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EM-Aus: Kein klares "ja!" - Bleibt Jogi Löw Bundestrainer?

So niedergeschlagen hat man den Bundestrainer noch nie gesehen: Kurz nach Abpfiff wollte Jogi Löw nicht bestätigen, dass er Ende August beim nächsten Länderspiel der DFB-Elf noch auf der Bank sitzt. Sein Blick richtet sich zunächst auf ein anderes Thema.

Bundestrainer Jogi Löw lächelt nur leicht, als er direkt nach dem Aus bei der EM 2016 im ZDF nach seiner Zukunft gefragt wird

Mochte die Frage nach seiner Zukunft nicht eindeutig beantworten: Bundestrainer Joachim Löw

Vielleicht kam die Frage einfach zu früh. Als Bundestrainer Jogi Löw kurz nach dem EM-Aus Katrin Müller-Hohenstein im ZDF Rede und Antwort stand, mochte er sich nicht festlegen, wie es um seine Zukunft aussieht. "Aber ich gehe davon aus: Am 31. August sehen wir Sie auf der Bank gegen Finnland," sagte Müller-Hohenstein zum Abschluss. Löw zögerte, schlug zweimal das Mikrofon auf sein Knie. Dann murmelte er: "Ich denke mal."

Auch auf der Pressekonferenz wenig später, sagte Löw nicht klar und deutlich, dass er seinen bis 2018 laufenden Vertrag erfüllen will. "Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken, nicht einmal bis morgen früh. Da sitzt der Stachel doch noch tief. Das ist keinen Gedanken wert heute Abend", sagte der Bundestrainer auf die Frage, ob das EM-Abschneiden in irgendeiner Form seine Zukunftspläne beeinflusse.


EM 2016 in Ruhe analysieren

"Joachim Löw wird das Turnier in Ruhe analysieren. Er ist der Weltmeister-Trainer und wird mit Sicherheit den Titel verteidigen wollen. Ich will den Weg mit ihm gerne weitergehen", erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel im Marseille.

Wie und wann er das EM-Turnier aufarbeiten werde, sei "schwierig zu beantworten", sagte Löw: "Wir haben im Vorfeld nicht darüber gesprochen, was machen wir, wenn wir verlieren". Zwei, drei Tage nach der Rückkehr in die Heimat werde er seine Assistenztrainer und vielleicht auch ein paar Spieler kontaktieren, "wie wir das Turnier jetzt aufarbeiten", bemerkte der Bundestrainer.

Schock des EM-Aus'

Es werde "ein bisschen" dauern, bis er sich vom Schock des EM-Ausscheidens erholt habe, hatte Löw Müller-Hohenstein gesagt. Man sah ihm deutlich an, wie sehr das Ausscheiden bei der EM an ihm nagte und wie wenig er das 0:2 noch verarbeitet hatte.

Tatsächlich hat Löw bei allen Turnieren unter seiner Ägide mindestens das Halbfinale erreicht. Die DFB-Elf ist amtierender Weltmeister und kann den Titel bei der WM 2018 in Russland verteidigen. Dieses Ziel wird auch Löw nach der Analyse der EM 2016 ins Visier nehmen. Aber so weit war er kurz nach Abpfiff einfach noch nicht. Ganz sicher kam die Frage nach seiner Zukunft zu früh.


tkr mit DPA

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