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EM-Qualifikation: Personalnot in Prag

Joachim Löw gehen langsam die Alternativen für das EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien aus: Mindestens fünf Spieler sind nicht einsatzfähig - darunter drei Bremer.

Knapp zwei Wochen vor dem Spitzenspiel in der EM- Qualifikation gegen Tschechien gerät Bundestrainer Joachim Löw in immer größere Personalnot. Mit dem Ausfall von Angreifer Mario Gomez und der drohenden Absage von Arne Friedrich hat sich die Personallage in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft weiter zugespitzt. Löw analysierte bereits in Frankfurt mit seinem Assistenten Hans-Dieter Flick die kritische Situation. Nach den gesperrten Miroslav Klose und Clemens Fritz fehlen in Prag auch die verletzten Gomez, Borowski und Oliver Neuville. Das Mitwirken des Wolfsburgers Mike Hanke und des Berliners Friedrich ist stark gefährdet.

Löw führte zahlreiche Telefonate und stellte schon vor der offiziellen Nominierung seines Kaders für das Punktspiel gegen Tschechien am 24. März sowie das anschließende Testspiel vier Tage später in Duisburg gegen Dänemark erste Notpläne auf. "Wir müssen alles mobilisieren, um die Spieler in Prag fit zu kriegen", sagte der Bundestrainer am Montag der dpa. Insbesondere im Sturm sei die Situation "angespannt".

Kein Comeback von Neuville

Zwei Tage nach der schweren Knieverletzung von Bundesliga- Toptorjäger Gomez, der im vergangenen Monat beim 3:1 gegen die Schweiz ein famoses Länderspiel-Debüt mit Torerfolg gefeiert hatte, zerschlugen sich heute die Hoffnungen auf ein Comeback von Neuville nach dessen Adduktoren-Operation. "Er kommt noch nicht in Frage", sagte Löw nach einem Telefonat mit Gladbachs neuem Sportdirektor Christian Ziege. Auch hinter Hanke steht wegen einer Patellasehnen-Reizung ein Fragezeichen.

"So schnell ändert sich die Situation. Vor einigen Wochen standen noch einige Stürmer zur Auswahl für die Startformation", sagte Löw. Nun stellt sich der Angriff mit Lukas Podolski und dem wieder erstarkten Schalker Kevin Kuranyi quasi selbst auf. Als Ersatzmann steht derzeit nur Aachens Jan Schlaudraff parat. Auf eine Nominierung hoffen darf darum der von Löw in der Vergangenheit oft hoch gelobte Leverkusener Stefan Kießling, zumal Podolski gegen Dänemark wieder gesperrt ist. Da dürfte allerdings Klose wieder mitwirken.

Löw schließt Nachnominierungen nicht aus

Wegen der Gelb-Sperre von Rechtsverteidiger Fritz in Prag wäre ein Ausfall von Friedrich für diese Position "schmerzhaft", wie Löw bestätigte: "Arne hat zuletzt rechts gut gespielt." Friedrich glaubt nicht, dass seine entzündete Patellasehne einen Einsatz zulässt: "So, wie es mir jetzt geht, muss ich sagen: Ich sehe schwarz für meinen Einsatz gegen Tschechien", sagte der Berliner im "Kicker".

Löw kalkuliert bereits ein, nach dem Tschechien-Spiel "eventuell Spieler nachzunominieren", zumal er den Test gegen die Dänen auch als Chance für seinen Perspektiv-Kader einstuft. Angeschlagene Spieler wie den Bremer Torsten Frings sollen dann geschont werden. "Er hat eine hohe Belastung und schleppt leichte Blessuren mit sich herum", berichtete der Bundestrainer von Frings' Dauer-Problemen.

Hoffnungsschimmer: Lahm, Poldi, Schweini

Als Lichtblick bewertet der Bundestrainer den Formanstieg seines Bayern-Trios. "Die ansprechende Form von Podolski, Schweinsteiger und auch Lahm ist erfreulich. Schweinsteiger hat gegen Bremen eine Halbzeit hervorragend gespielt."

Das Nationalteam trifft sich kommende Woche in Frankfurt zur Vorbereitung auf die Partie in Prag. Der WM-Dritte Deutschland führt die Qualifikationsgruppe D mit 10 Zählern vor den punktgleichen Tschechen sowie Irland (7 Punkte) und der Slowakei (6) an. Der Erste und Zweite qualifizieren sich für die EM-Endrunde vom 7. bis 29. Juni 2008 in Österreich und der Schweiz.

Klaus Bergmann und Jens Mende/DPA / DPA

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