ausschreitungen vor Gericht +++

Drei nach den EM-Ausschreitungen von Marseille festgenommene Russen kommen am Donnerstag im Schnellverfahren vor Gericht. Ihnen wird die Beteiligung an den Gewalttaten rund um das Spiel England-Russland vorgeworfen, wie der Staatsanwalt gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP erklärte. Sie gehören zu der Gruppe von 43 Russen, die am Dienstag in der Nähe von Cannes festgenommen worden waren.

20 weitere werden wegen Störung der öffentlichen Ordnung ausgewiesen und sollen Frankreich am Montag verlassen, wie die Präfektur des Départements Bouches-du-Rhône mitteilte. Es handele sich um Männer im Alter von 25 bis 40 Jahren. Die übrigen 20 sind wieder auf freiem Fuß.

Bei den Zusammenstößen in der Mittelmeerstadt rund um das EM-Spiel am Samstag waren 35 Menschen verletzt worden. Nach Darstellung der Behörden waren 150 gut organisierte russische Hooligans beteiligt.

+++ 16. Juni: Ancelotti warnt England vor Bale +++

Der neue Bayern-Trainer Carlo Ancelotti erwartet im EM-Gruppenspiel gegen England eine außergewöhnliche Leistung des walisischen Superstars Gareth Bale. "Er ist ein Fußballer, der diesen Situationen in großen Spielen gewachsen ist, und deshalb wird England sich Sorgen machen", schrieb der italienische Coach der Münchner in seiner Kolumne für die Zeitung "Telegraph". "Sie haben das bessere Team, aber der beste Spieler auf dem Platz wird die Nummer 11 von Wales sein, und manchmal ist das genug." 

Besonders Eric Dier komme im defensiven Mittelfeld für die Partie an diesem Donnerstag (15.00 Uhr/ZDF) in Lens eine wichtige Aufgabe bei der Bewachung des 100-Millionen-Manns von Real Madrid zu. "Es ist gut, dass Dier so stark spielt, weil es viele Dinge zu beachten gibt", analysierte Ancelotti seinen früheren Spieler von Real und hob Bales Schnelligkeit und Kraft hervor. "Er kann auch sehr gut köpfen, also sei vorsichtig bei Flanken. Und gestatte ihm nicht zu viele Freistöße."

+++ 15. Juni: Alkohol-Verbot rund ums Stade de France +++

Zum EM-Spiel Deutschland gegen Polen haben die französischen Behörden den Verkauf von Alkohol rund um das Stade de France stark eingeschränkt. In dem betroffenen Gebiet im Pariser Vorort Saint-Denis ist der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen am Donnerstag von 14 Uhr an verboten. Wie die Präfektur des Départements Seine-Saint-Denis am Mittwoch ankündigte, dürfen Fans auch keinen Alkohol mitbringen und auf der Straße trinken. In Bars und Restaurants sind Verkauf und Konsum weiter erlaubt, in ihren Außenbereichen dürfen allerdings keine Gläser benutzt werden. Die Einschränkungen decken unter anderem die Wege von Bahnhöfen zum Stadion ab.

+++ 15. Juni: Schweigeminute für ermordetes Polizistenpaar +++

Mit einer Schweigeminute gedenken die Fanmeilen in den französischen EM-Städten am Mittwochabend der zwei Opfer der jüngsten Terrorattacke in Frankreich. Um 20.30 Uhr solle in allen geöffneten Fanzonen der zehn Städte mit EM-Stadien innegehalten werden, kündigte das Pariser Rathaus an. Am Montagabend hatte ein 25-Jähriger mutmaßlicher Extremist etwa 45 Kilometer westlich von Paris einen Polizisten und seine Lebensgefährtin ermordet und sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat berufen.

+++ 15. Juni: Polizei geht mit Tränengas gegen englische Fans in Lille vor +++

In Lille ist es am Mittwochabend erneut zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen mehrere Hundert englische Fans vor, die vor dem zweiten EM-Gruppenspiel der Three Lions gegen Wales am Donnerstag im nur 30 Kilometer entfernten Lens in die Stadt gekommen waren. Zuvor hatte es Jagdszenen durch die Innenstadt von Lille gegeben. Lille war am Mittwochnachmittag Schauplatz der Partie Russland gegen Slowakei. Russische und englische Fans hatten sich am vergangenen Samstag in Marseille gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Wegen der Krawalle im Stadion hatte die UEFA den russischen Verband mit einem EM-Ausschluss auf Bewährung bestraft.

+++ 15. Juni: Moskau bestellt französischen Botschafter ein +++

Wegen der Festnahme Dutzender russischer Fußballfans hat das Außenministerium in Moskau den französischen Botschafter einbestellt. Frankreich sei aufgefordert worden, den Fall so schnell wie möglich auf zivilisierte Weise zu klären, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Die französische Polizei hatte am Dienstag in der Nähe von Cannes einen Bus mit 43 russischen Fußballfans festgesetzt. Elf Personen sollen mittlerweile wieder auf freiem Fuß sein. Zudem warnte das Außenamt, sollte rund um den EM-Auftritt der Sbornaja anti-russische Stimmung geschürt werden, würde dies den bilateralen Beziehungen schaden.

