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EM-Finale Portugal-Frankreich: Ronaldo und Griezmann - der direkte Vergleich

Das Finale der EM 2016 bringt auch das Duell Cristiano Ronaldo gegen Antoine Griezmann. Aber wo liegen deren Stärken und Schwachen? Und wer hat bei der EM besser gespielt? Zwei Stars im direkten Vergleich.

Eine Bildkombo zeigt links Cristiano Ronaldo im weißen Trikot von Real Madrid, rechte Antoine Griezmann im FC Sevilla-Trikot

Wer steht vor dem Finale der EM 2016 besser da? Cristiano Ronaldo (l.) oder Antoine Griezmann (r.)

Vor sechs Wochen im Champions-League-Finale standen sich Antoine Griezmann und Cristiano Ronaldo schon einmal gegenüber. Damals konnte Ronaldo nach dem Elfmeterschießen mit Real Madrid jubeln, Atléticos Griezmann schoss während der Partie sogar einen Strafstoß an die Latte. Nun kommt es im Endspiel der Fußball-EM im Stade de France zwischen Frankreich und Portugal erneut zum Duell der beiden Superstars. Ein Vergleich:

Erfolge

Antoine Griezmann: Der 25-Jährige hat da nicht viel vorzuweisen. Als Atlético Madrid vor zwei Jahren zuletzt spanischer Meister wurde, spielte er noch für Real Sociedad San Sebastian. Bei den beiden Spielen um den Supercup gegen Real war Griezmann nach seinem Wechsel im Sommer 2014 dabei - sein bislang einziger Titel. Zuletzt Champions-League-Finale.

Cristiano Ronaldo: Im Verein und auf individueller Ebene hat er schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Ronaldo holte drei Titel in der Champions League, war zudem spanischer und englischer Meister sowie Sieger der Club-WM. Dreimal wurde er zum Weltfußballer gewählt, fünfmal eroberte er die Torjägerkanone in der Champions League.

Stärken

Antoine Griezmann: Schneller Antritt, kopfballstark, obwohl mit 1,75 Metern nicht unbedingt ein Fußball-Riese. Ist flink, wendig. Er kann dribbeln. Macht es aber gar nicht so oft. Glänzt auch als Vorbereiter. Griezmann antizipiert gut, wie beim zweiten Tor gegen Deutschland, erkennt blitzschnell Situationen.

Cristiano Ronaldo: Technisch stark, athletisch und unglaublich kopfballstark: Ronaldo ist einer der besten Spieler der Geschichte. Zudem hat der Portugiese einen guten Schuss und enormen Ehrgeiz. Ronaldo will immer der Beste sein, immer gewinnen. Ist zudem ein absoluter Profi, lebt für seinen Sport.

Schwächen

Antoine Griezmann: Er ist nicht unbedingt einer, der für die Defensivarbeit geboren ist. Spielt er ganz vorne drin, kann er seinen Speed auch nicht ausspielen. Bei dieser EM schien ihn zudem zu Beginn die lange Saison mit den meisten Einsätzen aller EM-Spieler noch zu bremsen. Griezmann überstand aber auch diese kleine Schwächephase.

Cristiano Ronaldo: Oft zu eigensinnig, anstatt den besser postierten Mitspieler zu suchen. Ist zudem ungeduldig, läuft ein Spiel nicht oder gefällt ihm eine Schiedsrichter-Entscheidung nicht, fällt der 31-Jährige oft durch ausgiebiges Lamentieren auf. Auch die Unterstützung für seine Teamkollegen in der Defensive ist nicht immer vorbildhaft.

Persönlichkeit

Antoine Griezmann: Das Party-Image ist passé. Griezmann hat sich in jeder Hinsicht in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Seit er 14 ist, spielt er in Spanien Fußball. An die französische Lebensweise muss er sich immer wieder neu gewöhnen. Auf dem Platz keiner, der eine große Show abzieht.

Cristiano Ronaldo: Kaum ein Spieler polarisiert so sehr wie er. Gilt oft als arroganter Schnösel, andere sehen in ihm einen Vollblutprofi. Fiel bei der EM mit abwertenden Kommentaren gegen Island auf, warf ein Reporter-Mikrofon in einen See. Sorgte mit seinem entspannten Umgang mit aufdringlichen Fans auf dem Platz aber auch für positive Szenen.

EM-Leistungen

Antoine Griezmann: Traf für Frankreich bei der EM alle 72,5 Minuten, ist mit bislang sechs Treffern mit Abstand bester Torschütze. Jeder zweite seiner Schüsse, die aufs Tor gehen, ist auch drin. Zudem legte er seinen Teamkollegen zwei Treffer auf. 84 Prozent der Pässe des Offensivspielers kamen an.

Cristiano Ronaldo: Erzielte bei dieser EM bislang drei Tore, stand dafür mit 600 Minuten aber deutlich länger auf dem Platz als Griezmann. Traf alle 200 Minuten, gab zudem drei Torvorlagen. Mit mehr als 45 Schüssen der Fleißigste, jedoch auch extrem ineffizient. Seine Passquote von 88 Prozent ist ein starker Wert.

tkr/Miriam Schmidt, Jens Marx und Florian Lütticke / DPA

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