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EM 2021 Österreichs Arnautović wegen beleidigenden Torjubels ein Spiel gesperrt

Österreichs Kapitän David Alaba versucht Marko Arnautovic bei seinem Torjubel den Mund zuzuhalten
Österreichs Kapitän David Alaba versucht Marko Arnautovic bei seinem Torjubel den Mund zuzuhalten
© Robert Ghement / EPA / DPA
Österreichs Stürmerstar Marko Arnautović muss nach seinem umstrittenen Torjubel gegen Nordmazedonien ein EM-Spiel zuschauen. Zuvor war ihm Rassismus vorgeworfen worden, deswegen wird er jedoch explizit nicht gesperrt.

Der österreichische Nationalspieler Marko Arnautović ist wegen Beleidigung eines Gegenspielers für ein Spiel bei der EM gesperrt worden. Das teilte die Europäische Fußball-Union Uefa nach einer Entscheidung ihrer zuständigen Kammer mit. Damit steht der frühere Bundesligaprofi nicht für die Partie gegen die Niederlande am Donnerstag (21 Uhr) in Amsterdam zur Verfügung.

Dem serbisch-stämmigen Stürmer war vorgeworfen worden, nach seinem Tor zum 3:1-Endstand während der Partie am Sonntag den gegnerischen albanisch-stämmigen Spieler Ezgjan Alioski beleidigt und dabei auch rassistische Äußerungen getätigt zu haben. Die Uefa stufte die Äußerungen des 32-Jährigen nicht als Rassismus ein. Der Ex-Bremer wurde wegen "Beleidigung eines anderen Spielers" nach Artikel 15(1)(a)(iv) der Uefa-Rechtspflegeordnung ("Beleidigung von Spielern oder anderen beim Spiel anwesenden Personen") gesperrt.

Entschuldigung beider Protagonisten

"Ich habe mein Fehlverhalten beim Torjubel aus eigener Initiative, noch bevor ein Verfahren eingeleitet wurde, öffentlich eingestanden und mich dafür entschuldigt", sagte Arnautović in einer Mitteilung des Österreichischen Fußballverbands (ÖFB) vom Mittwoch. "Es hat bedauerliche Äußerungen von beiden Seiten gegeben, aber auch Provokationen sind keine Rechtfertigung für mein Verhalten." Direkt nach dem Spiel habe es "eine Aussprache und eine gegenseitige Entschuldigung" gegeben.

"Ich bin mit Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen aufgewachsen und stehe ganz klar für Vielfalt. Das weiß jeder, der mich kennt. Es ist mir persönlich sehr wichtig, das zu betonen. Ich stehe gemeinsam mit dem ÖFB für Toleranz und Integration in allen Bereichen der Gesellschaft", so der frühere Angreifer von Werder Bremen weiter. "Gerade weil mir durch meine eigene Geschichte Integration so ein Anliegen ist, möchte ich diesen Fall zum Anlass nehmen und 25.000 Euro für mein Integrationsprojekt, bei dem ich selbst als Schirmherr auftrete, zur Verfügung stellen, damit mein schlechtes Verhalten auch eine gute Konsequenz für mehr Zusammenhalt hat. Ich möchte vor allem Kindern und Jugendlichen ein gutes Vorbild sein."

Nordmazedonsicher Verband fordert "schärfste Strafe"

Er habe Arnautović "als herzensguten Menschen kennengelernt", sagte Österreichs Nationaltrainer Franco Foda. "Er hat sein Fehlverhalten eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. Die betroffenen Spieler haben sich ausgesprochen und die Hand gereicht. Unser voller Fokus gilt dem Spiel gegen die Niederlande. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die Ukraine wird Marko wieder zeigen, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist."

Der Verband Nordmazedoniens hatte am Montag ein Beschwerdeschreiben an die UEFA geschickt und "die schärfste Strafe für den österreichischen Nationalspieler" gefordert. Alioski hatte angegeben, nicht genau verstanden zu haben, was Arnautović nach dem Tor gesagt habe. Serben und Albaner gelten seit Jahrzehnten als verfeindet.

Quelle: "Kicker", Nachrichtenagentur DPA

luh

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