+++ 15. Juni: ZDF setzt beim Polen-Spiel zwei eigene Kameras ein +++

Das ZDF geht beim zweiten EM-Gruppenspiel von Weltmeister Deutschland gegen Polen auf Nummer sicher. Bei der Partie am Donnerstag (21 Uhr) werden zehn eigene Live-Kameras im Stade de France in Paris eingesetzt. Sie können mit ihren Aufnahmen das Weltbild ergänzen und überspielen, falls die Regie der Europäischen Fußball Union (UEFA) wichtige Szenen ausblendet. Zuletzt hatte die UEFA Live-Bilder von den Ausschreitungen beim Spiel zwischen England gegen Russland bewusst nicht angeboten.

"Wir haben nur bei den deutschen Spielen eine ausreichende Zahl von Live-Kameras im Einsatz, um alles abdecken zu können", berichtete ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. ARD und ZDF hatten sich nach der Partie in Marseille über die Bildauswahl bei der UEFA beschwert. Der Verband wehrte sich gegen den vielfach geäußerten Vorwurf der Zensur und verwies darauf, dass die TV-Sender durchaus eigene Kameras in den Stadien einsetzen dürfen.

+++ 15. Juni: Österreichs Trainer Koller sieht Alabas Rolle als Problem +++

Nach Österreichs überraschender Auftaktniederlage gegen Ungarn macht sich ÖFB-Trainer Marcel Koller Gedanken über die Rolle von David Alaba. Auf die schwache Leistung des 23-jährigen Müncheners angesprochen, sagte Koller: "David spielt bei uns im Mittelfeldzentrum, bei Bayern in der Abwehr. Das ist ein kleines Problem." Der Trainer weist aber auch auf Alabas Pfostenschuss nach wenigen Sekunden des Spiels hin: "Trifft er, sieht alles anders aus und wir würden nicht über Davids Form sprechen." Ausreden sucht Koller ohnehin nicht - stattdessen nimmt er schon das nächste Gruppenspiel gegen Portugal ins Visier: "Ich muss vorne weggehen und die Mannschaft wieder aufrichten."

+++ 15. Juni: Trappatoni traut Italien Finaleinzug zu +++

Der frühere italienische Fußball-Nationaltrainer Giovanni Trapattoni hält nach dem EM-Auftaktsieg der Azzurri gegen Belgien sogar den Finaleinzug für möglich. "Ich gratuliere Antonio Conte: Genauso weiter und er kann uns ins Finale bringen und alle überraschen", sagte der 77-Jährige der Tageszeitung "Tuttosport"
(Mittwoch). "Conte beweist, dass er ein großartiger Trainer ist", ergänzte Trapattoni, der von 2000 bis 2004 Nationalcoach war.

Den 2:0-Auftaktsieg gegen Belgien am Montag habe er mit großer Begeisterung verfolgt, sagte der Ex-Trainer. "Wir dürfen stolz auf diese Nationalmannschaft sein", sagte Trapattoni, der auch den FC Bayern München und den VfB Stuttgart trainiert hatte. "Der Trainer hat sehr gute Arbeit gemacht: Taktik, Spiel, Spektakel, Teamgeist."

+++ 15. Juni: Kroatiens Kapitän wieder beim Team +++

Zwei Tage nach der Beerdigung seines Vaters ist Kroatiens Kapitän Darijo Srna ins EM-Quartier seiner Mannschaft zurückgekehrt. Das gab der kroatische Fußball-Verband HNS am Mittwochvormittag via Twitter bekannt. Der Außenverteidiger wird damit beim zweiten EM-Spiel gegen Tschechien am Freitag in Saint-Etienne (18.00 Uhr/ZDF) dabei sein können.

Srnas Vater war am Montag nach langer schwerer Krebskrankheit gestorben. Der 34 Jahre alte Spieler von Schachtjor Donezk flog daraufhin unmittelbar nach dem 1:0-Auftaktsieg der Kroaten gegen die Türkei in seine Heimat. Zur Beerdigung am Montag in Metkovic kamen auch Kroatiens Nationaltrainer Ante Cacic und sein Assistent Josip Simunic. Das machte der HNS aber erst einen Tag später öffentlich.

+++ 15. Juni: Per Briefwahl über Brexit abstimmen +++

Brexit? Für die EM kommt das sicher nicht in Frage. Doch das Referendum über einen Austritt Großbritanniens aus der EU beschäftigt auch die Spieler, die derzeit in Frankreich im Einsatz sind. "Wir haben kurz darüber beim Abendessen gesprochen", berichtet Englands Linksverteidiger Ryan Bertrand vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Wales heute in Lens. Er wolle jedoch seine Wahlpräferenz nicht öffentlich machen. Der englische Verband FA bietet Spielern und Trainerstab die Möglichkeit an, eine Briefwahl über den sogenannten Brexit vom Turnier aus Frankreich zu organisieren. Sollten die Three Lions schon in der Gruppenphase nach der dritten Partie gegen die Slowakei am 20. Juni scheitern, könnten sie rechtzeitig zur Abstimmung drei Tage später wieder in der Heimat sein. Das aber, wie gesagt, ist nun wirklich nicht geplant.

Alle Meldungen bis einschließlich 14. Juni 2016 finden Sie hier.

tkr/che/fin/tis/tim / DPA / AFP

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