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Erster Sieg nach 18 Jahren Götze und Co. schlagen Brasilien


Die deutsche Nationalelf hat das Testspiel gegen Brasilien verdient gewonnen. Nach Schweinsteigers Führungstreffer per Elfmeter schlugen noch zwei Nachwuchskräfte zu.

Achtzehn Jahre lang hatte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht mehr gegen Brasilien gewonnen. Dass es an diesem Abend in der neuen Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart gelang, ist nicht nur wegen des langen Zeitraums markant. Denn dieses Spiel wird sicher ein weiterer wichtiger Schritt in der rasanten Entwicklung der DFB-Elf sein, die bei der WM in Südafrika ihren Ausgang nahm. Ohne Mesut Özil und Sami Khedira, die von Löw geschont wurden, zeigte die deutsche Elf zum Teil traumhaften Kombinationsfußball. Das lag nicht nur am Dortmunder Wunderkind Mario Götze, der zum ersten Mal in der Anfangsformation stand und zeigte, dass er zu Recht in den Himmel gelobt wird.

Es lag auch daran, dass andere junge Spieler wie Mats Hummels und André Schürrle sich stark präsentierten und so großen Druck auf die etablierten Kräfte wie Mertesacker und Podolski ausüben. Der Konkurrenzkampf ist knapp ein Jahr vor der EM in Polen und der Ukraine schärfer als je zuvor. Und es lag an einer taktischen Überraschung, mit der der Bundestrainer seine Mannschaft auf den Rasen schickte. Zur Verwunderung aller präsentierte Löw ein 4-1-4-1-System: Schweinsteiger agierte allein auf der sechser Position, davor spielten in einer Reihe Podolski, Götze, Kroos und Müller – und diese Taktik eines offensiven Powerriegels ging auf.

Stürmischer Beginn


Die junge DFB-Elf legte stürmisch los gegen zurückhaltende Brasilianer und schnürte den fünfmaligen Weltmeister in den ersten zehn Minuten regelrecht ein. Der Ball lief wie geschmiert durch die deutschen Reihen. Nach sechs Minuten hatte Mario Götze nach einem Zuspiel von Schweinsteiger die erste, große Torchance, scheiterte aber am glänzend parierenden Julio Caesar im Tor der Südamerikaner.

Nur einmal gelang es den Brasilianern in der Anfangsphase nach einer Unaufmerksamkeit von Toni Kroos, gefährlich vor Manuel Neuer aufzutauchen, aber Pato vertändelte den Ball. Überhaupt stand die Selecao in den ersten 45 Minuten sehr tief und ließ die Deutschen mit ihrem Kombinationsspiel gewähren. Erst nach einer Viertelstunde wachte auch die Elf von Trainer Mano Menezes auf. Aber mehr als einen Gewaltfreistoß von Dani Alves aus über 30 Metern und zwei, drei sehenswert vorgetragene Angriffe war von den Brasilianern nicht zu sehen. Die deutsche Abwehr stand in diesen Situationen sicher. Man konnte nur erahnen, welches Potential Pato, Neymar und Co. haben.

Deutschland bleibt vor dem Tor harmlos


Das deutsche Spiel erlahmte in der Folge ein wenig. Bis 20 Meter vor des gegnerische Tor kombinierten die Deutschen gefällig, vor dem Tor blieb die DFB-Elf ziemlich harmlos. Der Schussversuch von Christian Träsch, der auf der rechten Abwehrseite den Vorzug vor Benedikt Höwedes erhalten hatte, blieb erfolglos. Kroos machte es mit seinem direkt ausgeführten Freistoß nicht besser. Mario Gomez im Sturmzentrum kam zu keinem Zeitpunkt der ersten Halbzeit in Tritt. Das Spiel der Deutschen war schön anzuschauen, aber harmlos.

Zur zweiten Halbzeit nahm Löw Gomez und Podolski heraus und brachte dafür André Schürrle und Miroslav Klose. Aber zunächst waren es die Brasilianer, die ihre defensive Spielweise aufgaben und das Tempo forcierten. Nach einem Ballverlust von Müller schalteten sie blitzschnell um und konterten die aufgerückten Deutschen aus, aber Pato vergab die Riesenchance – zum großen Glück für die DFB-Elf.

Fünf Tore in der zweiten Halbzeit


Das Spiel wurde jetzt offener, beide Teams suchten die Entscheidung und setzten voll auf Offensive. Die Einwechslungen von Löw zahlten sich aus. Klose brachte neuen Schwung und hinterließ einen stärkeren Eindruck als Kontrahent Gomez. Schürrle fügte sich ebenfalls gut ein. Kapitän Lahm und Götze scheiterten noch mit ihren Versuchen. Kurze Zeit später foulte der frühere Bayern-Verteidiger Lucio Kroos im Strafraum. Den folgenden Elfmeter verwandelte Schweinsteiger sicher zur verdienten Führung. Es folgte schließlich der große Auftritt von Götze, der immer mehr zum Wunderkind des deutschen Fußballs wird. Nach einer schnellen Kombination über Kroos und Klose verwandelte der 19-jährige Dortmunder sicher zum 2:0.

Brasilien gelang zwar nach einem Strafstoß, den Robinho sicher verwandelte, der kurzzeitige Anschluss. Aber die Deutschen setzten weiter nach. Schweinsteiger erkämpfte in unnachahmlicher Art den Ball von Santos und legte für Schürrle auf, der den Ball zehn Minuten vor Schluss zum 3:1 in die Maschen hämmerte. Das Tor des hoch gehandelten Supertalents Neymar, wie Götze erst 19 Jahre alt, war nur noch Ergebniskorrektur.

Tim Schulze

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