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EM 2021 Trotz Corona und Einnahme-Verlusten: Höchste Prämie aller Zeiten für deutsche Spieler bei Titelgewinn

Toni Kroos hält ein Trikot mit dem Nachnamen von Kanzlerin Merkel hoch, er und das restliche Team posieren für ein Foto
Toni Kroos hält ein Trikot mit dem Nachnamen von Angela Merkel und Unterschriften hoch, während die Bundeskanzlerin per Videoschalte bei einem Gruppenfoto mit Spielern und Betreuerteam der Deutschen Fußballnationalmannschaft im Team BaseCamp „Home Ground“ zugeschaltet ist.
© Philipp Reinhard / Picture Alliance
Die Uefa hat die Prämien aufgrund der Coronakrise im Vergleich zu der ursprünglich geplanten Summe gekürzt, dennoch sind die Gratifikationen so hoch wie nie. Die deutschen Spieler könnten im Erfolgsfall eine nie dagewesene Einzelprämie kassieren.

Für den vierten EM-Titelgewinn würde der Deutsche Fußball-Bund eine Gesamtprämie von 10,4 Millionen Euro an die 26 Nationalspieler zahlen. Kapitän Manuel Neuer hatte mit dem Verband vor dem deutschen Turnierstart an diesem Dienstag in München gegen Weltmeister Frankreich die Rekordsumme von 400.000 Euro pro Mann im Falle des Titelgewinns ausgehandelt. Das berichteten unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (DPA) und der "Kicker". Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zahlt der DFB bereits Prämien ab dem Erreichen des Achtelfinales. Welche Summe diesmal für ein Ausscheiden beispielsweise im Viertel- oder Halbfinale gezahlt wird, ist noch nicht öffentlich bekannt.

Die bisher höchste ausgezahlte Titelprämie belief sich auf 300.000 Euro an die 23 Weltmeister von 2014 in Brasilien. Diese Summe hätten die Spieler auch für den Sieg bei der letzten EM 2016 einstreichen können, fuhren nach dem Scheitern im Halbfinale allerdings mit einem Scheck über "nur" 100.000 Euro nach Hause. Der höchstmögliche Bonus, der je für einen deutschen Titel ausgezahlt worden wäre, hätte im Jahr 2018 satte 350.000 Euro pro Spieler betragen. Nach dem Debakel bei der vergangen WM in Russland fuhren die Verantwortlichen allerdings ohne Zusatzvergütung nach der Vorrunde nach Hause.

Rekordprämie für Titelträger möglich

DFB-Direktor Oliver Bierhoff nannte die jetzige Titelprämie "hoch, aber ich würde sie als DFB gerne zahlen". Immerhin fließen bei der EM-Endrunde auch reichlich Uefa-Gelder an die 24 teilnehmenden Nationen. Zwar wurden die Boni aufgrund der Pandemie von 371 Millionen Euro auf 331 Millionen reduziert, dennoch ist die Summe des Preisgelds ein Rekord. Vor fünf Jahren bei dem Turnier in Frankreich, das erstmals mit 24 Teilnehmern gespielt wurde, hatte die Uefa 301 Millionen Euro ausgezahlt. Damals lag die mögliche Maximalsumme für den Europameister bei 27 Millionen Euro. Diesmal kann der Titelgewinner bis zu 28,25 Millionen Euro an Preisgeldern kassieren.

Für den Erhalt der Maximalsumme muss allerdings jedes der drei Gruppenspiele gewonnen werden. Für einen Sieg in einem Gruppenphasenspiel gibt es eine Million Euro, für ein Remis halb so viel. Für den Einzug ins Achtelfinale werden 1,5 Millionen Euro ausgeschüttet, der Sprung in die nächste Runde bringt weitere 2,5 Millionen. Für das Erreichen des Halbfinals erhält jedes Team vier Millionen Euro. Der Final-Sieger bekommt acht Millionen, der Verlierer fünf. Dazu erhält jeder Verband bereits ein Startgeld von 9,25 Millionen Euro.

Erfolgreiche Qualifikation diesmal ohne Vergütung

Bierhoff merkte zur Titelprämie von 400.000 Euro auch an, dass die Nationalspieler diesmal keine Gratifikation für die bereits im November 2019 als Gruppensieger erfolgreich abgeschlossene Qualifikation erhalten hatten. Diese sei nun in den Verhandlungen "eingepreist worden". 2018 konnten acht Spieler bereits aufgrund des Erreichens des Turniers 200.000 Euro zusätzlich einstreichen, da pro Nominierung für den Spieltagskader der zehn Qualifikationsspiele 20.000 Euro flossen. Nach dem kapitalen Scheitern in der Vorrunde einigte man sich bei dem jetzigen Turnier auf einen leistungsabhängigeren Weg.

Insofern wären die 10,4 Millionen im Falle des Titelgewinns auch keine Rekordzahlung des DFB an die Spieler. Zu den 6,9 Millionen Titelprämie für die Weltmeister 2014 kamen nämlich damals weitere 4,26 Millionen, die der Verband an insgesamt 31 Nationalspieler zuvor für die erfolgreiche WM-Qualifikation ausgeschüttet hatte. Der Gesamtbetrag betrug damals 11,16 Millionen Euro.

Auch andere Verbände wollen Titel fürstlich entlohnen

Auch andere Nationen planen ihre Spieler im Falle eines Sieges üppig zu vergüten. So lobt der spanische Verband ebenfalls 400.000 Euro pro Spieler für einen Finalsieg aus. Die Engländer, die noch nie ein Finale bei einer Europameisterschaft erreichen konnten, warten seit 1966 auf einen Titel und planen ihren Spielern umgerechnet gar über eine halbe Million Euro für den Sieg auszuzahlen.

Die Prämien sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Für den ersten deutschen Titelgewinn überhaupt, bei der WM 1954, erhielten die Spieler 2500 Deutsche Mark sowie einen Fernseher, einen Lederkoffer und einen Motorroller. Für den zweiten WM-Titel gab es 1974 immerhin schon 70.000 DM und ein Volkswagen Käfer Cabrio. Der dritte WM-Titel (1990) wurde mit 125.000 Mark pro Person vergütet und der letzte Titel bei einer EM spülte 1996 zusätzlich 100.000 Mark in die Kassen der Spieler.

Quellen: vermoegenmagazin, statista, sportbuzzer, wikipedia, kicker, DPA


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