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Kugeln präpariert?: Blatter wirft Uefa Manipulation bei Auslosung vor

Der Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter erhebt schwere Vorwürfe gegen die Uefa. Dort soll bei Turnierauslosungen geschummelt worden sein. Das habe der wegen Korruption gesperrte 80-Jährige "mit eigenen Augen gesehen".

Sepp Blatter sieht sich weiter als Fifa-Präsident und wirft der Uefa Manipulation vor

Sepp Blatter sieht sich weiter als Fifa-Präsident

Sepp Blatter wirft der Uefa vor, bei Auslosungsverfahren in der Vergangenheit betrogen zu haben. Der wegen Korruptionsvorwürfen für sechs Jahre gesperrte früherer Fifa-Chef führte in einem Interview mit der argentinischen Zeitung "La Nacion" auch aus, wie die Manipulation mit den Loskugeln abgelaufen sein soll. "Man kann die Kugeln, die gezogen werden, markieren. Oder sie heiß machen, wenn sie vorher gekühlt wurden. Ich war selber Zeuge", so der 80-jährige Schweizer. Die Losfee müsse dann eingeweiht sein und die wärmere oder kältere Kugel ziehen.

Bei einem Topturnier habe Blatter "mit eigenen Augen gesehen, wie geschummelt wurde". Dies sei ein "europäischer Wettberwerb" gewesen. "Aber niemals bei der Fifa", so Blatter weiter. Diesen Trick habe "ein Italiener" beherrscht. Wen er damit meint, ist unklar.

Sepp Blatter sieht sich weiter als Fifa-Präsident

Außerdem sieht sich Blatter immer noch als rechtmäßiger Präsident der Fifa. "Weil die Statuten sagen, dass man für die Wahl eines neuen Präsidenten dem bisherigen das Mandat entziehen muss", erklärte er. Dies habe der Fifa-Kongress aber nicht getan, fügte er in dem Interview hinzu.

"Das ist mehr als symbolisch", betonte Blatter, "ich habe das nur bisher nicht gesagt, weil ich kein großes Theater machen wollte." Allerdings beabsichtige er deswegen keine juristischen Schritte. "Das ist nur meine kleine persönliche Kompensation." Zu seinem Nachfolger war Ende Februar Gianni Infantino gewählt worden.

fin / DPA

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