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Europa League Hannover mit Euphorie nach Kopenhagen


Nach den guten Ergebnissen in der Europa League herrscht in Hannover so langsam regelrechte Euphorie unter den Fans. Die Mannschaft will da mitziehen und beim den FC Kopenhagen auf Sieg spielen. Auf Schalke bemühen sich dagegen alle, das Hinspiel gegen Larnaca aus den Köpfen zu streichen.

Keine Spur von Europa-Müdigkeit bei Hannover 96: Zwischen 5.000 und 10.000 Fans wollen die Mannschaft zum vierten Gruppenspiel der Europa League beim FC Kopenhagen begleiten und die Partie in ein Heimspiel verwandeln.

"Wir in Hannover finden Europa gut", kommentierte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke die ungebrochen große Begeisterung für den Bundesligisten. "Es ist schon ungewöhnlich, dass so viele Menschen diese Reise antrete", fügte er hinzu.

"Die Anzahl ist überragend. Das ist für uns ein Super-Gefühl. Wir wollen gemeinsam mit den Fans für gute Stimmung sorgen", erklärte Mittelfeldspieler Lars Stindl. Noch vor drei Wochen schien es, als ob das Team von Trainer Mirko Slomka ganz ohne Unterstützung in der dänischen Hauptstadt auskommen müsste. Der FC Kopenhagen hatte Tickets im Internet angeboten und wollte diese ersatzlos stornieren, als bemerkt wurde, dass 96-Fans Karten für diverse Zuschauerränge mit dänischen Anhängern erworben hatten.

Schwenkfahnen, Trommeln und zwei Megafone sind erlaubt

Erst nach einer Intervention von Hannover 96 konnte das Karten-Chaos beendet werden. "Ich gehe davon aus, dass unsere Anhänger gemeinsam in einem Block untergebracht sind. Wir hoffen, dass dort keine Bengalos gezündet werden", erklärte Schmadtke. Clubchef Martin Kind schätzt die Gruppe der überzeugten Pyro-Anhänger unter den Fans auf rund 250 Personen. Feuerwerkskörper sind im Stadion "Parken" verboten, dafür dürfen die 96-Fans aber fünf große Schwenkfahnen, Trommeln und zwei Megafone mitbringen.

Ein Feuerwerk möchten die 96-Profis aber auf dem Rasen abbrennen. Nach zwei Niederlagen gegen Mainz 05 im DFB-Pokal (0:1 n.V.) und in Mönchengladbach (1:2) soll der Schalter umgelegt werden. "Unser Ziel ist ein Sieg. Zu Hause haben wir zwei Punkte liegen gelassen, die wollen wir uns wieder holen", sagte Torwart Ron-Robert Zieler unter Verweis auf das unnötige 2:2 im Heimspiel gegen den dänischen Meister. Der feierte mit dem 3:1 in Odense eine gelungene Generalprobe.

Ein Auswärtssieg wäre für Hannover 96 ein großer Schritt in Richtung Zwischenrunde. Trainer Slomka sieht dafür durchaus Chancen. "Wir haben schon in Gladbach in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel gezeigt und waren präsent", sagte der Coach. Zudem steht der zuletzt gesperrte Mittelfeld-Abräumer Sergio Pinto wieder zur Verfügung. Und im Gegensatz zur Bundesliga, wo sich eine Auswärtsschwäche abzeichnet, sind die Niedersachsen in Europa auswärts noch unbesiegt.

Nicht vom Hinspiel blenden lassen

Der FC Schalke braucht dagegen noch einen Sieg um fast sicher in der Europa League überwintern. "Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet, um vorzeitig eine Runde weiter zu kommen. Unser Ziel ist aber auch der Gruppensieg", sagte Schalkes Manager Horst Heldt vor dem Spiel gegen AEK Larnaca. Dem international zweitklassigen Gegner hatte der Bundesligist schon im Hinspiel auf Zypern beim 5:0 die Grenzen aufgezeigt.

Nach bisher zwei Siegen und einem Remis führt der Revierclub die Gruppe J mit sieben Punkten an. Nur Maccabi Haifa (6) konnte bislang Schritt halten. Sollten die Israelis am vierten Spieltag beim Tabellendritten Steaua Bukarest (2) nicht verlieren, wäre Schalke bei einem erneuten Erfolg gegen Larnaca schon vorzeitig eine Runde weiter. Ansonsten bräuchte der Bundesligist aus den dann noch zwei ausstehenden Partien einen Zähler.

Trotz der vermeintlichen Pflichtaufgabe gegen Larnaca warnte Heldt vor Überheblichkeit. "Im Vorbeigehen kann man heute keinen mehr schlagen", sagte Heldt. Die Botschaft kam in der Kabine an. "Wir werden die Partie konzentriert angehen", versprach Kapitän Benedikt Höwedes. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar betonte: "Man muss immer 100 Prozent Leistung geben, auch gegen Teams wie Larnaca."

Understatement in allen Bereichen

Den mit fünf Toren Vorsprung höchsten Auswärtssieg in der Europapokal-Geschichte des Clubs wollte Trainer Huub Stevens zwei Wochen später nicht überbewerten. "Im Hinspiel haben wir in den ersten Minuten gesehen, dass Larnaca Fußball spielen kann. Außerdem haben der Mannschaft einige wichtige Spieler gefehlt", sagte Stevens. Er erwartet daher in der eigenen Arena ein "schweres Rückspiel".

Möglicherweise setzt der Niederländer auf Rotation und gönnt dem ein oder anderen Nationalspieler eine Pause. Die spannendste Frage aber ist: Gibt Torwart Timo Hildebrandt 14 Tage nach der Vertragsunterschrift sein Debüt beim Bundesliga-Zweiten?

Kurzfristig hat der Verein den früheren Nationalkeeper für die Europa League nachgemeldet, da die Nummer eins, Ralf Fährmann, wegen eines Kreuzbandrisses länger fehlt. Eine Einsatzgarantie bedeutet dies aber nicht. Denn mit Blick auf den jungen Lars Unnerstall, der Fährmann bislang glänzend vertrat, sagte Stevens: "Auch Lars braucht Spielrhythmus."

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